Gastronomie muss wieder schließen

Erneuter Lockdown

Schleswig-Holstein – dpa/lb – Schleswig- Holstein wird die am Mittwoch von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Maßnahmen voll umsetzen. Das kündigte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Abend in Kiel an. Zuvor hatten sich bei einer Video-Schalte die Länderchefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf „vorübergehende massive Beschränkungen des öffentlichen Lebens“ verständigt. Die Maßnahmen sollen ab Montag (2. November) bis Ende des Monats gelten.

  • Massive Beschränkungen des öffentlichen Lebens
  • Verschärfte Corona-Regeln ab 2. November in Kraft
  • Regeln gelten bundesweit

Restaurants und Kneipen sollen demnach wieder schließen, genauso wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo- und Fitnessstudios sowie Kinos. In der Öffentlichkeit sollen sich nur noch maximal zehn Menschen aus dem eigenen und einem zweiten Hausstand gemeinsam aufhalten dürfen. Veranstaltungen werden gestrichen und Zuschauer in der Bundesliga wieder verboten. Offen bleiben sollen Schulen, Kindergärten, der Groß- und Einzelhandel und Friseurläden.

Diese Regelungen sind zum Teil schärfer und gelten auch länger als die von Günther erst am Dienstag angekündigten Corona-Maßnahmen (wir berichteten), die ab diesem Wochenende für drei Wochen hätten gelten sollen. Danach hätten Gaststätten nur von 23 Uhr bis 6 Uhr geschlossen bleiben müssen. Ein generelles Schließen der Gaststätten hatte Günther am Dienstag noch abgelehnt und angekündigt, er werde sich in der MinisterpräsidentenKonferenz dafür einsetzen, dass die Gaststätten geöffnet bleiben. Es sei ihm sehr schwer gefallen, der Schließung der Gaststätten zuzustimmen, sagte Günther am Mittwochabend. Aber eine bundesweit einheitliche Regelung zur Eindämmung des Coronavirus sei angestrebt worden. Daher werden die schleswig- holsteinischen Regelungen gemeinsam mit den beschlossenen Bund-Länder- Regelungen am 2. November in Kraft treten.

„Wir wollen keinen Sonderweg gehen“, so der Ministerpräsident. Der zweite Lockdown sei notwendig, um den steigenden Infektionszahlen entgegenzuwirken.

Die harten Corona-Maßnahmen, die Bund und Länder gestern vereinbart haben, gelten nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel in ganz Deutschland. „Die Beschlüsse gelten bundesweit“, sagte Merkel nach den Beratungen in Berlin. Alle müssten sie durch Allgemeinverordnungen umsetzen. Deutschland müsse wegen der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen eine „akute nationale Gesundheitsnotlage“ vermeiden. „Wir müssen handeln, und zwar jetzt“, sagte die Kanzlerin. Schleswig-Holstein steht bislang in der Corona-Pandemie im bundesweiten Vergleich gut da – doch die Zahlen steigen mittlerweile rasant. Die Landesregierung veröffentlichte die Zahlen am Mittwochmorgen im Internet. Die Zahl der Ansteckungen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts am Mittwoch (Stand 0 Uhr) für Schleswig-Holstein bei 41,81. Bundesweit lag die sogenannte Inzidenzzahl am Mittwoch bei 93,6.

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