Jahresbericht der Jugendpflege zeigt umfängliche Arbeit auf Fehmarn / Michael Likus geht in sein 20. Jahr

Im Einsatz für den Inselnachwuchs

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Zeigt viel Engagement und hat viel Verantwortung: Stadtjugendpfleger Michael Likus.

FEHMARN -mb- Michael Likus ist seit dem 1. April 1999 Stadtjugendpfleger auf Fehmarn und geht somit in wenigen Wochen in sein 20. Jahr. Beruf oder Berufung – eine Trennlinie ist bei ihm augenscheinlich nur schwer zu ziehen, denn mit Leidenschaft geht der Diplom-Pädagoge mit Schwerpunkt Soziologie der verantwortungsvollen Aufgabe, sich um die Heranwachsenden der Insel zu kümmern, nach. Einen Einblick in die umfängliche und vielfältige Arbeit erhielt die Öffentlichkeit im jüngsten Ausschuss für Kultur, Schule, Sport und Soziales, als Likus den Jahresbericht der Jugendpflege vorstellte.

So wollte Marco Eberle (Grüne) genauer wissen, was es denn mit informellen Treffpunkten auf sich habe, die im Jahresbericht der Jugendpflege genannt werden. „Mitunter gehe ich beispielsweise gelegentlich abends an der Inselschule vorbei, da wir wissen, dass dort Schüler ‚abhängen‘, um sie gruppenweise ins Jugendcafé zu führen. Da sehe ich mich auch in der Pflicht.“ Meist würde dies auch gelingen, nur leider nicht immer so langfristig, wie man sich das vielleicht wünschen würde. Mittlerweile sei es dort vor Ort etwas ruhiger, aber Ende des letzten Jahres seien Verschmutzung und Vandalismus nicht unerheblich gewesen.

Das Jugendcafé nimmt in der Jugendpflege auf Fehmarn eine zentrale Rolle ein. Rund 25 bis 40 Personen suchen das Café in der Mühlenstraße pro Tag auf, dabei sind die Besucher zwischen neun und 20 Jahre alt, schreibt Likus in seinem Bericht und will mit einem Vorurteil aufräumen.

Viele Menschen würden mit Jugendeinrichtungen Probleme und Auffälligkeiten verbinden und sicherlich gebe es diese Besucher, aber sie würden keinesfalls die Mehrheit stellen oder einen negativen Einfluss auf die Atmosphäre des Cafés haben. Dennoch sei der offene Bereich auch dazu da, Probleme zu besprechen. „Manchmal sind die auch im lockeren Gespräch beim Billard oder Kickern zu lösen“, erklärte Likus im FT-Gespräch. Alles darüber hinaus könne auch über Einzeltermine stattfinden.

Marianne Unger (SPD) fragte nach einer vermeintlichen Konzentration der Jugendarbeit in Burg. „Früher hatten wir Außenstellen, sind die aufgelöst?“ In Burg habe man mit dem Jugendcafé wirklich etwas zu bieten, antwortete Likus. „Landkirchen benutze ich zum Teil als Gruppenraum. Zudem hoffe ich immer noch, dass wir unsere kleine Musikwerkstatt, die wir vor vier Jahren hatten, wiederbeleben können“, was maßgeblich mit Ehrenamtlern zusammenhängen würde, die sich da einbringen, so Likus mit einem Appell: „Musiker, die Lust haben, unsere Equipment zu nutzen und mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, können sich gerne bei mir melden.“ Musikpädagogische Angebote würden erfahrungsgemäß gut angenommen, erklärte Likus und machte im FT-Gespräch nachträglich deutlich: „Es gibt Anfragen von Kindern und Eltern, jedoch bin ich nicht in der Lage, Unterricht zu organisieren.“

Unger setzte im Ausschuss nach: „Wie sieht es mit Übungsleiterpauschalen aus, um Interessierte zu gewinnen?“ Er habe auch einen Etat, so der Jugendpfleger, um eine Aufwandsentschädigung zu zahlen. Leider habe die Finanzverwaltung des Kreises dies als geringfügiges Beschäftigungsverhältnis deklariert, was zu erheblichen Mehrkosten geführt habe. „Damit sind die Möglichkeiten reduziert, gleichwohl findet es statt, durch Erzieher, die uns unterstützen.“

Diese hätten auch alle eine Juleica-Ausbildung absolviert, ein bundesweit anerkanntes Zertifikat für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit. „Das machen wir seit über zehn Jahren ursprünglich in Zusammenarbeit mit Heiligenhafen und Oldenburg – mittlerweile sind zudem Grömitz und Neustadt dabei.“ Auch in diesem Jahr sei geplant, einen Gruppenleiterlehrgang durchzuführen, betonte der Diplom-Pädagoge.

Die absolut überwiegende Zeit arbeitet Likus direkt mit den Menschen, hilft auch bei Bewerbungen oder SGB-II-Anträgen, geht mit Jugendlichen die Suchtprobleme haben, zur ATS-Beratungsstelle oder unterstützt bei Schuldenproblemen. Aber auch organisatorische Aufgaben sind Teil seiner Arbeit. „Einkäufe, die Planung von Veranstaltungen oder die frühzeitige Aufstellung des Programms für den Ferienpass nehmen ebenfalls Zeit in Anspruch. „Ich versuche diesen Teil der Arbeit jedoch so gering wie möglich zu halten“, so der Stadtjugendpfleger.

Wer mit Michael Likus Kontakt aufnehmen möchte, kann dies unter 0437187262 tun. Die Sprechzeiten für die Hilfe in Einzelfällen findet wochentags von 13 bis 15 Uhr statt. Das Jugendcafé in der Mühlenstraße ist Montag bis Freitag ab 15 Uhr offen – montags bis 18 Uhr, dienstags bis donnerstags bis 20 Uhr und freitags bis 22 Uhr. Jedes Kind, jeder Jugendlicher oder junge Erwachsene ist eingeladen vorbeizuschauen.

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