Mirko Kaminski springt vom Steg ins Wasser
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„Ein von unseren Kreativen bearbeitetes Stegsprung-Foto, das via Social Media viel Reichweite hatte“, sagt Mirko Kaminski, immer für einen Spaß zu haben.

Mirko Kaminski: Fehmarn ist für ihn Herzensangelegenheit

Ein Kommunikationsexperte geht baden

  • Simone Walper
    vonSimone Walper
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Mirko Kaminski ist gebürtiger Fehmaraner. Die Insel ist für ihn eine Herzensangelegenheit und die Kommunikation seine Leidenschaft. Für den guten Zweck (und die Gesundheit) springt er gerne vom Steg in die Ostsee.

Fehmarn – Einer, der seiner Heimat, obwohl er viel in aller Welt unterwegs ist und seinen Hauptwohnsitz in Hamburg hat, immer treu geblieben ist, ist Mirko Kaminski. Der gebürtige Fehmaraner gehört zu den letzten Jahrgängen, die noch auf der Insel, im Inselkrankenhaus, zur Welt gekommen sind. Seine Kindheit und Jugend hat er hier verbracht und ist auch heute noch fast jedes Wochenende auf Fehmarn. In diesen Monaten arbeitet Kaminski oft auch unter der Woche aus dem „Insel-Office“ von Fehmarn aus. 

Wahlhamburger gründete 2001 seine eigene Kreativagentur im Bereich PR, Social Media, Content Marketing und Werbung

Noch während er aufs Inselgymnasium ging, begann er, für das Fehmarnsche Tageblatt und das Bauernblatt Schleswig-Holstein zu schreiben. Dabei hat er seine Leidenschaft für Kommunikation entdeckt, die ihn später über seine Mitarbeit als Reporter, Moderator, Nachrichtensprecher und schließlich sogar Morningshow-Produzent beim Radiosender R.SH – das alles neben Ausbildung und später Studium – dazu brachte, 2001 seine eigene Kreativagentur im Bereich PR, Social Media, Content Marketing und Werbung in Hamburg zu gründen. Daraus ist bis heute eine Gruppe aus sechs Agenturen an vier Standorten mit insgesamt 180 Mitarbeitern geworden, zu deren Kunden so namhafte Unternehmen wie Ebay, BMW, Lufthansa, Google, O2 und Carglass gehören. 

Fehmarn ist Kaminskis Ruhepol

Für den 49-Jährigen ist Fehmarn der Ruhepol in einem trubeligen Leben. „Mit dem Boot rauszufahren, zu angeln, am Strand spazieren zu gehen, zu baden und seine Ruhe zu haben – das liebe ich an Fehmarn“, sagt Kaminski, dem die Insel aber nicht nur für sich selbst so am Herzen liegt.

Mirko Kaminski: angezogen und im Trockenen.

Gern plaudert der Agenturchef aus dem Nähkästchen und erzählt von spannenden Geschichten, die er in der Anfangszeit seiner Kommunikationskarriere erlebt hat. Als freier Reporter sei er zum Beispiel mal einen Tag mit dem Seenot- rettungskreuzer John T. Essberger unterwegs gewesen, um eine große Reportage darüber zu machen. Oder er berichtete über Kinder aus der Ukraine, die zur Erholung am Südstrand gewesen seien. Nach seinem Bericht darüber hätten viele Leser geschrieben und Geld für die Kinder gespendet. „Da habe ich gemerkt, wie man Menschen erreichen, berühren und aktivieren kann“, so Kaminski und fährt fort: „Ich finde es großartig, wie man mit Ideen, mit Geschichten, mit dem Teilhabenlassen an Eindrücken Menschen einen Mehrwert schaffen und sie zu etwas motivieren kann.“

Da habe ich mir gern Dinge ausgedacht, die irgendwie etwas bewirken und auch etwas für die Insel tun.

Mirko Kaminski

Selbstverständlich war er als Jugendlicher auch in seiner Freizeit nicht untätig und gehörte neben der Freiwilligen Feuerwehr Puttgarden-Todendorf auch der Landjugend an, wo er später im Vorstand mitarbeitete. „Da habe ich mir gern Dinge ausgedacht, die irgendwie etwas bewirken und auch etwas für die Insel tun“, so Kaminski. Und so sei auch die Idee des alljährlichen Anbadens am Südstrand aufgekommen und entwickelt worden. „Die Ursprungsidee kommt von Dirk Frohberg und Dirk Frehers“, erinnert er sich. An einem Silvestertag hätten sie darüber gesprochen, dass man doch Anfang Januar mal anbaden könnte, und das hätten die beiden dann auch prompt am Südstrand getan. Für die Zukunft habe man die Ursprungsidee mit einem Begleitprogramm ergänzt. „In einem Jahr habe ich dafür den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Burg gewinnen können. Das war ein großer Spaß. Schnell kamen dann RTL, NDR und SAT.1, um über das Spektakel zu berichten“, geht Kaminski tief in die Geschichte des Anbadens zurück. 

Auch das alljährlich zu Ostern stattfindende Grabenspringen über die Kopendorfer Au sei vor rund 30 Jahren unter seiner Mitwirkung im Vorstand der Landjugend begründet worden. Und schon in jungen Jahren hat Mirko Kaminski Referenten nach Fehmarn geholt, die bestimmte Themen präsentierten. Einmal hat er sogar für ein Interview bei Ephraim Kishon angefragt, der jedoch angeblich keine freien Termine hatte. 

Für Interviews holt Kaminski immer wieder interessante Leute nach Fehmarn

Heute holt der Fehmaraner immer wieder interessante Leute auf die Insel und führt mit ihnen Video-Interviews, die über die Kanäle eines Fachmagazins verbreitet werden und hohe Reichweiten erzielen. So war im vergangenen Sommer zum Beispiel der Deutschland-Chef von Snapchat zu Gast. Auch die Hamburger Sprecherin von Fridays for Future, eine Unilever-Managerin und die Verlegerin des Magazins „Emotion“ sind schon eigens für ein Interview nach Fehmarn gekommen. 

Genauso gern aber interviewt er Unternehmer von Fehmarn. Vergangenes Jahr befragte er unter anderem Kim Barnasch von Radden‘s Eis zu seinem Erfolgsrezept. Kaminski ist es ein großes Anliegen, die Insel bekannter zu machen und etwas für ihr Image zu tun.

Als Agenturchef ist es dem zweifachen Vater wichtig, dass seine Agentur den Kunden nicht nur sagt, wie sie kommunizieren sollen, sondern auch selbst experimentiert und eine gute Kommunikation pflegt. „Und da habe ich als Gründer, Inhaber und Geschäftsführer der Agentur und der Agenturen-Gruppe mein eigenes Kommunikationskonzept über Social Media“, so Kaminski. Selbstverständlich kommuniziert er Dinge, die er tut – er ist viel international auf Messen und Festivals unterwegs – und teilt seine Eindrücke in Form von Videos, Reportagen und Interviews. Dazu gehört auch das, was in der Agenturbranche passiert. 

Mal mit Salto, mal mit Kopfsprung

Besonders wichtig sind ihm die Mitarbeiter-Wertschätzung und Fehmarn. „Für die Social-Media-Kommunikation braucht man immer auch einen visuellen Anker“, weiß der Fachmann und ergänzt: „Und das ist für mich der Steg da vorne.“  Damit meint er den Steg am Strand von Marienleuchte, von dem er im Sommer mal mit Salto, mal mit Kopfsprung in die Ostsee springt. Bisher habe er immer im Oktober Schluss mit dem Baden im Meer gemacht, lässt er wissen. Diesen Winter jedoch hätten ihn Branchen-Kollegen aus Warnemünde herausgefordert, die zunächst nur gebadet, dann aber angefangen hätten, Spenden für Obdachlose in Rostock zu sammeln und ihn in den sozialen Medien immer wieder zu markieren. „Da habe ich zum einen auch gleich gespendet und mir zum anderen gesagt: ‚Jetzt kann ich nicht aufhören.‘“   

Oder zur Musik von „Rocky“

 Es sei großartig, wenn man einfach weitermache mit dem Baden und es fühle sich richtig gut an, „besonders das wohlige Gefühl danach“, freut sich Mirko Kaminski über die Herausforderung der Kollegen. Vom gesundheitlichen Aspekt ganz zu schweigen. Ganz selbstverständlich ist es für ihn, dass er sich auch immer wieder etwas einfallen lässt, um das Baden sowohl für sich als auch für seine Social-Media-Community lustiger zu machen. So ist er beispielsweise an Silvester zwischen zwei sprühenden Vulkanen durch in die Ostsee gegangen, an Neujahr hat ihn ein Nachbar beim Baden mit Musik von „Rocky“, gespielt auf dem Saxofon, begleitet und vor einigen Tagen hat er mit gelber Luftmatratze bewaffnet den Sommerbeginn herbeizaubern wollen. 

„Es gibt sehr viel Resonanz auf diese Aktionen“, lacht der Fehmaraner und ergänzt, dass neben den Rückmeldungen in den sozialen Medien auch viele Vorstände, Geschäftsführer und Marketing-Entscheider auf Veranstaltungen auf ihn zukämen und sagten: „Sie sind doch der mit dem Holzsteg auf Fehmarn.“

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