Stahlblauer Himmel und erfrischend blaues Meer im Fehmarnbelt – Postkartenidylle. Doch die potenzielle Bedrohung durch ein Atommüllendlager auf Lolland schlummert bereits in den Schreibtischen dänischer Ministerien.
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Stahlblauer Himmel und erfrischend blaues Meer im Fehmarnbelt – Postkartenidylle. Doch die potenzielle Bedrohung durch ein Atommüllendlager auf Lolland schlummert bereits in den Schreibtischen dänischer Ministerien.

Endlagersuche in Dänemark: Rødbyhavn ein möglicher Standort – Heute Abgabefrist für Einwendungen

Atommüll: Last-minute-Petition

Fehmarn -hö- Fehmarnbelttunnel, temporäres Gewerbegebiet, neue Fehmarnsundquerung und jetzt, in Sichtweite der Insel Fehmarn, auch noch die Atommüllendlagersuche bei Rødbyhavn auf Lolland. Bis heute (23. Januar) hat die deutsche Öffentlichkeit Gelegenheit, hierfür im Rahmen der dänischen Umweltverträglichkeitsprüfung (SUP-Verfahren) Einwendungen abzugeben. Gestern Mittag ist noch eine Onlinepetition freigeschaltet worden. „Jede Unterschrift zählt“, sagt Initiator Jörg Weber (SPD), Erster Stadtrat und einer von fünf Bürgermeisterkandidaten. Unterschriftenlisten liegen seit gestern ebenfalls überall auf Fehmarn aus.

Die Stadt Fehmarn ist bereits aktiv geworden, hat gemeinsam mit anderen aufgeschreckten Kommunen durch eine Fachanwältin ihre Stellungnahme erarbeiten lassen, sich aber auch in einem Schreiben direkt an das dänische Gesundheitsministerium gewandt. Und auch das Regionalmanagement der Stadt Fehmarn hat unter Federführung von Dr. Johanna Heitmann nichts unversucht gelassen, auf eine mögliche latente Bedrohung durch das Endlager hinzuweisen und entsprechendes Infomaterial sowie Links auf der städtischen Homepage veröffentlicht.

Seine Intention sei es, so Jörg Weber, noch einmal alles zu mobilisieren, um den dänischen Behörden zu zeigen, dass sich auf der anderen Seite des Fehmarnbelts massiver Widerstand gegen den möglichen Standort Rødbyhavn formiert. Bestandteil der Unterschriftenaktion und der Onlinepetition ist auch die an das dänische Gesundheitsministerium gerichtete Frage, ob das geplante Atommüllendlager im Zusammenhang mit dem Bau der Festen Fehmarnbeltquerung steht, denn die Tunneleinfahrt würde unweit des vorgesehenen Standorts liegen.

Bereits im Rahmen der letzten Hauptausschusssitzung war deutliche Kritik geäußert worden. Stadtvertreterin Christiane Stodt-Kirchholtes (Bündnis 90/Die Grünen) hatte recht plakativ sogar von einer „Transittrasse zur dänischen Asse“ gesprochen.

Jörg Weber hofft nun, dass möglichst viele Fehmaraner durch ihre Unterschrift ihren Protest gegen ein mögliches Atommüllendlager bei Rødbyhavn zum Ausdruck bringen. Nach Webers Angaben liegen die Unterschriftenlisten heute noch bis 18 Uhr aus, die Onlinepetition kann heute Abend sogar bis 20 Uhr gezeichnet werden. 1000 Unterschriften sind das sportliche Ziel. „Und dann geht alles bis spätestens 24 Uhr online nach Dänemark“, so Jörg Weber.

Unter www.joerg-weber-vertrauen.de kann die Onlinepetition aufgerufen werden.

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