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Steffi Breuer ist seit 13 Monaten die Wirtschaftsförderin der Stadt Fehmarn. Ihre Arbeit war in den vergangenen Wochen stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt.

Wirtschaftsförderin Steffi Breuer seit 13 Monaten im Amt / „Es ist viel Hintergrundarbeit“

Erstes Jahr von Corona geprägt

Fehmarn – Von Andreas Höppner Bürgermeister Jörg Weber (SPD) hat lange um die Neuschaffung dieser Stelle gekämpft, ehe die Kommunalpolitik ein Einsehen hatte und für die Wirtschaftsförderung die notwendigen Haushaltsmittel bereitstellte. Im Oktober 2019 nahm Steffi Breuer ihre Tätigkeit auf, nach etwas mehr als einem Jahr kann sie eine erste, aus ihrer Sicht positive Bilanz ziehen.

  • Tätigkeit ist von Corona bestimmt gewesen
  • Umfrage mit den Gewerbetreibenden
  • Als Stabsstelle direkt dem Bürgermeister unterstellt

Dabei sei es zunächst recht arbeitsintensiv gewesen, eine ganz neue Stelle erst einmal aufzubauen. Als zusätzliche Erschwernis kam hinzu: „Sieben von zwölf Monaten waren von Corona bestimmt gewesen.“ Und die nächsten Wochen und Monate werde es nicht viel anders sein, so Breuer.

Dschungel der Corona-Hilfspakete

Folglich habe sich ein Großteil ihrer Arbeit in den letzten Monaten darum gedreht, die Unternehmen in der Corona-Krise zu begleiten. Bei etwa drei Viertel der Anfragen sei es um Fördermodalitäten und Fragen der Antragsberechtigung gegangen, berichtet die Wirtschaftsexpertin. Ähnlich wie ein Lotse die Containerschiffe sicher durch den Nord-Ostsee-Kanal führt, lotst Steffi Breuer die zahlreichen kleinen und mittelständischen Unternehmen der Insel durch den Dschungel der Corona-Hilfspakete. Um noch weitere Erkenntnisse über die Struktur der regionalen Wirtschaft und vor allem die Auswirkungen der Corona- Krise zu erfahren, hatte die Wirtschaftsförderin im August eine Unternehmensbefragung initiiert. 405 Gewerbetreibende wurden angeschrieben, 74 beteiligten sich an der Befragung. Das entspricht einer Rücklaufquote von knapp 20 Prozent. Eine Beteiligung, mit der Breuer nicht unzufrieden ist. Die Ergebnisse der Umfrage und ein Fazit will die Wirtschaftsförderin in der nächsten Sitzung der Stadtvertretung in aller Kürze vorstellen. Der Bericht kann aber auch jetzt schon im Internet unter www.stadtfehmarn. de abgerufen werden. Breuer steht aber nicht nur der Privatwirtschaft mit Rat und Tat zur Seite, auch für die öffentliche Hand ist es wichtig, Bescheid zu wissen über Fördermittelgeber sowie die Konditionen, Fördertöpfe aufzutun und sie anzapfen zu können. „Bis zur Umsetzung von Projekten kann es manchmal Jahre dauern“, verweist Breuer darauf, dass Wirtschaftsförderung ein auf Langfristigkeit angelegtes Geschäft sei und Erfolge mitunter nicht sofort sichtbar seien. Als ein Beispiel aus der Praxis führt sie die geplante Zweifeldhalle in Landkirchen an. Hier seien in Kooperation mit dem Fachbereich Bauen und Häfen sämtliche Formalitäten abgearbeitet und anschließend der Projektantrag beim Land gestellt worden. „Es ist viel Hintergrundarbeit“, macht Steffi Breuer deutlich, dass ihre Tätigkeit eher im Verborgenen bleibt. Es sei auch viel Netzwerkarbeit – Kontakte knüpfen, Kontakte pflegen. Dabei hatte sie sich durchaus erhofft, im ersten Jahr noch mehr Netzwerkveranstaltungen besuchen zu können, doch durch Corona habe dies nur eingeschränkt stattfinden können, bedauert sie. Trotzdem: Die Verbindungen zu allen wichtigen Akteuren, wie zum Beispiel die Entwicklungsgesellschaft Ostholstein, die Aktivregion Wagrien-Fehmarn oder die Förderlotsen der Investitionsbank Schleswig-Holstein, seien fest geknüpft. Im Rathaus selbst sei sie von den Kollegen in den einzelnen Fachbereichen sehr gut aufgenommen worden. Und auch die Zusammenarbeit mit allen Fachbereichen laufe bestens. Als Stabsstelle ist die Wirtschaftsförderung organisatorisch direkt dem Bürgermeister unterstellt. Die Stelle ist zunächst auf drei Jahre befristet, da Wirtschaftsförderung bekanntlich auf Langfristigkeit angelegt ist, hofft Steffi Breuer darauf, ihre Tätigkeit auch über das Jahr 2022 hinaus fortführen zu können.

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