Historischer Moment: In Avendorf wurde der erste Sud gebraut

Erstes Knustbier in Sichtweite

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Die Brauherren Jonathan Grünitz (l.) und Kerstin Serck-Scheel sind gespannt auf den ersten Sud, den sie gemeinsam mit Vinzenz Fleck, dem Erbauer der Brauanlage, auf Fehmarn brauen.

Fehmarn -Von Simone Walper- Nachdem die Bauerei der letzten Monate – Baubeginn der neuen Brauerei in Avendorf war im Oktober – nun ein Ende hat, geht es los mit der Brauerei.

Am Sonnabend konnten Kerstin Serck-Scheel und Jonathan Grünitz im Beisein des österreichischen Brauanlagenbauers Vinzenz Fleck den ersten Sud brauen. Bei jedem Braudurchgang entstehen knapp 500 Liter Knustbier. „Jetzt dauert es noch vier bis fünf Wochen, bis das Bier fertig ist“, erklärt Brauherr Grünitz. Dann soll auch die Brauerei eröffnet werden.

Der Gastraum vor der gläsernen Brauerei ist von Holz bestimmt. Die Barhocker und die Verkleidung des Tresens stammten aus der vor einigen Jahren abgebrannten Scheune des Nachbarn, lässt Grünitz wissen. „Wir legen Wert auf Nachhaltigkeit und außerdem möchten wir so die fehmarnsche Geschichte lebendig halten“, betont er und ergänzt: „Die Energie fürs Brauen bekommen wir aus der Biogasanlage und über Photovoltaik.“

Vinzenz Fleck hat die beiden Neubraumeister in die Braugeheimnisse und natürlich auch in die Bedienung der Technik eingeweiht. Er ist sicher, dass die Brauerei auf Fehmarn ein Hotspot wird. Im Sommer kann man sein Feierabend- oder Urlaubsbier auch auf der hübschen Terrasse oder im schönen Biergarten unter alten Bäumen genießen.

Aber die beiden gebürtigen Fehmaraner Serck-Scheel und Grünitz haben noch weitere Pläne. Neben dem Brauen von vier bis fünf Biersorten sowie Saison-Specials soll es Verkostungen und Besichtigungen geben und irgendwann auch Braukurse.

Die Brauanlage selbst besteht aus einem Sudkessel, einem Läuterbottich sowie mehreren Gärtanks und sechs Lagertanks für je 1000 Liter Bier. „Also können wir bis zu sechs verschiedene Biersorten brauen“, erklärt Grünitz.

Wegen der aufwändigen Installation der Haustechnik und der Lüftung habe es im Vergleich zur ursprünglichen Planung eine vierwöchige Verzögerung gegeben, bedauern Serck-Scheel und Grünitz. Somit könne die Eröffnung nicht wie geplant jetzt zu Beginn der Saison stattfinden. Aber schließlich sei Bier ja kein Saisongetränk.

Das Knustbier wird es nicht nur in der Brauerei geben, sondern auch bei fehmarnschen Einzelhändlern, in verschiedenen Hofcafés und Restaurants. Und später soll es auch über die Inselgrenzen hinaus vermarktet werden.

Die Finanzierung des für Fehmarn sicher zuträglichen Projekts wird zum Teil durch die Aktivregion Wagrien-Fehmarn gesichert und durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER).

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