Managementstelle beim Kreis um zwei Jahre verlängert / Mit gutem Beispiel vorangehen

Im Einsatz für den Klimaschutz

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Vorkämpferinnen für den Klimaschutz: Klimaschutzmanagerin Lisa Christine Vidal (l.) und die zuständige Fachdienstleiterin Sibylle Kiemstedt vor einem Poster der neuen Ausstellung „Klimaschutz im Alltag“, die ab diesem Monat durch den Kreis wandert.

Eutin/Fehmarn – Von Manuel Büchner  2019 ist der Klimaschutz in Deutschland in die Mitte der gesellschaftlichen Debatte gerückt. Das wird sich wohl 2020 nicht ändern. Was die jungen Klimaaktivisten von Fridays for Future losgetreten haben, wird vermutlich noch stärker nicht nur freitags thematisiert. Vor Ort haben die „Fridays“ auch auf Fehmarn für ordentlich Furore gesorgt – auf der Straße, aber auch in der Politik, die unter anderem den Klimanotstand ausgerufen hat, verbunden mit der CO2-Neutralität Fehmarns bis 2030.

Ob Aktionen wie Stadtradeln, ein ÖPNV-Flyer für Touristen mit attraktiven Angeboten, die Erarbeitung einer Klimabilanz oder ganz neu: die Mitentwicklung einer Wanderausstellung zum Klimaschutz. Die Vorkämpfer fürs Klima auf Kreisebene sind Klimaschutzmanagerin Lisa Christine Vidal und ihre Chefin Sibylle Kiemstedt, die seit Dezember Leiterin des zuständigen Fachdienstes Regionale Planung ist. Vidal ist 31 Jahre alt, hat Jura mit Schwerpunkt Umweltrecht studiert und anschließend noch Küsten- und Meeresmanagement. Sie vertritt seit Mitte September Anja Schäffler, die in Elternzeit ist. Schäffler ist ab Herbst wieder mit an Bord – dann werden beide in Teilzeit arbeiten.

Klimaschutzmanagement in geteilter Hand

Nickende Gesichter bei Vidal und Kiemstedt, wenn die Namen Beate Burow vom Umweltrat und Lars Laußat aus dem Bauamt der Stadt Fehmarn fallen. Beide teilen sich auf der Insel das Klimaschutzmanagement sozusagen auf. Eine eigene Stelle wird es auf Fehmarn auf absehbare Zeit nicht geben. Dies sei auch keineswegs selbstverständlich. Das zeigen die gewählten Worte Kiemstedts. „Seit 2017 besteht die komfortable Situation, dass wir ein Klimaschutzmanagement haben.“

Die dreijährige Förderung durch Mittel des Bundesumweltministeriums mit einer 91-prozentigen Quote lief Ende des Jahres aus. Der Kreis beantragte daher ein zweijähriges Anschlussvorhaben – immerhin noch mit einer Förderquote von 40 Prozent. Die Zusage für die Verlängerung kam erst in der zweiten Dezemberwoche. „Das war sehr knapp, aber wir waren zuversichtlich“, lächelt Vidal.

Nach drei Jahren galt es auch, im Rahmen eines Abschlussberichtes die CO2-Bilanz des Kreises zu aktualisieren. Und es scheint sich was zu tun: Zwischen 2013 und 2018 ein Rückgang um knapp 14 Prozent, eine Einsparung von 247000 Tonnen CO2. Natürlich beruhe das auf groben Schätzwerten, aber die Berechnungsverfahren würden von Jahr zu Jahr genauer werden, und es gehe in die richtige Richtung, so Vidal.

Genauer wird es hingegen bei den eigenen Liegenschaften des Kreises samt der Beruflichen Schulen: minus 16,9 Prozent beim primären Energieeinsatz. Im Vergleich zu 1990 sind das Einsparungen an CO2-Emissionen von 53 Prozent. „Da kommt deutlich zum Ausdruck, wie viel der Kreis beispielsweise für Dämmung, neue Heizungen, Fenster und die Umstellung auf Ökostrom investiert hat“, so Kiemstedt. Möglichst viel einsparen ist das Motto, konkrete Ziele habe man nicht, aber man wolle Vorbild sein, sagt Vidal. „Das ist politisch so gewollt“, ergänzt ihre Chefin, und auch innerhalb der Kreisverwaltung stünden die Fachbereichsleiter und der Landrat hinter den Bemühungen des Klimaschutzmanagements. „Klimaschutz ist eine klassische Querschnittsaufgabe“, betont Lisa Christine Vidal und Sibylle Kiemstedt nennt beispielhaft den Fachbereich, der für den Ausbau der Radwege an Kreisstraßen zuständig ist. „Wir sind in einem guten Austausch, sind initiativ tätig und beraten auch“, bewertet die Fachdienstleiterin.

In diesem Jahr wolle man bei der Aufstellung des neuen Regionalnahverkehrsplanes mitwirken, so Vidal. Unter anderem ist auch eine Befragung der Verwaltungsmitarbeiter geplant, wie das ÖPNV-Angebot verbessert werden kann. Auch die Stellplatzsituation für Fahrräder soll auf die Agenda kommen.

„Die Dinge brauchen Zeit“

Dass Klimaschutz auch für Vorbilder kein Sprint, sondern eher ein Marathon ist, zeigt die Dienstwagenflotte der Kreisverwaltung exemplarisch: Von zwölf Fahrzeugen werden zwei elektrisch angetrieben. „Wir wollen nach und nach auf E-Mobilität umstellen.“ Keineswegs ein Selbstläufer, zumal Fördermittelmöglichkeiten weggebrochen seien, so Vidal. „Die Dinge brauchen Zeit“, meint Kiemstedt. Zum Vergleich: 166 E-Autos waren im Januar 2019 beim Kraftfahrtbundesamt in Ostholstein gemeldet. Insgesamt sind im Kreis über 124000 Pkw zugelassen.

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