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Erste Flüchtlinge finden Bleibe auf Fehmarn

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Von: Reinhard Gamon

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Friedensandacht Ukraine Markplatz
Die Ukrainerin Veronika Kravets sang die Nationalhymne ihres geliebten Heimatlandes. © Reinhard Gamon

Auf Fehmarn sind die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine angekommen. Am Sonntag gab es eine emotionale Friedensandacht auf dem Marktplatz.

Fehmarn – Es war ein unbeschreiblich ergreifender und bewegender Moment, als Veronika Kravets, die mit ihrem dreijährigen Kind vor wenigen Tagen ihre kriegsgeschundene ukrainische Heimat verlassen hat, auf dem Burger Marktplatz im Rahmen der Friedensandacht die Nationalhymne ihres geliebten Heimatlandes sang. Sie und ihr Kind gehören zu den ersten ukrainischen Kriegsflüchtlingen, die auf Fehmarn angekommen sind und gemeinsam mit einer nahen Verwandten und ihrem ebenfalls dreijährigen Kind bei Katrin Kleingarn in Sulsdorf eine Bleibe gefunden haben.

Fehmarnbläser Friedensandacht Marktplatz Ukraine
Die Fehmarnbläser an Sankt Johannis unter Leitung von Svea Kleingarn sorgten für den musikalischen Rahmen. © Reinhard Gamon

Eine weitere Frau aus der Ukraine ist inzwischen zusammen mit ihrer erwachsenen Tochter ebenfalls auf Fehmarn eingetroffen und wohnt vorübergehend in einer Petersdorfer Ferienwohnung. Sie müssen aber ihre Unterkunft in Kürze wieder verlassen und suchen daher eine andere Bleibe auf der Insel.

Zur Friedensandacht am Sonntag auf dem Burger Marktplatz hatte erneut Eckhard Kretschmer aufgerufen, und weit über einhundert Personen waren der Einladung dieses Mal gefolgt. Mitgestaltet wurde die rund 40 Minuten dauernde Mahnung für den Frieden durch Pastorin Bettina Axt von der evangelischen Kirchengemeinde Sankt Nikolai sowie Diakon Michael Löcke von der katholischen Kirchengemeinde Sankt Vicelin.

Die Eskalationsschraube darf sich keinesfalls weiterdrehen.

Eckhard Kretschmer, Initiator der Friedensandacht

„Die Eskalationsschraube darf sich keinesfalls weiterdrehen“, sagte Eckhard Kretschmer zu Beginn der Andacht und verwies darauf, dass der russische Staatschef Putin mit der ausgeübten Gewalt ohne Frage gegen das Völkerrecht verstoße. „Seit Beginn des Krieges in der Ukraine am 24. Februar sind inzwischen unzählige Zivilisten getötet und auch Soldaten aus der Ukraine und aus Russland bei Kämpfen ums Leben gekommen. Unzählig viele Menschen sind derzeit auf der Flucht und mussten Familienangehörige im Kriegsgebiet zurücklassen“, sagte Eckhard Kretschmer weiter. Die Flüchtlinge haben nur einen großen Wunsch – mögen die Waffen bald schweigen und der unmenschliche Krieg bald beendet sein, sodass sie dann wieder in ihre Heimat zurückkehren können. 

Bevor das Vaterunser gemeinsam mit Pastorin Bettina Axt und Diakon Michael Löcke sowie den Veranstaltungsteilnehmern gesprochen wurde, hatte Veronika Kravets das Vaterunser auch auf Ukrainisch gesprochen. Der Psalm 91 (Unter Gottes Flügeln) wurde vorgelesen, und es erklang unter anderem das Lied „O Herr, gib Frieden“. 

Fehmarnbläser spielen „Imagine“

Mit einem besonderen Friedenslied überraschten die Fehmarnbläser der beiden Kirchengemeinden Petersdorf und Bannesdorf unter der Leitung von Svea Kleingarn. Sie ließen das weltbekannte Friedenslied „Imagine“, komponiert und getextet von John Lennon, erklingen. Unter den Teilnehmern der Andacht war auch eine Gruppe syrischer und irakischer Flüchtlinge, die auf Fehmarn ein neues Zuhause gefunden haben. 

Die Friedensandachten unter dem Motto „Gegen Putins Krieg“ sollen auch an den kommenden Sonntagen jeweils um 18 Uhr auf dem Burger Marktplatz weitergehen. Am 20. März werden Pastor i.R. Dr. Martin Grahl eine Predigt halten und der Landkirchener Posaunenchor unter der musikalischen Leitung von Kathrin Kark aufspielen.

Bei der am 6. März stattgefundenen Friedensandacht war die stattliche Kollekte von 1400 Euro zusammengekommen. Sie floss vollständig an die Ukrainehilfe.

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