NABU-Protestbriefe fordern Stopp der FFBQ / Siegert: „Welt hat sich weitergedreht“

Fast 25000-mal Nein zum Tunnel

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Der Schweinswal wird laut NABU beim Bau der Festen Fehmarnbeltquerung "immensen Gefahren" ausgesetzt sein. Für den Naturschutzbund ein Grund von vielen, aus dem Vorhaben auszusteigen.

Fehmarn – mb – Fast 25000 Menschen haben sich mittlerweile per E-Mail an der NABU-Protestaktion gegen den geplanten Bau der Festen Fehmarnbeltquerung beteiligt. Adresse des Protestes ist Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Darin fordern die Unterzeichner, das Tunnelprojekt neu zu bewerten und zwar so, wie es im Staatsvertrag zwischen Deutschland und Dänemark vorgesehen sei. „Das wird gerne diplomatisch totgeschwiegen, aber Artikel 22 sieht vor, dass bei wesentlichen Kostensteigerungen oder anderen neuen Entwicklungen, die bei Abschluss des Vertrages noch nicht bekannt waren, die Vertragsstaaten neu verhandeln müssen“, erklärt Malte Siegert, Leiter der Umweltpolitik beim NABU Hamburg und führt weiter aus: Anfangs habe man mit einer Brücke geplant, dann wurde es ein Absenktunnel durch ein sensibles Meeresschutzgebiet. Zudem seien die kalkulierten Kosten auf dänischer Seite für den Tunnel von 4,2 auf 7,2 Milliarden Euro gestiegen. Für Deutschland spricht der NABU-Fachmann von einer „Kostenexplosion“. Sei ursprünglich für die Hinterlandanbindung mit 860 Millionen Euro geplant worden, wären es jetzt bereits über vier Milliarden Euro.

Unlängst habe der Naturschutzbund den Verkehrsminister direkt angeschrieben und in einem anderthalb Seiten langen Brief eine Gesamtschau der Problemlage von ökologischer Belastung über geringere infrastrukturelle Bedarfe bis zur fehlenden Wirtschaftlichkeit dargelegt, so Siegert.

Gerade die wirtschaftliche Seite sollte aufhorchen lassen, so Siegert gegenüber dem FT, hätten sich die Rahmenbedingungen doch längst geändert. „Es gibt im Transeuropäischen Netz bereits den Arm Hamburg-Flensburg-Storebæltbrücke. Das reicht aus, denn die Verkehrszahlen rechtfertigen keinesfalls eine zweite Strecke“, so Siegert.

Der NABU fordert, dass Minister Scheuer mit seinem dänischen Kollegen das Projekt in der derzeit geplanten Form stoppt. Siegert: „Nach über zehn Jahren hat sich die Welt längst weitergedreht. Eine Tunnel zwischen Fehmarn und Dänemark braucht es nicht mehr.“

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