Sportler des Jahres: Mathies Rüder, Nick Schmahl und die B-Jugend-Handballer des SVF

Eine Sportgala der ersten Male

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„Herr Stanke“ hat‘s nicht leicht: Manche Menschen hängen in den Seilen – der Hauptact der 24. Heiko-Witt-Sportgala hing im Teppich, den er gerne zum Ausklopfen auf der Reckstange ausgerollt hätte.

Fehmarn – Von Manuel Büchner Eine Heiko-Witt-Sportgala der Veränderungen und ersten Male konnten die rund 800 Zuschauer in der Burger Großsporthalle am Sonnabend bestaunen. Was wie immer war: Auch die 24. Auflage war kurzweilig und bot ein abwechslungsreiches Programm ganz im Zeichen des Sports auf Fehmarn.

Gleich zu Beginn zauberte ein Mann im grauen Kittel einigen Zuschauern Fragezeichen auf die Stirn, als er sichtlich ungeschickt mit einem Mikrofonständer kämpfte. Als der Ständer stand, kam der Neue nach vorn. Erstmals durch die Veranstaltung moderierte Friedrich „Fritz“ Rathjen, bekannt als Moderator der Fundsachenversteigerung der Stadt Fehmarn. Als Hospitant sei er ja schon im letzten Jahr an der Seite von Heinz Jürgen Fendt ins Metier eingeführt wurden, dennoch bescheinigte Rathjen dem FT einen Tag vorher eine „gesunde Aufregung“. Einen Tag später war klar: Der 56-jährige Verwaltungsbeamte der Stadt Fehmarn kann auch Gala.

Dass Rathjen mit Beginn der Gala ein Mikro am Kopf trug, nahm wiederum der Mann im Kittel missmutig zur Kenntnis. Aber wer war dieser Mikro-Beauftrage, der später auch Überraschungseier verteilte und beim Auf- und Abbau „unterstützte“? Einfach nur eine liebenswerte Rampensau im Rampenlicht? Weit gefehlt. Der vermeintlich neue Hausmeister der Großsporthalle war vielmehr Rainer Stanke alias „Herr Stanke“ – der Hauptact der diesjährigen Gala, der wenig später eigentlich nur einen Teppich aufhängen und dann ausklopfen wollte. Klingt einfach, war es aber nicht. „Herr Stanke“, Reckstange und Teppich wollten partout keine Symbiose eingehen. Dabei versuchte der Mann im Kittel wirklich alles, um den Teppich zu bändigen – sehr zum Amüsement der Zuschauer.

Ganz und gar kann er das Mikro wohl doch nicht zur Seite legen. Der siebenmalige Moderator der Gala, Heinz Jürgen Fendt, sprach als Erster Stadtrat das Grußwort der Stadt und lobte die Sportgala. „Sie zeigt die Strahlkraft des Sports und den Schulterschluss von Sport, Politik und Wirtschaft.“ Fehmarn sei eine Sportinsel, nicht nur aufgrund der außergewöhnlichen Leistungen derer, die heute nominiert seien, sondern „wegen der rund 3000 Sportler , die in 16 Vereinen aktiv sind“. Fehmarn werde sich „weiterhin intensiv mit dem Sportentwicklungskonzept beschäftigen“, so Fendt, der auch den Zuschauern dankte, die den geehrten Sportlern Jahr für Jahr eine würdige Kulisse bereiten würden.

Willi Weidenstraß erhält Ehrenpreis der Jury

„Wenn es jemand verdient hat, dann ist es Willi Weidenstraß“, so Moderator Rathjen und gab einen Einblick in die Verdienste des fußballverrückten Trainers. Zum ersten Mal in der Geschichte der Sportgala wurde der Geehrte von seiner Auszeichnung durch die Sportgala-Jury im Vorwege in Kenntnis gesetzt, da Weidenstraß nichts und niemand davon abbringen konnte, am Sonnabendnachmittag an der Seitenlinie zu stehen in Pönitz bei den Hallenkreismeisterschaften. Gerührt war der 80-Jährige, der seit 1964 Trainer ist, dennoch. „Das ist die beste und tollste Auszeichnung, die ich je bekommen habe.“ Das Publikum ließ er wissen: „Alles, was ich in den Sport gesteckt habe, habe ich zurückbekommen. Das ist meine Motivation.“

Ehre, wem Ehre gebührt – nämlich den erfolgreichsten Sportlern der Insel. Das Fundament der Gala, unterteilt in drei Kategorien und ausgewählt von einer Jury, bestehend aus Vertretern der hiesigen Sportvereine, und den Lesern des Fehmarnschen Tageblattes. Bei den Jugendsportlern wurde Bogenschützin Julia Skibba auf Rang drei gewählt. Vor ihr E-Darter Jesse Dorn, der sich nur dem Nachwuchsreiter Mathies Rüder geschlagen geben musste. Die Wahl zur besten Mannschaft der Insel war fest in der Hand des Handballs. Nur die Seniorenabteilung des Fehmarnschen Ringreitervereins wollte ein Wörtchen mitreden, musste sich aber der Handballsparte des SV Fehmarn (SVF) geschlagen geben: Es siegte die männliche B-Jugend vor den Vereinskolleginnen der weiblichen C-Jugend und den Herren-Handballern auf Platz drei.

Ein weiteres Novum gab es derweil in der dritten Kategorie: Bogenschützin Manuela Lesch und Vielseitigkeitsreiter Kai Rüder waren bei der Jury und den Lesern bei den Erwachsenensportlern punktgleich, sodass erstmals in der Geschichte der Sportgala zwei zweite Plätze vergeben wurden. Nick Schmahl, der bereits von 2016 bis 2018 dreimal Jugendsportler des Jahres wurde und im letzten Jahr daher pausieren musste, marschierte bei den Erwachsenensportlern gleich aufs oberste Treppchen.

Ein weiteres Fundament der Sportgala sind die Vereine, die mit ihren Sparten und Sportgruppen zeigen, dass es für fast jeden eine Sportart auf Fehmarn oder kurz hinter der Fehmarnsundbrücke gibt. So präsentierte die Leistungsturnsparte des SVF spektakuläre Bewegungen und Sprünge. Die Segeljugend des Burger Segler Vereinigung wurde von Moderator „Fritz“ im Schneidersitz ganz locker über ihren Sport befragt. Sensei John Brandtner stellte seine neue Senioren-Karate-Gruppe vor, und – ebenfalls beim SVF angesiedelt – Bianca Fähnrich-Standfuß zeigte mit ihrer Tanzsparte, was sie in drei unterschiedlichen Altersgruppen in kurzer Zeit bereits auf die Beine gestellt hat. Zu guter Letzt eine weitere Premiere: Erstmals traten dank des Schutz- und Gebrauchshundvereins Heiligenhafen Vierbeiner bei der Sportgala auf. Tier und Mensch zeigten ein aus Agility- und Hoopers-Elementen sowie aus Obedience und Dogdancing bestehendes Programm.

Gewinner gibt‘s bei der Sportgala natürlich auch in den Zuschauerreihen. Wer an der Abstimmung zum Sportler des Jahres teilnahm, war auch automatisch im Rennen um drei hochwertige Gutscheine. Einen 100-Euro-Einkaufsgutschein sahnte Ehrenbürgervorsteher Uwe Hardt aus Burg ab. Platz zwei ging nach Gelsenkirchen: Miriam Kuhlmann kann sich über einen 200-Euro-Restaurantgutschein freuen. Am meisten Glück hatte Michaela Thiele aus Löhrstorf in Neukirchen. Sie nahm einen Reisegutschein über 300 Euro mit nach Hause.

Die 24. Heiko-Witt-Sportgala in Bildern

Die 24. Heiko-Witt-Sportgala in Bildern

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