Zweite Rettungswache macht Fortschritte / Richtfest am Freitag / Ziel: Fertigstellung Ende des Jahres

Das Ende der Durststrecke

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Die zweite Rettungswache in Petersdorf kommt gut voran. Am Freitag wird der Richtkranz gehisst, Ende des Jahres soll der Bau fertiggestellt sein. Dann hätte ein jahrelanges, beengtes Provisorium endlich ein Ende.

Fehmarn – Von Nicole Rochell Das letzte Kapitel einer langen Geschichte. Die Fertigstellung des Baus der zweiten Rettungswache am Standort des ehemaligen Sparkassengebäudes in Petersdorf lässt nicht mehr lange auf sich warten.

Als sichtbares Zeichen des Baufortschritts wird am Freitag der Richtkranz gehisst. Ende des Jahres soll die Rettungswache fertiggestellt sein, hat Elke Sönnichsen, Geschäftsführerin des ASB Ostholstein, ganz oben auf ihrer Wunschliste stehen. Dann wird ein jahrelanges, beengtes Provisorium im Rettungsdienst auf Fehmarn endlich der Vergangenheit angehören.

1992 wurde die Rettungswache in Burg in der Bürgermeister-Lafrenz-Straße in Betrieb genommen. Gleich gegenüber des einstigen Krankenhauses, das bekanntlich im April 2008 wegen akuter Einsturzgefahr geschlossen werden musste.

Zum Zeitpunkt der Grundsteinlegung der neuen Inselklinik im September 2011, spätestens jedoch mit Eröffnung des Hauses im April 2012, waren zunächst noch viele am Rettungsdienst Beteiligte davon ausgegangen, dass die zweite Rettungswache an den neuen Klinikstandort nahe der E47 kommen werde. Schließlich hatte die Stadt der Sana-Klinik für rund 1,3 Millionen Euro ein entsprechendes Grundstück, das ausreichend Platz für eine Rettungswache bieten sollte, im Mummendorfer Weg bereitgestellt.

Aus der Wache wurde nichts. Stattdessen folgten langwierige Verhandlungen mit den Krankenkassen als Kostenträger für den Rettungsdienst. Schließlich hatte der Kreis als Träger des Rettungsdienstes in Ostholstein ein Gutachten in Auftrag geben lassen. Gutachter Dr. Emil Betzler vom Beratungsunternehmen Forplan sollte einen Standort ermitteln, der vor allem den Inselwesten rettungsdienstlich absichert, und das in der einzuhaltenden Hilfefrist von zwölf Minuten.

Für den zweiten Rettungswagen, der auf Fehmarn nach Schließung des ehemaligen Inselkrankenhauses stationiert wurde, müsse ein anderer Standort als Burg gefunden werden, sah das Gutachten vor. Denn abgesehen davon, dass die Rettungswache in der Burger Kaestnerstraße nur für eine dreiköpfige Besetzung und zwei Fahrzeuge ausgelegt ist und mit dem zweiten dort stationierten Rettungswagen bis zu sieben Kräfte mitsamt Notarzt dort untergebracht sind, während ein Fahrzeug draußen steht, muss sich der Rettungswagen für den Inselwesten vor allem im Sommer zunächst durch den oft dichten Verkehr in Burg quälen.

Bei einigen potenziellen Kandidaten hatte der ASB kein Glück. Ein Grundstück in optimaler Lage auf einer Wiese zwischen Lemkendorf und Lemkenhafen hat sich zerschlagen, und auch aus dem unbebauten Grundstück neben dem Petersdorfer Feuerwehrhaus ist seinerzeit nichts geworden. Konkreter waren die Pläne bereits für das Grundstück vor dem Pe- tersdorfer Aldi-Markt – Sönke Utke hatte 2014 bereits einen Entwurf erstellt –, aber auch hier gab es schließlich keine Einigung.

Dann die Chance. Als die Sparkasse sich aus dem Bojendorfer Weg in Petersdorf zurückziehen wollte, schlug Udo Glauflügel zu. Er hatte das zuvor für den ASB unter Vertrag genommene Grundstück Ende 2016 erworben.

Und endlich: Im Mai dieses Jahres wurde mit dem Bau der zweiten Rettungswache begonnen. Vorderer Bau und hinterer Anbau stehen, in dieser Woche wird das Dach gedeckt, dann folgt der Innenausbau. Die neue Rettungswache ist für ein Fahrzeug und zwei Mitarbeiter in 24-Stunden-Bereitschaft konzipiert. Es wird eine Fahrzeughalle, einen Aufenthaltsraum sowie Material- und Desinfektionsraum geben, Umkleidekabinen, Raum für persönliche Schutzausrüstung, zwei Schlafräume, ein Büro, Damen- und Herren-WC nebst Dusche. So, wie es die Richtlinien für eine Rettungswache vorsehen, freut sich Elke Sönnichsen, dass es jetzt nicht mehr lange dauert.

Ein ASB-Traum auf rund 200 Quadratmetern. „Steht die zweite Rettungswache, ist das positiv für alle. Für die Bevölkerung, was den abgedeckten Rettungsdienst anbelangt, und für die Mitarbeiter, die dann unter besseren Bedingungen arbeiten können“, so die Geschäftsführerin des ASB-Regionalverbandes Ostholstein.

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