Schweinswahl Grömitz Ostholstein
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Am Freitag verendete ein Schweinswal vor Grömitz.

Polizei sucht Zeugen

Eingekesselt und gefangen: Schweinswal verendet vor Grömitz

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Am Freitag wurde ein Schweinswal vor Grömitz von zahlreichen Schaulustigen bedrängt, woraufhin das Tier verstarb. Es könnte Krankheiten übertragen haben, die Polizei sucht Zeugen und ermittelt.

  • Schweinwal wird von mehreren Menschen bedrängt und stirbt.
  • Wasserschutzpolizei Fehmarn und Lübecker Staatsanwaltschaft leiten Ermittlungsverfahren ein.
  • Polizei sucht Zeugen.

Am Freitag (9. Juli) wurde Seehundjäger Eckhard Kasten zur Mittagszeit darüber informiert, dass mehrere Erwachsene einen kleinen, männlichen Schweinswal im Badegebiet von Grömitz eingekesselt und gefangen hatten, um ihn an der Wasseroberfläche zu halten. „Es sollen über 20 Kinder ins Wasser gerufen worden sein, die dann den Schweinswal festgehalten, umarmt und gestreichelt haben“, heißt es von der Polizeipressestelle in Lübeck.

Zunächst agil, dann wurde das Tier schwächer

Nach Zeugenaussagen sei das Tier zunächst noch agil gewesen, dann aber schwächer geworden. „Schlussendlich ist es im Badegebiet verendet“, so Polizeipressesprecher Stefan Muhtz.

Von der Ärztin konnte nicht ausgeschlossen werden, dass der Wal aufgrund des intensiven Kontaktes mit den Menschen verendet ist.

Polizeipressesprecher Stefan Muhtz

Der zu den streng geschützten und stark gefährdeten Tierarten zählende Schweinswal wurde geborgen und an den Seehundjäger übergeben. Dieser veranlasste einen sofortigen Transport zum Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) nach Büsum. Bei der Erstsektion wurde festgestellt, dass der Wal Herz- und Lungenwürmer hatte. „Von der Ärztin konnte nicht ausgeschlossen werden, dass der Wal aufgrund des intensiven Kontaktes mit den Menschen verendet ist“, so Muhtz.

Aufgrund dieser Erkenntnisse ist seitens der Wasserschutzpolizeistation Fehmarn und der Lübecker Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts einer Straftat nach § 71 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) eingeleitet worden.

Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahre möglich

Diese Vorschrift stellt es unter anderem unter Strafe, wenn wildlebenden Tieren, die streng geschützt sind, nachgestellt wird, sie gefangen, verletzt oder getötet werden. Vorsätzliches Handeln wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe geahndet, Fahrlässigkeit mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe.

Tier könnte Bakterien und Parasiten übertragen haben

Die Polizei warnt zudem: Das Tier könne Bakterien und Parasiten weitergeben. „Es ist eine sogenannte Zoonose nicht auszuschließen. Dabei handelt es sich um Infektionskrankheiten, die von Viren, Bakterien, Pilzen, Protozoen und anderen Parasiten verursacht und wechselseitig zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können“, so Muhtz.

Die Ermittler suchen nach Zeugen des Vorfalles. Diese mögen sich unter 04371 5030860 melden oder eine E-Mail an fehmarn.wspst@polizei.landsh.de senden.

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