Landrat Reinhard Sager im Gespräch mit der Bundeswehr
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Im Einsatz: Landrat Reinhard Sager am 2. Januar im Impfzentrum in Eutin – einen Tag vor der Eröffnung im Gespräch mit der Bundeswehr.

Erster bekannter Fall am 10. März 2020

Ein Jahr Corona in Ostholstein

  • Manuel Büchner
    vonManuel Büchner
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Den ersten Corona-Fall in Ostholstein gab es am 10. März 2020. Landrat Reinhard Sager zieht im Gespräch Bilanz.

  • Auf die Kreisebene kommt es in der Pandemie an.
  • Kreisverwaltung seit einem Jahr im Krisenmodus.
  • Impfen und testen als Schlüssel aus der Pandemie auch für Ostholstein.

Eutin – Auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass auch der Kreis Ostholstein die erste bestätigte Infektion mit SARS-CoV-2 bekannt geben musste. Im Gespräch mit dem FT bewertet Landrat Reinhard Sager (CDU) den bisherigen Verlauf der Pandemie für Ostholstein und wagt einen vorsichtigen Ausblick.

Wir haben uns von Anfang an konsequent dieser Herausforderung gestellt.

Landrat Reinhard Sager

„Wir haben uns von Anfang an konsequent dieser Herausforderung gestellt“, denn früh sei deutlich geworden, dass es insbesondere auf die Kreisebene ankommen werde, um die Pandemie wirksam einzugrenzen. Entsprechend früh habe man in der Verwaltung einen internen und externen Krisenstab aufgebaut – zu letzterem, so Sager, gehören unter anderem Polizei, Bundeswehr, der Gemeindetag, der Kreisfeuerwehrverband und die weiteren Hilfeleistungsorganisationen.

Zusammenarbeit mit Land und Kommunen „außerordentlich gut“

Besonders wichtig ist dem Landrat auch ein „außerordentlich gutes und intensives Zusammenwirken mit unseren Gemeinden und Städten“, was zur Bewältigung der Krise beitrage und dem Bürger Sicherheit gebe. Auch mit dem Gesundheitsministerium in Kiel als Fachaufsicht sei die Zusammenarbeit „außerordentlich gut und eng“. Man stehe nahezu täglich in Kontakt.

„Wir sind abhängig vom Infektionsgeschehen.

Landrat Reinhard Sager

Vergleichsweise niedrige Inzidenzwerte habe Ostholstein seit Ausbruch der Pandemie, wobei die Entwicklung permanent dynamisch gewesen sei und sicherlich auch bleiben werde. Welche Dynamik das Virus entwickeln kann, zeigte sich für Ostholstein beispielsweise im Dezember, als in der zweiten Hälfte des Monats die Infektionszahlen anstiegen und die Inzidenz von unter 30 in knapp zwei Wochen auf fast 100 hochschnellte. „Wir sind abhängig vom Infektionsgeschehen, ohne darauf einen direkten Einfluss zu haben.“ Kein Verlauf sei planbar, betont der Landrat. 

Zweifel, der Herausforderung nicht Herr zu werden, habe er nicht gehabt. „Insbesondere meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten eine ganz hervorragende Arbeit. Wir haben ein tolles Team. Dafür bin ich dankbar.“ Wenngleich viele ihre Belastungsgrenzen erreicht hätten, was verständlich sei, denn die Krise dauere immerhin schon zwölf Monte an. „Im Personalbereich bleibt die Situation angespannt. Corona bleibt präsent.“

Durchimpfen und umfangreich testen 

Eine Rückkehr in den Normalzustand könne laut Sager nur erreicht werden, wenn Deutschland weitestgehend durchgeimpft sei und eine umfangreiche Testung zur Verfügung stehe. „Beides zusammen wird uns wieder in ein anderes wirtschaftliches, soziales und kulturelles Leben zurückkehren lassen.“

Nicht ohne iPad, Handy und Computer

Für viele Ostholsteiner hat sich in den letzten 365 Tagen der Arbeitsalltag verändert. Der Chef der Kreisverwaltung kann dies im Gespräch auch für sich persönlich bestätigen. Über iPad, Handy oder Computer sei er an jedem Wochentag erreichbar. Homeoffice gibt es für den Landrat nach eigenem Bekunden nur in Ausnahmefällen. Auswärtige Termine hätten sich reduziert, dafür seien Videokonferenzen (allein gestern fünf an der Zahl) an der Tagesordnung. Und: Noch mehr als vor der Pandemie sei für ihn deutlich geworden, wie sehr die verschiedenen Arbeitsbereiche der Kreisverwaltung ineinandergreifen.

Hoffen auf mehr Impfstoff ab April

In der Corona-Pandemie sind Aussagen über die Zukunft zwar spekulativ. Sager setzt aber auf das zweite Quartal, werde doch voraussichtlich ab dem nächsten Monat deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung stehen. „Dadurch werden wir auch in Ostholstein deutliche Fortschritte erreichen.“

Tourismus „vielleicht schon zu Ostern“

In diesem Zusammenhang glaube er auch fest daran, dass es Tourismus geben werde, „vielleicht schon zu Ostern“. Zumal Hotels und Restaurants bereits im letzten Jahr Hygienekonzepte vorgelegt, erprobt und angewandt hätten. „Ich glaube, da ist einiges möglich, wenn die Infektionszahlen nicht wieder rapide nach oben schnellen“.

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