Dritte Auflage der Bæltkunst in Petersdorf / Kunst und Kultur für jedermann erfahrbar

Erneuter Erfolg im Inselwesten

+
Für Alt und Jung bot die Bæltkunst am Wochenende in Petersdorf vielfältige interessante Stände und Betätigungsmöglichkeiten an.

FEHMARN – Von Simone Walper Trotz oder vielleicht gerade wegen des schönen Wetters fanden am Wochenende viele Besucher den Weg zur dritten deutsch-dänischen Bæltkunst in die „Alte Schule Petersdorf“, wie das vom Kulturtreff Fehmarn vor Kurzem getaufte Bürger- und Veranstaltungszentrum im Inselwesten jetzt heißt.

Michael Kirchner (l.) trommelte und gab viele Infos und Fähigkeiten an die Teilnehmer des Workshops weiter.

Ob man nun interessiert war an Musik, Literatur oder Kunst – hier kam jeder bei den verschiedenen Veranstaltungen und Ausstellungen im ganzen Haus voll auf seine Kosten. Und auch für die Jüngsten gab es viel Spannendes, sei es Specksteinschleifen mit Petra Theile, Bernsteinschleifen mit Beate Burow oder der Trommel-Workshop mit Michael Kirchner. Hier ging es mehrmals am Wochenende überaus lebendig zu. Kirchner stellte vorab die einzelnen Trommeln aus Ägypten, Südamerika und Afrika vor. „Ganz groß in Mode ist seit einigen Jahren die Cajón“, erklärte er seinen Schülern. „Sie ersetzt ein ganzes Schlagzeug.“ Seit etwa 15 Jahren gebe es das aus Peru stammende Instrument, das auf Deutsch Kiste heißt, auch hier in Deutschland. Die afrikanischen Sklaven hätten bei ihrer Arbeit in den Häfen auf ihren mitgebrachten Trommeln getrommelt. Dies sei bei den Reedern nicht gut angekommen, und sie hätten das Mitbringen der Trommeln verboten. Schließlich machten die Sklaven aus der Not eine Tugend und trommelten auf Transportkisten. Daraus sei dann die Cajón entstanden. In der Tat ein sehr vielseitiges Instrument. Nach der kleinen Einführung durfte sich jeder Schüler eine Trommel aussuchen, und dann ging es los. Nach rund 30 Minuten Einführung, die allen viel Spaß machte, gab es ein abschließendes gemeinsames Trommelstück, das von den Zuschauern mit großem Applaus belohnt wurde.

In den einzelnen Ausstellungsräumen konnte man nicht nur ganz unterschiedliche Kunstwerke bewundern, sondern sich auch mit den Künstlern über ihre Arbeiten austauschen und einiges über Inhalte und Techniken lernen. So gaben unter anderem Frauke Hoyer-Kaufmann und Gerd R. Kirsch Einblicke in ihre Maltechniken. Die Kunstwerke – Bilder, Keramik, Filz, Schmuck, Taschen und Ohrringe, aber auch Bücher – konnten allesamt käuflich erworben werden.

Mit einem großen Kuchenbüfett, Kaffee und Softdrinks war auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Am Sonnabend füllte zudem die Irish Folk-Band von der Insel am Abend das Haus mit ihren musikalischen Klängen und sorgte bei den zahlreichen Gästen für eine tolle Stimmung. Gestern klang dann der Tag mit dem Didgeridoo-Workshop von Matthias Offner aus.

Gäste, Aussteller und Veranstalter zeigten sich sehr zufrieden mit der dritten Bæltkunst, die in diesem Jahr aus eigenen Mitteln finanziert wurde. „Die ersten beiden Veranstaltungen wurden hauptsächlich durch das EU-Projekt ‚kultKIT‘ finanziert“, erläuterte Claudia Czellnik von „FehmarnKultur“, die großen Anteil an der Organisation der Veranstaltung hatte. In diesem Jahr hätten die Beteiligten auf deutscher Seite alles selbst in die Hand genommen. Auch die Unterkünfte für die dänischen Künstler seien privat organisiert worden, und die Fährrückfahrt habe Scandlines gesponsert.

Nach diesem erneuten Erfolg darf man auf eine Wiederholung im kommenden Jahr hoffen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.