Brutflöße von Haff und Huk im Wasser / Webcam-Schulprojekt auf Kurs

Erfolgsgeschichte geht weiter

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Aufbau auf dem Fastensee fast abgeschlossen: Mie Bruhn (r.), Torge Vöge (l.), Mathias Krause (vorne) und Klaus-Dieter Blanck bei der Arbeit. Hinten rechts ist das Solarpanel für das Schulprojekt erkennba

Fehmarn – Von Manuel Büchner Das 2018 gestartete Erfolgsprojekt „Brutfloß“ des Betreuungsvereins Haff und Huk Nordfehmarn, zuständig für das Naturschutzgebiet (NSG) Nördliche Seeniederung Fehmarn, hat unlängst Nachwuchs. Eine zweite 24 Quadratmeter große Plattform soll im Fastensee festmachen – dort, wo im letzten Jahr auf dem kleineren 16-Quadrater-Floß nach kurzer Zeit bis zu acht Flussseeschwalben-Paare brüteten und bei den Vereinsmitgliedern für viel Freude sorgten.

Die erste Brutinsel, die in diesem Jahr an der Markelsdorfer Huk in der Nähe der Aussichtsplattform festmacht, konnte am Donnerstag noch mit Ach und Krach an die passende Stelle manövriert werden. Am Freitag mussten die Vereinsmitglieder allerdings klein beigeben und verschieben. „Es ist einfach zu windig“, vermutete der 2. Vorsitzende Hartmut Steffen bereits während der vorbereitenden Maßnahmen an Land. So blieb die neue 4x6 Meter große Brutplattform am Rand des Sees angeleint. „Am Sonntagvormittag werden wir einen neuen Anlauf starten. Dann ist nur Windstärke 3 vorhergesagt“, erklärte der 1. Vorsitzende Mathias Krause am Freitagnachmittag.

Sozusagen an das Floß im Fastensee angeschlossen ist ein Projekt der Inselschule Fehmarn. Eine Webcam, installiert am Floß, wird einen Livemitschnitt der Geschehnisse auf der Plattform ermöglichen. Im Wahlpflichtfach Technik um Lehrer Klaus Kreiselmaier bemühen sich sechs Schüler aus dem 8. Jahrgang um die Verwirklichung. Drei von ihnen – Mie Bruhn, Torge Vöge und Marc Philipp Stahl – halfen gestern gleich kräftig mit bei der Installation des Schutzzaunes rings um das Floß.

Geplant ist, dass die Daten per Funk nach Westermarkelsdorf gesendet und von dort ins Netz gespeist werden. „Keine einfache Aufgabe“, so Kreiselmaier. Schließlich habe man sich im Vorwege erst einlesen müssen, um alles zu planen und die Ausrüstung zu bestellen. „Wir haben auch viel Unterstützung von Michael Majewski aus der Stadtverwaltung erhalten“, lässt der Technik-Lehrer wissen.

Wenn alles wie geplant läuft, können Kreiselmaier und seine sechs Schüler auch auf die Kamera zugreifen und diese Steuern.

Zudem soll für alle Schüler ein Bildschirm in der Schule installiert werden, damit die Entwicklungen live verfolgt werden können. Letzteres wird finanziell von der Umweltlotterie „Bingo“ getragen, die auch weitere Technik für das Projekt sponsert. Aber auch an anderer Stelle wird dem Projekt unter die Arme gegriffen. „Dibu-Energie“ stellt das So­lar­pa­nel, um die Kamera, die wiederum HZF sponsert, mit Storm zu versorgen, die Halterung spendiert die Firma Schulz aus Landkirchen.

Für die Brutinseln sind wieder altbekannte Unterstützer mit an Bord: Den Kies stellt Fehmarn Recycling und den Radlader das Unternehmen Voß-Hagen. Für das zweite Floß hatte „Bingo“ 8300 Euro zugeschossen. „Wir bekommen von vielen Seiten Unterstützung. Dafür sind wir sehr dankbar“, betont Mathias Krause und blickt auf die ursprüngliche Idee zurück.

Die Flussseeschwalbe ist eine geschützte Art und zugleich Strandbrüter – ein Bereich, der auf Fehmarn für den Tourismus von großer Bedeutung ist. „Die Brutinseln sind ein toller Ersatzraum. Ich denke, dass unser Projekt ein Beispiel dafür ist, dass Tourismus und Naturschutz nebeneinander funktionieren“, meint der Haff und Huk-Vereinsvorsitzende. Darüber hinaus würden sich die kleinen Brutkolonien auch schützend für ihre Umgebung gegenüber Prädatoren einsetzen und entsprechend warnen. „An der Huk sind Krähen zugange – mal schauen, wie sich das auswirkt.“

Bei so viel Zuversicht und Begeisterung: Gibt es im nächsten Jahr ein drittes Floß? „Nein, wir wollen jetzt Erfahrungen sammeln. Bleibt der Erfolg, hat unsere Idee vielleicht auch Strahlkraft auf andere Gewässer. Dann schauen wir weiter“, so Krause.

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