ZDF-Länderspiegel drehte mit Sonderakkreditierung drei Tage auf Fehmarn

Die einsame Schöne

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Kurz vor dem Abflug in Neujellingsdorf: ZDF-Redakteurin Sohad Khaldi und Kameramann David Kahl.

Fehmarn –nic– Im Radio hätte „Bitter sweet symphony“ laufen können. Wunderschön und tragisch zugleich. Fehmarn, du traumhafte Urlaubsinsel. So paradiesisch und so verlassen.

Der Strand so weit. Keine Menschenseele. Die Sonne, die ohne Wolkenvorhang vom blauen Himmel lacht, aber keiner der hier sein darf, um die Insel von ihrer schönsten Seite zu genießen.

Sie durften. Sohad Khaldi, ZDF-Redakteurin und ihre Kollegen David Kahl (Kameramann) und Majid Yousefi (Toningenieur) hatten eine Sonderakkreditierung aus Kiel in der Tasche und durften mit dem Papier der Landesregierung die Kontrollstelle auf der E47 in Richtung Fehmarn passieren, um für den Länderspiegel zu drehen.

Das moderierte Wochenmagazin wird sich in seiner nächsten Ausgabe am Sonnabend (25. April) ab 17.05 Uhr in einem rund viereinhalb minütigen Beitrag der Insel Fehmarn widmen. „Ohne Totengräberstimmung, nicht Angst machend“, wie Sohad Khaldi betont, sondern die Insel zeigend, wie sie sich von ihrer schönsten Seite präsentiert – auch wenn die momentan außer den Insulanern keiner zu Gesicht bekommt.

Als „Privileg und Luxus“ beschreiben Sohad Khaldi und Team den Umstand, auf Fehmarn zu dieser Zeit, wo niemand darf, drehen zu können. Aber die Gesundheit ging ganz klar vor. Auch beim Filmteam, das die Insel zu ihrer einsamsten Zeit besuchte. Die Anreise erfolgte mit zwei Fahrzeugen (Abstand halten), der Inselrundflug mit Skerras Himmelstürmern von Fehmarn Air mit Mundschutz.

Das ZDF-Länderspiegel-Team drehte am Mittwochvormittag in der Burger Innenstadt und kam dabei mit Einwohnern ins Gespräch.

Seit Montag auf der Insel gab‘s ein buntes Programm: Mit Kitern unterwegs am Grünen Brink, ein Abstecher zu einer Surfschule, reingeschaut beim Kaufhaus Stolz, die „Beltbude“ und die Burger Innenstadt standen auch noch auf der Liste.

Die Insulaner: Ob aller Widrigkeiten relativ entspannt, kam es Sohad Khaldi vor, die es selten, was die Dreh-Organisation anbelangt, so unproblematisch vorgefunden hatte: Kein Gesprächspartner, der abgesagt habe, „alle hatten Zeit, alle haben sich gefreut“.

„Das war für uns eine tolle Erfahrung, dass wir unter diesen Bedingungen drehen durften“, spornt Sohad Khaldi die Fehmaraner zum Durchhalten an und hofft darauf, dass im Sommer wieder Urlauber auf die Insel kommen können.

Deshalb wolle der Länderspiegel einen kleinen Vorgeschmack liefern und zeigen, wie schön Fehmarn ist. „Wenn wir es schaffen, die Schönheit der Insel in unseren Bildern zu transportieren, dann haben wir alles richtig gemacht“, so die ZDF-Redakteurin.

Cutter im Homeoffice

Ganz komplett war das Team diesmal nicht. Cutter Manuel Breindl arbeitet derzeit aus dem Homeoffice. So wird der Beitrag für Sonnabend auch über Videokonferenz zusammengeschnitten.

Aber mit Widrigkeiten, ob mit oder ohne Corona, kennt sich die Redakteurin aus. Sie wohne in einer Altbau-Wohnung. Und die sei so hellhörig und geräuschanfällig, dass sie in ihren Kleiderschrank steigen müsse, um den Redebeitrag einzusprechen. So wird es auch für den Fehmarn-Film sein. Unterlegt mit der Stimme aus dem Schrank.

Fehmarn kam gut an beim Filmteam. „Es ist etwas anderes, auf einer Insel zu drehen, als auf der Intensivstation oder einen Transport nach Frankreich zu begleiten“, sei das noch die angenehmere Seite von Covid-19, findet der Kameramann.

Reinschauen lohnt sich. Es werden Bilder von Fehmarn mit Seltenheitswert zu sehen sein, wie es sie vielleicht in einigen Wochen oder Monaten nicht mehr zu sehen geben wird.

Und eine Überraschung könnte der Beitrag von Fehmarn auch noch beinhalten. Es hat etwas mit einem spontanen Besuch bei Dreharbeiten am Grünen Brink zu tun, vielmehr mit den Video-Filmen, die Fehmarns Tanzlehrerin Bianca Fähnrich-Standfuß produziert. Und plötzlich war das ganze Kamerateam in Bewegung ... Aber schauen Sie selbst.

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