Verkehrsminister und Landrat geben 1,3 Kilometer frei / Zweiter Bauabschnitt startet im September

K43 für einige Wochen wieder frei

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Sechs Scheren, sieben Hände: Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz griff sich die Hand von Anwohnerin Elli Bitzer-Seidel, um neben der Männerriege mit Peter Stamer (AMW Eutin), Bürgermeister Jörg Weber, Landrat Reinhard Sager und Jens Sommerburg vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (v.l.n.r.) gemeinsam das Band zu durchschneiden.

FEHMARN -hö- Für Fehmarn ist die gestrige Freigabe des ersten Teilabschnitts der sanierungsbedürftigen Kreisstraße 43 ein Segen, für den neuen Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz (FDP) war es nach den vor einigen Tagen bekannt gewordenen neuerlichen Verzögerungen beim Weiterbau der A20 endlich ein positiv belegter Termin, zu dem sogar ein NDR-Team auf die Insel geeilt war. Zur Erinnerung: Es handelt sich um 1,3 Kilometer neue Straße, für die 1,6 Millionen Euro verbaut worden sind.

Freie Fahrt also für die nächsten eineinhalb Monate, denn ab September wird weitergebaut. Dann startet der zweite Bauabschnitt vom Feldpotthaus in Richtung Burg. „Wir sind froh, dass wenigstens vorübergehend wieder freier Verkehr ist, denn das ist die Hauptschlagader nach Burg und Burgtiefe“, machte Bürgermeister Jörg Weber (SPD) deutlich. „In den letzten Tagen hat es in Burg den verkehrlichen Kollaps gegeben“, so Weber, der nun froh ist, dass mit dem Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen und dem erwarteten Gästeaufkommen die K43 wieder freigegeben ist.

Dank des Landrats an Grundstückseigentümer

„Viele Jahre haben sie auf diesen Straßenausbau gewartet und ich freue mich, dass wir dieses erste Teilstück heute seiner Bestimmung übergeben können“, so Landrat Reinhard Sager (CDU). Die zweiwöchige Verzögerung der Freigabe sei einem erforderlich gewesenen großflächigen Bodenaustausch sowie der Beseitigung des Wurzelwerks der 2009 gefällten Pappelallee geschuldet gewesen. Einen großen Dank richtete Sager an die Grundstückseigentümer. „Ohne sie wäre es nicht möglich gewesen, die Sache in Angriff zu nehmen.“

Die Fahrbahn ist von ehemals 5,20 auf 6,50 Meter Breite ausgebaut worden. Mit diesem Standard soll es auch im zweiten Bauabschnitt weitergehen. Parallel wird zudem damit begonnen, auf der Westseite der K43 einen Radweg sowie eine Baumbepflanzung anzulegen. Den in drei Bauabschnitten eingeteilten Gesamtausbau der K43 auf einer Länge von 5,25 Kilometern will der Kreis als Baulastträger bis 2019 abgeschlossen haben.

„Es ist etwas Besonderes, deshalb bin ich hier“, wies der Minister auf die infrastrukturelle Bedeutung der K43 für Fehmarn hin. Ihre Fertigstellung als Entlastungsstraße sei wichtig, um die Belastung für die Bürger und Touristen so gering wie möglich zu halten, wenn der Ausbau der B207 in Angriff genommen werde. Insgesamt, so Buchholz, fördere das Land die Maßnahme mit knapp fünf Millionen Euro.

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Lübeck rechnet für die folgenden beiden Bauabschnitte mit einer leichten Erhöhung der bislang erwarteten Gesamtkosten von rund acht Millionen Euro. Ursächlich hierfür seien Veränderungen bei der Entwässerung und der erforderlichen Tiefensanierung des Untergrundes.

Als es darum ging, Aufstellung zu nehmen und das über die Fahrbahn gespannte Ostholstein-Band zu durchtrennen und den symbolischen Akt der Straßenfreigabe zu vollziehen, bewiesen Landrat und Minister Bürgernähe, als sie die wohl am stärksten von der Baumaßnahme betroffenen Blieschendorfer Bürger baten, am Durchtrennen des Bandes teilzunehmen. Die Ehepaare Bitzer und Rickert nahmen das Angebot dankend an, wobei Hans-Peter Rickert im Anschluss auch deutliche Worte fand.

Für ihn sei es unverständlich, dass der Ausbau von fünf Kilometer Straße drei Jahre dauere. Er erinnerte an den Bau der Fehmarnsundbrücke, die in vier Jahren gestanden habe. Zudem forderte er die Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 km/h im Bereich Blie-schendorf auf 50 km/h zu reduzieren.

Zu letzterem Punkt sicherte der Landrat eine Prüfung durch die Straßenverkehrsbehörde zu, zum Dauer der Bauarbeiten sagte er: „Wir können nur da bauen, wo uns das Land gehört.“ Insgesamt müsse man aber auch zu einem strafferen Planungsrecht kommen, entgegnete Sager.

„Fehmaraner sind direkt, das finde ich gut“

„Fehmaraner sind direkt, das finde ich gut“, bedankte sich auch der Minister für die klaren Worte Rickerts. In der Tat seien die langen Planungs- und Bauzeiten schwer vermittelbar, gestand Buchholz, der aber auch auf das schwerfällige Planungsrecht verwies. Trotzdem sicherte er zu: „In der Umsetzung wollen wir schneller werden.“ Für die K43 trifft das wohl noch nicht zu.

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