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Erholungsstätte in Meeschendorf wird zur Flüchtlingsunterkunft

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Von: Andreas Höppner

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Ehemalige Erholungsstätte des Landkreises Hersfeld-Rotenburg
Die ehemalige Erholungsstätte des Landkreises Hersfeld-Rotenburg am Meeschendorfer Strand will die Stadt Fehmarn in Zukunft als Flüchtlingsunterkunft nutzen. © Andreas Höppner

Die Erholungsstätte des Landkreises Hersfeld-Rotenburg in Meeschendorf soll künftig als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden. Der Eröffnungszeitpunkt steht aber noch nicht fest.

Fehmarn – Die Erholungsstätte des Landkreises Hersfeld-Rotenburg in Meeschendorf, die seit 2020 ungenutzt ein ziemlich trauriges Dasein fristet, wird einer neuen Bestimmung zugeführt. Die Stadt Fehmarn wird sie bis auf Weiteres als Flüchtlingsunterkunft nutzen. Bürgermeister Jörg Weber teilte diese Neuigkeit gestern im Rahmen seines Besuchs beim AWO-Frühstück mit.

Der Vertrag zwischen Stadt und Jufa-Gruppe, die sich das Gelände 2019 durch einen mit dem hessischen Landkreis geschlossenen Erbpachtvertrag für 75 Jahre gesichert hat, ist laut Weber noch nicht unterschrieben. Dennoch: Die Vereinbarung  dürfte stehen, denn gestern fand bereits die Schlüsselübergabe statt, sodass Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit einer Begehung starten konnten. Über die Bereitschaft der Jufa-Gruppe, der Stadt das Areal zur Verfügung zu stellen, zeigte sich der Verwaltungschef hocherfreut: „Vielen Dank an die Jufa.“

Jufa-Gruppe hält an Weiterentwicklung fest

Zur Erinnerung: Die österreichische Investorin hatte an diesem Standort die Errichtung eines Familienhotels mit rund 200 Betten angestrebt, ihr Projekt war im April 2021 jedoch durch einen Bürgerentscheid auf Eis gelegt worden. Die Jufa-Gruppe hält an der Weiterentwicklung des Areals fest, Angaben zu möglichen Plänen hat sie noch nicht gemacht. Übergangsweise wird es nun eine Flüchtlingsunterkunft.   

Der Druck auf die Stadt Fehmarn, weitere Unterkünfte für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, wächst. Denn neben der großen Fluchtbewegung aus der Ukraine kommen auch wieder mehr Flüchtlinge über die Balkanroute und das Mittelmeer. 

Nicht genug Platz in Grundschule in Puttgarden

Die aktuell für die Flüchtlingsunterbringung genutzte ehemalige Grundschule Puttgarden stößt an ihre Kapazitätsgrenze. Zurzeit ist die Unterkunft nach Mitteilung von Asylkoordinator Kurt-Henning Marten mit 34 Personen belegt, am 18. Oktober sind drei weitere angekündigt. „Der Druck auf alle Kommunen steigt“, berichtet Marten, da mit einem weiteren Anstieg der Fluchtbewegung aus der Ukraine zu rechnen sei. 

Asylkoordinator Kurt-Henning Marten
Asylkoordinator Kurt-Henning Marten. © Andreas Höppner

Wie viele Personen letztendlich in der noch umzubauenden Unterkunft in Meeschendorf aufgenommen werden können, steht noch nicht fest, doch werden es wesentlich mehr sein als in Puttgarden. Das müsse jetzt in Ruhe ermittelt werden, so Marten. Doch bereits jetzt würde feststehen, dass jede Wohneinheit mit einer Koch- und Spülgelegenheit ausgestattet werden müsse. Die Erholungsstätte verfügt nur über eine Gemeinschaftsküche und einen großen Speisesaal – ungeeignet für eine Flüchtlingsunterkunft.

Öffnungszeitpunkt in Meeschendorf noch nicht klar

Wann die Eröffnung der neuen Flüchtlingsunterkunft in Meeschendorf erfolgen kann, lässt sich nach Martens Angaben nur schwer abschätzen. Er hofft auf den 1. Dezember, realistisch sei jedoch ein späterer Zeitpunkt, weiß der Asylkoordinator aus Erfahrung.

Ist die Unterkunft in Puttgarden dann geräumt, steht für sie eine Nachnutzung auch schon fest. Hier soll für einen Übergangszeitraum von vier bis fünf Jahren die im Aufbau befindliche hauptamtliche Feuerwache einziehen. Nicht nur der Neubau der Feuerwache, sondern auch die Rekrutierung der 40 bis 50 Feuerwehrleute und deren Ausbildung sowie die Anschaffung des technischen Geräts werde mehrere Jahre in Anspruch nehmen, so Bürgermeister Jörg Weber.

Die hauptamtliche Feuerwehr soll in Zukunft den Brandschutz im deutschen Teil des im Bau befindlichen Fehmarnbelttunnels sicherstellen. Allein die Ausbildung der Feuerwehrleute werde vier Jahre in Anspruch nehmen: zwei Jahre allgemeine Ausbildung, zwei Jahre Tunnelausbildung. Die Kosten für den Betrieb der hauptamtlichen Feuerwehr trägt das Land. Allein die Personalkosten hätten ein Volumen von jährlich drei Millionen Euro, so Weber.

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