Skulptur in Landkirchen erinnert an plattdeutschen Dichter

Zu Ehren von Klaus Groth

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Aus Eichenholz: Die Skulptur zusammen mit Heinrich Albers (v.l.), Walter Meß und den Bläsern von Sankt Petri.

Fehmarn –ga– Eigentlich sollte die feierliche Einweihung des Klaus-Groth-Denkmals in unmittelbarer Nähe des Glockenturmes der Landkirchener St.-Petri-Kirche bereits im April stattfinden, doch der mit der Fertigung der Skulptur beauftragte Bildhauer Raik Vicent aus Stralsund konnte den Termin leider nicht halten. Umso spannender und lang erwartet war die gemeinsam von Walter Meß und Heinrich Albers durchgeführte Enthüllung der rund 2,5 Meter hohen Skulptur vor zahlreichen Gästen, zu denen unter anderen auch der stellvertretende Bürgermeister Heinz Jürgen Fendt und mehrere Stadtvertreter gehörten.

Die Skulptur zeigt den entscheidenden Teil des vom Heimatdichter Klaus Groth geschriebenen plattdeutschen Liedes „Lütt Matten, de Has“, das unter Erwachsenen und Kindern gleichermaßen bekannt ist und auch heute noch gesungen wird.

Pastor Bertolt Kark-Carlson erinnerte in einer kleinen Rede an den Heimatdichter (1819 bis 1899), der am 24. April dieses Jahres 200 Jahre alt geworden wäre. Sechs Jahre seines Lebens weilte und wirkte der Schriftsteller auf Fehmarn und hatte die plattdeutsche Sprache salonfähig gemacht.

„Mit dem Lied ‚Lütten Matten, de Has‘ hat der unvergessene Heimatdichter das Leben beschrieben. Es ist zum Teil fröhlich, zum Teil aber auch leidvoll“, so der Pastor. Im Text wird die Fröhlichkeit des Hasen, der gerne ausgelassen das Tanzbein schwingt, beschrieben. Doch mit List und Tücke wird der Hase letztlich durch seinen Tanzpartner, einem Fuchs, mit Haut und Haaren verspeist. Für Kark-Carlson ist die Skulptur ein weiterer Anziehungspunkt im Ort. Außerdem können Interessierte auf einer von Claudia Czellnik geschaffenen Informationstafel etwas über das Leben und das Wirken des bekannten norddeutschen Schriftstellers in Erfahrung bringen.

Heinrich Albers aus Burg hatte die Idee, dem Heimatdichter Klaus Groth, anlässlich seines 200. Geburtstages, in Landkirchen ein Denkmal zu setzen.

Albers war es auch, der den Entwurf dieser Skulptur zeichnete, sodass der Bildhauer Raik Vicent es in einer Skulptur, entstanden aus einem Stück Eichenholz, formen konnte. Leider konnte der Künstler an der Einweihung nicht teilnehmen.

Walter Meß, der gerade hier auf Fehmarn die plattdeutsche Sprache besonders pflegt und unter anderem die „Plattdeutsche Runde“ leitet, war erfreut darüber, dass so viele Gäste an der Einweihungsfeier am Freitagvormittag teilnahmen. Gedankt wurde noch einmal allen, die mit Spenden dazu beigetragen hatten, dass dieses Denkmal in Auftrag gegeben werden konnte.

Ein wenig enttäuscht waren nicht wenige Gäste, die eigentlich gehofft hatten, dass Schüler der Landkirchener Grundschule einen kleinen Beitrag zur offiziellen Einweihung darbieten würden. Schließlich wird die plattdeutsche Sprache im Unterricht erlernt und das Gebäude der Grundschule beinhaltet eine „Klaus- Groth-Stuuv“ im Obergeschoss. Bei vielen Veranstaltungen der Grundschule begeistern die Schüler mit Auftritten in plattdeutscher Sprache unzählige Menschen. Ein kleiner Beitrag der Lütten wäre sicher ein Höhepunkt der Veranstaltung gewesen. Für Bestrebungen der Schule, die plattdeutsche Sprache im Unterricht zu vertiefen, wurde sie bereits vom Land Schleswig-Holstein ausgezeichnet.

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