Falschparker und Wildcamper will die Stadt notfalls abschleppen / Externe Hilfe im Gespräch

Fehmarn: "Lage ist angespannt"

Der Parkplatz an der „Beltbude“ hat eine Höhenbeschränkung.
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Der Parkplatz an der „Beltbude“ hat eine Höhenbeschränkung.

Fehmarn –mb– Noch immer sorgt die Parkplatz- und Wohnmobilsituation vor allem an den Hotspots für Wassersport bei der Stadtverwaltung für Kopfzerbrechen. Grüner Brink, Orth, Klausdorf oder Presen – Himmelfahrt und Pfingsten sei das Wildparken und -campen eskaliert, rekapituliert Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber und erinnert sich insbesondere daran, als er mit Tourismusdirektor Oliver Behncke zu Himmelfahrt am Grünen Brink unterwegs war und live beobachten konnte, wie auf einem Pkw-Parkplatz das Campingvorzelt aufgebaut wurde.

  • Wildcamping-Fälle werden an den Kreis übergeben.
  • Zuwegung für Feuerwehr und Rettungsdienst freihalten.
  • Fehmarn braucht für mehr Kontrollen externe Hilfe.

Allein an Himmelfahrt hätten bis zu 70 Wohnmobile illegal am Grünen Brink übernachtet, weiß der Verwaltungschef. Wenn man nach 22 Uhr kontrolliert habe, sei nicht selten zu hören gewesen: ‚Wir haben schon getrunken und können nicht mehr fahren‘, berichtet Weber.

Die Ordnungswidrigkeit werde dann vom Ordnungsamt der Stadt oder der Polizei aufgenommen, anschließend gebe man den Fall an den Kreis Ostholstein weiter, denn der sei für Wildcamper zuständig, erklärt Weber.

Drei Parkplätze stehen am Grünen Brink zur Verfügung. Der erste auf dem Weg zur "Beltbude" ist von 7 bis 22 Uhr geöffnet und hat eine Zwei-Tonnenbegrenzung. Der zweite Parkplatz ist für Mobilisten und wird in Absprache mit dem TSF privat bewirtschaftet. Neun Euro kostet das 24-Stunden-Ticket. Die dritte und fußfreundlichste Haltemöglichkeit hat eine Höhenbeschränkung von 1,90 Meter. Angefangen habe man mal mit 2,60 Meter. „Das ist leider so. Damit werden Menschen bestraft, die nichts dafür können, sich an die Regeln halten“, weiß Weber um das Dilemma, das Problem besser in den Griff zu bekommen. Derartige Beschränkungen kann die Stadt übrigens selbst regeln.

Besonders alarmierend sei das Zuparken der Zuwegung gewesen. „Das ist eine komplette Halteverbotszone und muss für Feuerwehr und Rettungsdienst freigehalten werden. Dafür sind wir verantwortlich“, so Weber und will bei erneuter Eskalation abschleppen lassen. „Wir haben die Voraussetzungen abgeklärt, ein Abschleppdienst ist in Bereitschaft.“ Man werde allerdings nicht generell abschleppen. „Wir werden die Verhältnismäßigkeit wahren, nur dort aktiv werden, wo 3,50 Meter Minimum Wegbreite zum Durchfahren nicht mehr gegeben sind“, so Weber, was am Grünen Brink der Fall wäre.

Der laute Ruf nach verstärkten Kontrollen, könne Weber nachvollziehen. Seit fast drei Monaten seien Mitarbeiter der Stadtverwaltung auch am Wochenende zu Kontrollen unterwegs. „Ich werde das Pensum nicht erhöhen und schon gar nicht nachts meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter losschicken“, so Weber, der sich anfänglich gegen Hilfe durch Sicherheitsdienste gesträubt hatte, mittlerweile aber mit externer Hilfe im Gespräch sei. Ein Grund seien bisher die Kosten gewesen: „Dabei muss das Land unterstützen“, fordert Weber. „Die Lage ist angespannt. Wir müssen für den Sommer vorbereitet sein. Mit eigenen Kräften können wir das nicht leisten.“

Derweil gilt es, am Grünen Brink kreativ zu werden. So gesehen, gestern Nachmittag: Ein Familienvater mit mehreren Fahrrädern auf dem Dach setzte Kinder und Frau vor der „Beltbude“ ab, fuhr zum ersten Parkplatz ohne Höhenbeschränkung zurück und radelte dann wieder zurück zu seiner Familie.

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