Das Unglück auf der "Lisco Gloria":

Fähre brennt noch leicht, liegt aber stabil vor Langeland

+
Die "Lisco Gloria" brennt noch immer. Die Dänen haben die Einsatzleitung übernommen, weil sie in dänische Gewässer abgetrieben war. Alle hoffen, dass das Schiff nicht sinkt und bricht, weil noch viel Treibstoff in der Fähre sein soll.

FEHMARN - Von Heiko Witt - Die havarierte Ostsee-Fähre "Lisco Gloria" brennt noch immer, das Feuer ist aber weitgehend erloschen. Heute morgen (10. Oktober) um 9 Uhr gab es  Flammen nur noch an der Heckklappe. Das Schiff liegt nach Angaben des Havariekommandos Cuxhaven vor der Insel Langeland stabil im Wasser. Es war in dänische Gewässer abgetrieben. Die Dänen haben die Einsatzleitung übernommen. Nach einer Auskunft der "Admiral Danish Fleet" auf Nachfrage von Fehmarn 24 soll im Laufe des Tages eine Crew an Bord gehen, um zu verifizieren, dass das Feuer wirklich erloschen ist.

Nach wie vor liegt das litauische Ro-RO-Schiff "Lisco Gloria" stabil vor Anker in der Ostsee auf der Höhe von Langeland. Das Schiff brennt noch im Bereich der Heckklappe, jedoch scheint das Feuer immer geringer zu werden. Zur Sicherheit sind auch vier Ölbekämpfungsschiffe direkt an der havarierten Fähre.

Während der gesamten Nacht wurde das Schiff von den Schleppern "Fairplay 26" und "Asterix" gekühlt.

Die Unglücksursache ist weiterhin rätselhaft. Die Behörden gehen weiterhin von einem technischen Defekt an einem Lkw aus. Ein Lastwagenaggregat wird als Ausgangspunkt der Katastrophe genannt. Ein Besatzungsmitglied habe bei einem Rundgang Rauch an einem Lastwagen festgestellt und zunächst einen eigenen Löschversuch unternommen, sagte der Leiter des Lagezentrums im Innenministerium, Joachim Gutt. Als dieser fehlschlug, habe der Mann den Kapitän informiert, der die Rettungsmaßnahmen eingeleitet habe. Die Nähe des Brandherdes zum Tank der Zugmaschine erkläre auch die Explosion. Es ist nicht auszuschließen, dass es auch Gefahrguttransporte gab. Insgesamt waren 89 Lkw-Fahrer an Bord, unklar ist noch, wieviele Lkw auf der Fähre waren. Es waren auf jeden Fall mehrere Dutzend.

Inzwischen ist von der Polizei bestätigt, dass es sich um 236 Personen handelte, die von den deutschen Einsatzkräften gerettet wurden.

Seit Mitternacht haben die dänischen Behörden die Gesamteinsatzleitung übernommen, da sich die Personen-Autofähre in dänischen Gewässern befindet.

Inzwischen sind zusätzlich zu den Bergungsspezialisten die Feuerwehrkräfte von Smit Salvage eingetroffen, einer niederländischen Bergungsfirma, die von der Reederei DFDS den Bergungsauftrag erhalten hat.

Das Havariekommando klärt zur Zeit, ob die dänischen Behörden Unterstützung durch deutsche Einsatzkräfte benötigen.

Noch 16 der 28 Personen mit Rauchgasvergiftungen sind in Krankenhäusern. 20 Personen sind noch in Hotels. Die meisten sind mit der "Lisco Maxima" erneut auf dem Weg nach Klaipeda. Einige sind nicht mehr mit der Fähre gefahren, sondern geflogen oder haben sich anderweitig auf den Heimweg gemacht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.