Kirchengemeinde St. Nikolai Versammlung
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Der Kirchengemeinderat St. Nikolai: Jutta Paetow (v.l.), Birgit Dührkop, Bettina Axt, Jörg Josef Wohlmann, Bianca Fähnrich-Standfuß und Margarethe Heydebreck. Es fehlt auf dem Foto Gesine Hansen.

KGR ohne Vorsitz

Viel Neues: Erste Versammlung der Kirchengemeinde St. Nikolai seit zwei Jahren

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Der Pandemie geschuldet: Erstmals seit zwei Jahren gibt es an St. Nikolai auf Fehmarn wieder eine Gemeindeversammlung. Der Kirchengemeinderat berichtete von seiner Arbeit in dieser Zeit.

  • Vorerst kein Vorsitzender im Kirchengemeinderat St. Nikolai.
  • Liegenschaften der Kirche sind kostspielig.
  • Pastorin Axt ab 12. November wieder zu 100 Prozent im Dienst.

Fehmarn – Nach zwei Jahren kam die Kirchengemeinde St. Nikolai gestern erstmals wieder zu einer Versammlung zusammen. Der stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderates (KGR), Jörg Josef Wohlmann, eröffnete die Versammlung, da zuvor der Vorsitzende, Pastor Stefan Bemmé, sein Amt niederlegte. Nachdem Pastor Martin Grahl in den Ruhestand gegangen ist, predigt Bemmé seit 1. Oktober auch in der Kirchengemeinde Petersdorf/Bannesdorf. Ein verständlicher Schritt, um nicht in Gewissenskonflikte zu geraten, so Wohlmann.

Berichte aus den Gliederungen der Kirchengemeinde St. Nikolai auf Fehmarn

Aus den einzelnen Gliederungen der Kirchengemeinde berichten die KGR-Mitglieder: Margarethe Heydebreck (Kita-Ausschuss) über den im Februar aufgelösten „Nikolinchen“-Förderverein wegen fehlender Mitstreiter im Vorstand. Der KGR übernimmt die Aufgaben des Fördervereins.

Wir spielen, musizieren und basteln.

KGR-Mitglied Bianca Fähnrich-Standfuß

Birgit Dührkop informierte über die gute Resonanz der Spielplatzkirche hinter Raddens Eis und die Absicht, die Kinderecke in der Kirche einladender zu gestalten. Bianca Fähnrich-Standfuß, seit 2020 im KGR, sprach über die Kinderkirche („Wir spielen, musizieren und basteln.“), die, gebeutelt durch die Pandemie, 2020 nur einmal live stattfinden konnte. Zuletzt im Juni wieder ein voller Erfolg: „Wir haben gepicknickt, Zuckerwatte gegessen, einer Geschichte gelauscht, Musik mit Henning Rasch gemacht und getanzt, bis wir müde waren.“

Kirchenmusikausschuss gegründet

Zudem sind zwei Kinderchöre seit Sommer am Start, die aus Raschs Musicalfreizeit hervorgegangen sind. Rasch ist seit Mai der Kirchenmusiker der Gemeinde. Mit dem Neubeginn, nach Abgang von Maren Wassermann und Ruhestand von Johannes Schlage, bildete sich ein Kirchenmusikausschuss, bestehend aus Fähnrich-Standfuß, Rasch und Dührkop, die von einer „Gesprächsgruppe zur Unterstützung des Kirchenmusikers“ sprach.

Turmuhr soll elektrisch aufgezogen werden

Wohlmann, der auch Vorsitzender des Bauausschusses ist, berichtete von der Grundsanierung des Pastorats (Priesterstraße 4), Erneuerung des Blitzschutzes, der Brandmeldeanlage, der Elektrik und der Außenbeleuchtung (alles Kirche). Einiges ist den letzten zwei Jahren angefallen – nicht alles war zu erwarten, manches – wie Sturmschäden an der Kirche oder am Kapellendach auf dem Neuen Friedhof – konnte über die Versicherung abgerechnet werden. Was ist in Planung: Das Aufziehen der Turmuhr soll elektrifiziert und die Treppe an der Kapelle des Friedhofes saniert werden.

Gemeinde hat rund 3900 Mitglieder mit Erstwohnsitz auf Fehmarn

Also nicht verwunderlich: Die Gemeinde machte 110000 Euro Minus in 2019, wegen „unvorhergesehener Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen“, wie es Jutta Paetow, verantwortlich für die Finanzen der Kirchengemeinde, formulierte. Für 2020 gibt es noch keine Zahlen, sie gehe aber wegen Kirchenaustritten von sinkenden Kirchensteuereinnahmen aus. Rund 3900 Mitglieder mit Erstwohnsitz auf Fehmarn hat die Gemeinde St. Nikolai, zwischen September 2020 und Ende August 2021 standen 36 Austritten drei Eintritte gegenüber.

Und kostenintensiv bleibt es wohl auch bei Liegenschaften, die mehr als 100 Jahre alt sind. Beispiel: In den Gebäuden der Kirchengemeinde gebe es nur Heizungen, die mindestens 30 Jahre alt seien. „Darüber müssen wir uns Gedanken machen, inklusive des Kirchenkreises als übergeordnete Behörde“, so Wohlmann.

Wir hatten zu diesem Zeitpunkt die Wahl: entweder zwei Menschen in der Kirche oder 100 an den Bildschirmen.

Pastorin Bettina Axt

Pastorin Bettina Axt erinnerte daran, dass mit dem Ausbruch der Pandemie deutlich geworden sei, wie lieb vielen Menschen die gemeindlichen Traditionen seien. „Zu sagen, dass das jetzt nicht mehr geht, war eine Herausforderung.“ Stolz sei sie, dass „wir uns so schnell digitalisiert haben“ in den Arbeitsabläufen. Beispiel: Neben den 64 klassischen Gottesdiensten (September 2020 bis Ende August 2021) gab es auch fünf über Zoom. „Wir hatten zu diesem Zeitpunkt die Wahl: entweder zwei Menschen in der Kirche oder 100 an den Bildschirmen.“ Das Format wolle man nicht aufgeben, damit auch ein anderes Publikum ansprechen, so Axt, die ab 12. November wieder zu 100 Prozent im Dienst sein wird. Wann Pastorin Susanne Platzhoff nach ihrer Elternzeit zurückkehrt, ist noch offen.

Wohlmann überreichte am Ende der Sitzung noch zwei Blumensträuße: Für Pastorin Axt, die in der Eingliederung nach der Elternzeit sich über Gebühr engagiert habe, und für Kirchenbüromitarbeiterin Monika Kirchner. „Du bist die gute Seele und hältst den Laden am Laufen“, bedankte sich Wohlmann.

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