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Es bleibt dabei: Fehmarn verteilt Klimaschutz in der Verwaltung auf breite Schultern

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Von: Andreas Höppner

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Stadtvertretung Fehmarn Klimaschutz
Beate Burow (l.) und Lars Laußat (r.) gehören dem Dreigestirn an, das den Maßnahmenkatalog erarbeitet hat und Fehmarn zur Klimaneutralität führen soll. © Andreas Höppner

So plötzlich die Klimaschutzmanagement-Stelle für Fehmarn auf der Agenda war, so plötzlich war sie wieder vom Tisch. Das Klimaschutz-Trio der Stadt Fehmarn soll weiterhin die Zügel in der Hand halten.

Fehmarn – Bis zum Jahr 2030 will die Stadt Fehmarn klimaneutral werden. Vor einer Woche hatte es im Finanzausschuss noch so ausgesehen, als sollte der lange Weg dorthin mithilfe einer Klimaschutzmanagerin oder eines Klimaschutzmanagers begleitet werden, seit Donnerstagabend steht nun aber fest, dass es eine verwaltungsinterne Lösung geben wird. Die Stadtvertretung lehnte einen Antrag der FDP-WUW-Fraktion auf Schaffung einer zusätzlichen Stelle für das Klimaschutzmanagement mit 17:4-Stimmen ab. Lediglich die Fraktion der Grünen unterstützte die Antragstellerin.

Stimmungsbild auf dem Finanzausschuss geht in der Stadtvertretung krachen

FDP-WUW-Fraktionssprecher Hans-Peter Thomsen hatte bei der Vorstellung seines Antrags noch einmal auf das im Finanzausschuss abgegebene Meinungsbild – 9:2 pro Klimaschutzmanagement – verwiesen, doch es half nichts, SPD-, FWV- sowie die CDU-Fraktion hatten das Thema im Vorfeld der Sitzung der Stadtvertretung noch einmal ausgiebig beraten und waren offenbar zu der Überzeugung gelangt, dass die Umsetzung der Klimaneutralität bis 2030 auch ohne ein zusätzliches Klimaschutzmanagement erreicht werden kann.

Frohberg: Haben schon Klimaschutzmanagement

„Die drei Herrschaften kennen sich wunderbar aus“, brach zunächst Margit Maaß (CDU), Vorsitzende des Umweltrates, eine Lanze für die Verwaltungsmitarbeiter Beate Burow von der Geschäftsstelle des Umweltrates sowie Lars Laußat und Johannes Hügel aus dem Bauamt, die in den letzten Wochen und Monaten mit der Ausarbeitung eines umfangreichen Maßnahmenkatalogs befasst waren. „Ein Klimaschutzmanagement haben wir schon, das Dreigestirn hat sich gut eingearbeitet“, lobte Dirk Frohberg (FWV) und charakterisierte den Maßnahmenkatalog als „ausführlich und sehr gut“. Es werde auch hart an ihm gearbeitet, weiß Frohberg, dass das Papier noch verfeinert und fortlaufend angepasst werden muss. Es sei aber eine „top Basis“, ergänzte Fraktionskollege Lars Hviid. SPD-Fraktionschef Heinz Jürgen Fendt sagte, dass der Katalog selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit besitze und auch ein Finanzplan noch fehle, doch „das haben die drei im Blick“, gab er sich überzeugt.

Die Grünen nicht. Christiane Stodt-Kirchholtes billigte zwar zu, dass der „Maßnahmenkatalog ein Schritt in die richtige Richtung“ sei, wenn man es aber wirklich ernst meine mit dem Klimaschutz, „muss man eine hauptamtliche Stelle haben“ und diese mit einem Profi mit entsprechender Ausbildung besetzen, so ihre Forderung. Im Bauamt sei ohnehin keine Stelle zu viel, zielte sie auf die im Bauamt beschäftigten Lars Laußat und Johannes Hügel ab.

Weber: Die drei machen einen Bombenjob

„Die drei sind hauptamtlich und machen einen Bombenjob“, stellte sich Bürgermeister Jörg Weber hinter seine Mitarbeiter und verbat es sich, in „Profis und Nicht-Profis“ zu unterscheiden. Es sei der politische Wille gewesen, den Maßnahmenkatalog bis Ende 2021 vorzulegen und ihn dann zu verabschieden, untermauerte Günther Schröder, Fachbereichsleiter Allgemeine Verwaltung, Bildung und Sport, dass die Thematik immer noch im vorgesehenen Zeitplan liege.

Die Arbeit wird nicht weniger, sie wird eher mehr, Herr Laußat muss dann nur noch Klimaschutz machen.

Hans-Peter Thomsen (FDP-WUW-Fraktion)

„Die Arbeit wird nicht weniger, sie wird eher mehr, Herr Laußat muss dann nur noch Klimaschutz machen“, befürchtet Hans-Peter Thomsen hingegen eine zulasten des Bauamtes gehende zu hohe Beanspruchung des ohnehin knappen Personals.

Thomsens Argumentation fiel in der Stadtvertretung aber nicht auf fruchtbaren Boden, es wurde allenfalls die Ausgestaltung des Maßnahmenkatalogs sowie fehlende Konkretisierungen bemängelt, in erster Linie durch Christian Muus (CDU) und Kai Schumacher (F³). Nichtsdestotrotz wurde der Maßnahmenkatalog bei sechs Enthaltungen mit 15 Jastimmen angenommen.

Vielleicht doch noch Förderung für die drei Klimaschützer in der Stadtverwaltung?

Der Verzicht auf eine zusätzliche Stelle für das Klimaschutzmanagement entlastet den städtischen Haushalt nach Berechnungen des Kämmerers im kommenden Jahr um knapp 50000 Euro. Indes gab sich Bürgermeister Jörg Weber zuversichtlich, noch eine Förderung der Stellen abgreifen zu können.

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