Ostholsteins Beirat für Menschen mit Behinderung tagte am Mittwoch auf Fehmarn

Facebook, Sitzungsstruktur und Barrierefreiheit

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Unter anderem standen Themen der Barrierefreiheit sowie ein Vortrag und Diskussion zur Nutzung der sozialen Plattform Facebook auf der aus acht Punkten bestehenden Tagesordnung.

FEHMARN - Von Reinhard Gamon Im Regelfall trifft sich der Beirat für Menschen mit Behinderungen in Ostholstein alle zwei Monate in unterschiedlichen Gemeinden innerhalb des Kreisgebietes. Am Mittwoch konnte Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber die Beiratsmitglieder im Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes in der Burger Bahnhofstraße begrüßen.

„Gerne hätte ich Sie in unser Burger Rathaus eingeladen“, so Jörg Weber, „aber das Gebäude ist leider nicht barrierefrei“. Er verwies in seinen Begrüßungsworten darauf, dass gerade das Thema Barrierefreiheit ein wichtiges auf der Insel sei und ihm selbst sehr am Herzen liege. „Das eine oder andere muss hier an Barrierefreiheit noch erarbeitet werden“, fuhr er fort und ging dabei auch auf den Burger Marktplatz ein, der, wie er sagte, für Menschen – besonders mit Behinderungen – „gar nicht schön“ sei.

Denkmalschutz muss sich bewegen

Jörg Weber hofft, dass er bei seiner Arbeit für die Barrierefreiheit Unterstützung beim ostholsteinischen Beirat für Menschen mit Behinderungen findet. Dies wurde ihm auch gleich zugesagt. In dem Zusammenhang wurde geäußert, dass sich der Denkmalschutz bewegen müsse, denn der Mensch sei schließlich wichtiger als eine Sache. Gerade das Kopfsteinpflaster auf dem Burger Marktplatz sei für viele Behinderte einfach schwer zu überwinden, war seitens des Beirats und des Bürgermeisters zu vernehmen.

Angeregt wurde auch, Selbstversuche durchzuführen, in diesem Fall Überwinden des Marktplatzes mit Rollator und auch Rollstühlen. „Solche Selbstversuche bringen erstaunlich viel“, warf Edda Rahlf in die Gesprächsrunde ein.

Auf der Sitzung wurde das Ehepaar Gertraut und Günter Brocks aus Burg den Mitgliedern vorgestellt. Beide werden ab dem kommenden Jahr als Kommunalbeauftragte Fehmarns für den Beirat in Sachen Menschen mit Behinderungen regional tätig werden.

Neben einem kurz gehaltenen Sachstandsbericht zu „OH – Wir alle – auf dem Weg zur Inklusion“ (es geht dabei um gesamtgesellschaftliche Aufgaben), ging es in der Sitzung vornehmlich um das Für und Wider der sozialen Plattform Facebook.

Bisher hatte sich der Beirat dafür entschieden, sich dem sozialen Netzwerk nicht zu öffnen. Grund dafür war die vom Beirat bisher getragene Meinung, dass diese Plattform Gefahren in sich birgt. „Das Web birgt Gefahren, die die Arbeit des gesamten Beirats durch Polemik und unwahre Behauptungen beeinträchtigen kann“, hieß es bisher vonseiten des Beirates für Menschen mit Behinderungen.

Doch mit einem Vortrag über die Plattform Facebook und anschließender Diskussion sollte die Frage erneut gestellt werden, ob sich der Beirat zukünftig dieser Plattform anschließen, beziehungsweise wie man weiter vorgehen sollte.

Angehörige des regionalen Medienunternehmens „Getex-Media“ stellten die soziale Plattform Facebook anschaulich vor. Sie informierten darüber, dass rund 23 Millionen Menschen allein in Deutschland aktiv Facebook nutzen, weltweit aktuell bereits drei Milliarden.

Im Verlauf des Vortrages wurden die Unterschiede zwischen dem Medium Facebook und einer üblichen Hompage herausgearbeitet. Thematisiert wurde unter anderem die Multiplikationswirkung durch Teilung von Beiträgen bei Facebook sowie der Datenschutz.

Im Ergebnis der anschließenden lebhaften Diskussion waren sich die Beiratsmitglieder schließlich darüber einig, sich Facebook doch anzuschließen, allerdings unter Vorbehalt, da die genauen anfallenden Kosten erst noch zu ermitteln seien.

Im weiteren Verlauf der Sitzung sprachen sich die Beiratsmitglieder dafür aus, die Sitzungsstruktur zu verändern. So soll künftig die Zahl der Tagesordnungspunkte der einzelnen Beiratssitzungen weniger werden, um im Ergebnis mehr Zeit für Diskussionen zu haben.

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