TSF arbeitet an einem Konzept zur Illumination der Fehmarnsundbrücke

Erleuchteter Kleiderbügel?

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Erleuchtet die Fehmarnsundbrücke bald in der Dunkelheit? Wenn es nach dem Tourismus-Service geht, ja

Fehmarn – Von Manuel Büchner Wenn es dunkel wird, ist von einem der bekanntesten Wahrzeichen Schleswig-Holsteins nur noch wenig zu sehen: die Fehmarnsundbrücke. Das könnte sich aber in Zukunft ändern, denn der Tourismus-Service Fehmarn (TSF) plant die dauerhafte Illumination der Brücke.

Keine leichte Aufgabe, gibt Fehmarns Tourismusdirektor Oliver Behncke frei­he­r­aus zu. Bereits 2016 wurde die Idee bis zum Antrag auf Genehmigung einer LED-Lichtleiste im Testbetrieb vorangetrieben. Das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Lübeck – es handelt sich um eine Bundeswasserstraße – sagte damals mit Bezug auf das Bundeswasserstraßengesetz (§ 34) Nein. Keine Zeichen und Lichter, die die Schifffahrt stören, die Wirkung genehmigter Zeichen beeinträchtigen oder behindern sowie Schiffsführer in die Irre führen könnten.

Das Projekt lag danach auf Eis. „Wir haben damals schnell gemerkt, dass das nicht so einfach ist, wie wir es uns zunächst gedacht hatten“, so Behncke, der nun einen neuen Anlauf wagt, das Traditionsbauwerk „neu zu inszenieren“, wie er es formuliert. „Durch die Inszenierung erhoffen wir uns über viele Jahre einen essenziellen Marketingeffekt“, ist der oberste Touristiker der Insel davon überzeugt vom Vorhaben, den denkmalgeschützten Kleiderbügel zukünftig noch stärker in Szene zu setzen.

Nicht als Baustelleninsel im Gespräch sein

Nicht zuletzt mit Blick auf die wohl kommenden Großbaustellen Fehmarnbeltquerung, Fehmarnsundquerung und Hinterlandanbindung samt vierspurigem Ausbau der B207 müsse Fehmarn mit erheblichen Belastungen rechnen, betont Behncke, der auch auf ein Gutachten aus 2011 verweist, das von einem bis zu zehnprozentigen Rückgang beim Übernachtungstourismus ausgehe. „Zum Glück haben wir uns ein Polster erarbeitet, aber wir wollen nicht als Baustelleninsel im Gespräch sein“, sagt Behncke. Ein in der Dunkelheit erstrahlendes Wahrzeichen ist da sicherlich kein falscher Ansatz für eine positive Imagewerbung.

Aber eins nach dem anderen: Zu einem ersten umfassenden Gespräch kamen zuletzt unter anderem Vertreter der Stadt Fehmarn, Mitarbeiter der Deutschen Bahn, der Polizei, des WSA, des Landesamtes für Denkmalpflege, des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr sowie Bürgermeister Jens Reise und Kurdirektor Ubbo Voss aus Großenbrode zusammen. „Das Ergebnis stimmt uns zufrieden. Keiner sagt grundsätzlich Nein, mauert oder blockiert“, ist der Touristiker guter Dinge und zählt auf: Sensibler und dezenter Einsatz der Lichtelemente, nur weißes Licht, keine Blendwirkung für alle Verkehre sowie Rücksicht auf die Anwohner in Großenbroderfähre und Fehmarnsund sowie den Natur- und den Denkmalschutz hätten die Bedenkenträger im Gespräch angemahnt. Behncke bringt es folgendermaßen auf den Punkt: „Wir wollen keine bunte Lichtershow, aber einen Wow-Effekt.“

Zur Erarbeitung der technischen Umsetzung, unter Berücksichtigung aller Vorgaben, ist unter anderem Illuminations-Spezialist Signify, ursprünglich eine Sparte des Elektronikherstellers Philips, mit im Boot. Mit Blick auf die Witterungseinflüsse könne Signify Leuchtelemente zur Verfügung stellen, die bis zu 20 Jahre halten. Weitere Gespräche sollen nun folgen, bis das Konzept steht und in einer Computeranimation visualisiert werden kann.

Zu den Kosten kann Behncke aufgrund der frühen Planungsphase noch keine konkreten Aussagen treffen, dennoch: Allein für den Bogenbereich würde sich der Materialwert und die Installation sicherlich auf 500000 Euro summieren – das Doppelte, wenn die Brücke auf der gesamten Länge ins Konzept einbezogen wird. „Wir werden natürlich auch die Möglichkeit von Fördergeldern prüfen“, so der Touristiker, zudem müsse Fehmarn die Kosten nicht alleine schultern. An seiner Seite weiß der TSF auch den Großenbroder Tourismus-Service. „Kurdirektor Ubbo Voss ist vom Vorhaben überzeugt“, freut sich Behncke.

Der Projekttitel lautet übrigens „Illumination der Fehmarnsundbrücke 2021“. Behncke: „Das ist sportlich formuliert, aber wenn wir ein einvernehmliches Konzept haben, ist die eigentliche Installation verhältnismäßig schnell umsetzbar.“

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