Grenzöffnung nach drei Monaten / Deutsche fahren ins Ferienhaus, Dänen kaufen Bier

Endlich: Reisen und Dosenbier

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Ein ungewohntes Bild: Noch überschaubar, doch Pkw-Schlangen bei der Abfertigung hat es drei Monate nicht gegeben.

Fehmarn –hö– Am Montag ging der Schlagbaum endlich wieder hoch. Drei Monate war die deutsch-dänische Grenze aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen, lediglich der Lkw-Verkehr lief weiter. Gestern nun steuerten die ersten Dänemark-Urlauber den Fährhafen für eine Fährpassage an, und auch der Grenzhandel konnte die ersten und lange vermissten Kunden aus Dänemark begrüßen, obwohl die Grenze in Richtung Deutschland erst am Montag um 23.59 Uhr wieder öffnen sollte.

Reisetätigkeit spürbar

„Es ist deutlich zu spüren, dass Reisetätigkeit eingesetzt hat“, berichtete Heiko Kähler, Geschäftsführer von Scandlines Deutschland. Einen Ansturm, wie ihn die Grenzübergänge nach Jütland am Montag gleich nach Mitternacht erlebten, gab es auf Fehmarn erwartungsgemäß nicht, da die Ferienhausdichte auf Lolland und Falster wesentlich geringer ist als auf dem dänischen Festland.

Aber auch in der Gegenrichtung war einiges los, denn relativ viele Dänen hatten die Gelegenheit genutzt, die Fähre nach Deutschland zu nehmen, um sich in den Grenzhandelsmärkten in erster Linie mit Getränken einzudecken.

Im Vorwege hatte es einige Verwirrung um den Zeitpunkt der Grenzöffnung für Dänen gegeben. Die Reederei Scandlines war auf offene Grenzen zum gestrigen 15. Juni eingestellt und hatte auch die Wiederöffnung des Bordershops (6 Uhr) darauf abgestellt (wir berichteten). Dass es dann vonseiten des Bundesinnenministeriums geheißen hatte, 15. Juni um 23.59 Uhr, sei schon überraschend gewesen und so nicht erwartet worden, ließ Heiko Kähler einen gewissen Unmut durchblicken.

Gut gefüllte Einkaufswagen, vorwiegend mit Getränkedosen, wurden am Montag erstmals seit Langem wieder über den Bordershop-Parkplatz geschoben.

Die Dänen haben sich offenbar ohnehin nicht groß damit befasst, sie sind einfach losgefahren. Da es auch keine Kontrollen in Puttgarden gab, konnten sie gestern bereits ungehindert in den Grenzhandelsmärkten der Insel einkaufen – besonders gefragt war Dosenbier.

Die Reederei Scandlines und ihr Deutschland-Geschäftsführer gehen aber davon aus, dass die Belebung des Pkw-Verkehrs und die Steigerung der Fahrgastzahlen nur langsam, aber dennoch stetig erfolgen wird. Trotzdem, so Kählers konservative Einschätzung: „Dass die Mengen aus der Zeit vor Corona erreicht werden, glauben wir nicht.“

Bis einschließlich 25. Juni (Donnerstag) plant Scandlines noch mit einem 40-Minuten-Takt der Abfahrten, ab 26. Juni soll es dann halbstündlich über den Fehmarnbelt gehen.

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