Bauern-Bezirksversammlung: Basisbewegung und Verband in Eintracht

Mit einer Stimme

Informieren und Mut machen: Kreisbauernvorsitzender Lutz Schlünzen (v.l.), Fehmarns Bezirksvorsitzender Gunnar Müller, Fachreferentin Lisa Hansen-Flüh und Holger Schädlich, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes.
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Informieren und Mut machen: Kreisbauernvorsitzender Lutz Schlünzen (v.l.), Fehmarns Bezirksvorsitzender Gunnar Müller, Fachreferentin Lisa Hansen-Flüh und Holger Schädlich, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes.

Fehmarn –Von Manuel Büchner– Volles Haus im Gasthof Meetz in Bannesdorf bei der Bezirksversammlung Fehmarn des Kreisbauernverbandes Ostholstein-Lübeck. Für den Bezirksvorsitzenden auf Fehmarn, Gunnar Müller, ein Zeichen der Wertschätzung. So habe man in den letzten Monaten den Eindruck gehabt, dass der Bauernverband nicht mehr gebraucht werde, stichelte Müller. Gemeint war damit natürlich die Basisbewegung Land schafft Verbindung (LsV), die in den letzten Monaten bundesweit mit öffentlichkeitswirksamen Protestkundgebungen auf sich aufmerksam machte.

„Da fährt man zweimal nach Berlin und sitzt plötzlich am Tisch der Kanzlerin“, stellte Müller am Ende der Versammlung zugleich scharfzüngig und nachdenklich fest, nicht ohne daraus einen entscheidenden Schluss zu ziehen: „Wir müssen uns wieder mehr in den politischen Gremien zeigen.“ Am Ende löste sich die Kontroverse zwischen LsV und dem Kreisbauernverband zumindest auf Fehmarn in Wohlgefallen auf. Bekundungen der Zusammenarbeit und des Zusammenhalts waren deutlich zu vernehmen.

Zum Auftakt gab der Bezirksvorsitzende auf der Insel zunächst die Marschrichtung vor: Halbwissen energisch mit Fakten gegenübertreten und sich zugleich der Gesellschaft und den Herausforderungen in der Landwirtschaft stellen sowie die eigenen Hausaufgaben machen, so Müller sinngemäß. „Wir müssen weiter aufklären, dürfen uns aber zugleich nicht diffamieren lassen“, sagte Müller.

Passend dazu berichtete Holger Schädlich, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, dass der Deutsche Bauernverband zwei Musterklagen eingereicht hat, um Hassreden gegen Bauern in sozialen Netzwerken Einhalt zu gebieten. Auch Schädlich appellierte an den Saal, wissenschaftliche Erkenntnisse, auch wenn sie die Landwirte in die Verantwortung nehmen, zu akzeptieren.

Und dass dem so ist, zeigte die Fachreferentin vom Landesbauernverband, Lisa Hansen-Flüh, die über die neue Düngeverordnung informierte und eher am Rande erklärte, dass etwa 90 Prozent des Stickstoff- und knappe 70 Prozent des Phosphoreintrags in die Oberflächengewässer aus der Landwirtschaft kämen. „Man muss vorsichtig sein, wenn man im Glashaus sitzt und mit Steinen schmeißt“, so Hansen-Flüh.

Steine will LsV nicht werfen. Torben Liesenberg aus Katharinenhof, der im LsV-Orga-Team ist, meldete sich zu Wort. So werde man nicht mehr zu Blockaden aufrufen, vielmehr umfänglich aufklären und um Verständnis in der Bevölkerung werben. Der 27-Jährige mit ausgestreckter Hand in Richtung Bauernverband: „Wir müssen zusammenarbeiten, dann erreichen wir viel mehr.“ Der Kreisbauernvorsitzende Lutz Schlünzen nahm dankend an, plädierte ebenfalls dafür, mit einer Stimme zu sprechen. „Wir dürfen uns nicht aus-ei-n-an-der-di-vi-die-ren lassen.“ Anerkennung für die Protestler gab‘s von Schlünzen zudem: „LsV hat zustande gebracht, wovor der Bauernverband sich geziert hat – nämlich auf die Straße zu gehen.“

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