Studie zeigt Erfolge: Ostsee-Tourismus steigert Bruttoumsatz um fast 25 Prozent seit 2015

Entwicklung dämpft Krise ab

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Typisch Südstrand auf Fehmarn: Wenn das Wetter stimmt, so wie Anfang August dieses Jahres, dann zieht es Urlauber und Einheimische ans Wasser.

Fehmarn/ Scharbeutz –mb– Der Tourismus an der Ostsee reitet auf einer Erfolgswelle. Das ist die Quintessenz einer Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institutes für Fremdenverkehr (dwif) im Auftrag des Vereins Ostsee-Holstein-Tourismus (OHT). Ein Erfolgskurs, der nicht nur zwischen 2015 und 2019 für Bruttoumsatzsteigerungen (Tages- und Übernachtungstourismus) von fast 25 Prozent von 3,4 auf 4,2 Milliarden Euro sorgte, sondern jetzt in der Corona-Krise verhältnismäßig geringe Gesamtverluste bescherte.

  • Geringe Gesamtverluste in der Corona-Krise
  • Verlust liegt bei 441 Millionen Euro
  • Fehmarn steigert Gästezahlen in den letzten zehn Jahren um 30 Prozent

„Von der Entwicklung profitieren alle“

Zwölf Prozent mehr Übernachtungsgäste, 18 Prozent mehr Tagesurlauber. „So kommt die Region Ostsee aller Voraussicht nach besser durch 2020“, schlussfolgert OHT-Geschäftsführerin Katja Lauritzen. Während der vom dwif berechnete Verlust für die Monate März und April in den gesamten deutschen Destinationen mit 24 Milliarden beziffert wird, entfallen nur etwa 441 Millionen auf die Ostsee in Schleswig-Holstein.

Lauritzen gefällt die Gesamtentwicklung. „Die Ostsee erfreut sich immer größerer Beleibtheit. Mehr Gäste und mehr Ausgaben bedeuten auch mehr Einnahmen im Gastgewerbe, im Dienstleistungssektor und im Einzelhandel. Davon profitieren alle, auch die Einheimischen.“ Gestiegen sind auch die Beschäftigungseffekte durch den Tourismus: 2019 erhielten mit 83130 Menschen über 7000 mehr ein durchschnittliches Primäreinkommen durch touristische Nachfrage als noch 2015. „Das ist ein Kompetenzbeweis, schon vor dem Trend zum Deutschlandurlaub in diesem Jahr, so gut zugelegt zu haben“, so die Touristikerin.

Auffällig ist die Zunahme im Marktsegment Camping, Touristik- und Dauercamping sowie Reisemobilisten, von 7,98 Millionen auf 8,48 Millionen Übernachtungen. „Dieser Trend wird sich in diesem Jahr aufgrund der starken Nachfrage sehr wahrscheinlich weiter erhöhen“, vermutet Lauritzen. Die Zahl der Übernachtungen (gegen Entgelt und Verwandten- und Bekanntenbesuche) erhöhte sich um knapp zwölf Prozent von 31,1 Millionen auf 34,8 Millionen. Die Zahl der Tagesgäste wuchs zwischen 2015 und 2019 von 49,5 Millionen auf 58,5 Millionen pro Jahr und somit um 18,2 Prozent.

Auch die durchschnittlichen Tagesausgaben stiegen laut dwif-Studie leicht an. Während Urlauber in gewerblichen Betrieben (ab zehn Betten, ohne Camping) 2015 im Schnitt 112,90 Euro pro Tag ausgaben, waren es 2019 schon 115,70 Euro. Tagesreisende gaben 2015 im Schnitt 28 Euro aus, 2019 waren es dann 29,50 Euro pro Tag.

Die Studie weist auch die Profiteure des Tourismus aus, wobei sich die Aufteilung kaum geändert hat. Während von den Übernachtungsgästen am meisten das Gastgewerbe (2019: 61,7 Prozent, 2015: 60 Prozent) profitiert, gefolgt vom Einzelhandel (19,6 Prozent, 20,2 Prozent), ist das Bild bei den Tagesgästen eher umgekehrt: Einzelhandel 45,1 Prozent (2015: 49,3 Prozent) und Gastgewerbe 32,3 Prozent (31,4 Prozent).

30 Prozent mehr Gäste auf Fehmarn seit 2010

Eine Entwicklung die sich auch auf Fehmarn nachzeichnen lässt. Tourismusdirektor Oliver Behncke sprach im jüngsten Tourismusausschuss von einer „rasanten Steigerung“ der Gästezahlen um 30 Prozent in den letzten zehn Jahren. „Das spiegelt sich in allen Dingen wieder: mehr Verkehr, mehr Radfahrer und auch mehr Kurabgabeeinnahmen“ Waren es 2010 noch 1,5 Millionen Euro Kurabgabe, sind es mittlerweile circa 3,7 Millionen Euro im Jahr. Behncke merkte allerdings auch die Veränderung zur inselweiten Kurabgabe und die Erhöhung der Abgabe an, beides habe natürlich auch zur positiven monetären Entwicklung beigetragen.

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