Großveranstaltungen in Schleswig-Holstein ab 1000 Teilnehmern bis 10. April untersagt

Erster Corona-Fall in Ostholstein

Coronavirus - Kiel
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Auf Vorschlag von Gesundheitsminister Heiner Garg fasste das Kabinett den Beschluss, sämtliche Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bis zum 10. April zu untersagen.

Ostholstein –hö/dpa– Es war nur eine Frage der Zeit bis zum ersten bestätigten Corona-Fall im Kreis Ostholstein. Am Dienstagnachmittag teilte die Kreisverwaltung mit, dass es eine infizierte Person gebe, die sich seit dem 9. März (Montag) in häuslicher Quarantäne befinde. Nähere Angaben zur Person machte die Pressestelle des Kreises aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht.

Sie gab allerdings bekannt, dass die infizierte Person am vergangenen Freitag (6. März) aus Südtirol zurückgekehrt sei, sie aber keine Kontakte zur Öffentlichkeit gehabt habe. Somit gab es bis Dienstagabend 16 bestätigte Fälle in Schleswig-Holstein.

Am Nachmittag hatte die Landesregierung beschlossen, ab sofort sämtliche Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern wegen des Coronavirus zu untersagen. Die drastische Maßnahme ist zunächst auf einen Monat bis zum 10. April (Karfreitag) befristet. Das Kabinett ist damit einer Empfehlung von Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) gefolgt.

Garg: Dynamik rechtfertigt Schritt

Garg betont: „Die Landesregierung ist sich sehr bewusst, dass dies eine weitreichende Maßnahme ist. Aber die Dynamik des Geschehens in Deutschland rechtfertigt diesen Schritt. Die Lage ist ernst und alle Beteiligten müssen dazu beitragen, unser Gesundheitssystem auf den zu erwartenden Anstieg von Erkrankungsfällen einzustellen. Die Kontaktreduzierung und damit die Verzögerung des Geschehens ist dazu ein wesentlicher Schritt.“

Die Absage von Großveranstaltungen und damit kontaktreduzierende Maßnahmen trügen zur Beeinflussung der Ausbreitungsdynamik bei. Ziel sei es, Infektionsketten zu unterbrechen, ergänzte die Pressestelle des Gesundheitsministeriums.

Und auch Ministerpräsident Daniel Günther bat um Verständnis für diese Maßnahme. Es gehe darum, besonders Menschen mit höherem Infektionsrisiko zu schützen, sagte der CDU-Politiker am Dienstagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Kiel. „Das ist eine Einschränkung, ohne jeden Zweifel“, so Günther. Die Menschen sollten aber das Leben einschließlich des Arbeitslebens normal weiterleben. Für den das nicht möglich ist, der bekommt in Heiligenhafen viel Unterstützung.

Weitere Informationen und Hinweise zum Coronavirus sind auf der Internetseite des Kreises Ostholstein (www.kreis-oh.de) hinterlegt. Das Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein hat eine Hotline zum Coronavirus eingerichtet und ist unter 0431 79700001 zu erreichen.

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