Eine Fotovoltaikanlage, dahinter sind Flammen zu sehen
+
Die Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes erschwerte die Brandbekämpfung.

Großbrand in Neue Tiefe

Wehrführer spricht von Extrem-Einsatz für Fehmarns Feuerwehren

  • Andreas Höppner
    vonAndreas Höppner
    schließen

Von einem „Extrem-Einsatz“ spricht Burgs Wehrführer Dirk Westphal nach dem Brand eines Mehrfamilienhauses am Sonntag in Neue Tiefe.

  • Bis zu 110 Einsatzkräfte zur Brandbekämpfung vor Ort.
  • Wehren fast acht Stunden im Einsatz.
  • Ostwind erschwerte den Feuerwehreinsatz.

Fehmarn – Das hat Kraft gekostet. Der Burger Wehrführer Dirk Westphal spricht einen Tag nach dem Brand eines Mehrfamilienhauses in Neue Tiefe (wir berichteten) von einem „Extrem-Einsatz, der an die Substanz gegangen ist“. Das gelte in erster Linie für das Personal, aber auch für das Material, so Westphal.

Die Burger Wehr hatte 49 Einsatzkräfte am Start, bei Hinzurechnung der im Einsatz befindlichen Meeschendorfer und Landkirchener Wehr sowie zusätzlicher Atemschutzgeräteträger  und der Gefahrgutgruppe Fehmarn dürften bis zu 110 Einsatzkräfte in die Brandbekämpfung eingebunden gewesen sein.

Erst gegen 0.30 Uhr konnten die letzten Glutnester gelöscht werden

Die Wehren waren fast acht Stunden im Einsatz. Erst gegen 0.30 Uhr seien auch die letzten Glutnester gelöscht gewesen, so Westphal. Die Alarmierung war um 17 Uhr erfolgt.

In dem Mehrfamilienhaus mit fünf Wohneinheiten, das als Ferienwohnanlage genutzt wird, hatte der in einer Obergeschosswohnung lebende Hauseigentümer eine Rauchentwicklung im Dachbereich bemerkt und Alarm geschlagen. Personen kamen wie berichtet nicht zu Schaden, doch der durch den Brand im Ober- und Dachgeschoss sowie durchs Löschwasser entstandene Sachschaden ist immens. Nach Mitteilung der Polizei wird dieser auf rund 1,1 Millionen Euro geschätzt. Das Gebäude ist derzeit unbewohnbar.

Die Drehleiter war mit einem Eispanzer überzogen, die Atemschutzgeräteträger hatten Eisplatten auf dem Rücken.

Burgs Wehrführer Dirk Westphal

Es war ein Löscheinsatz unter erschwerten Bedingungen, hervorgerufen durch den stürmischen Ostwind, der das Feuer immer wieder anfachte, die klirrende Kälte, die das Löschwasser nicht nur auf dem Boden, sondern auch am Gerät  und an den Einsatzkräften gefrieren ließ, und eine auf dem Dach installierte Fotovoltaikanlage, die es anfangs unmöglich machte, an die Brandherde heranzukommen. „Die Drehleiter war mit einem Eispanzer überzogen, die Atemschutzgeräteträger hatten Eisplatten auf dem Rücken“, beschreibt Dirk Westphal die Situation.  Und: Erst als die Fotovoltaikanlage demontiert war, sei man an die letzten Glutnester herangekommen. „Jede Platte musste einzeln abgenommen werden“, so Westphal, „ein gefährlicher Einsatz“. Auch ihm steckte der Einsatz am Montag „noch in den Knochen“, gab er unumwunden zu.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.