Breiter: Grünen-Aussage "peinlich"

FDP: "Chancen der Brücke unterbewertet"

PUTTGARDEN (pl) • Völlig unterbewertet würden in Ostholstein derzeit die wirtschaftlichen Chancen einer Festen Fehmarnbeltquerung. Mit dieser Erkenntnis kehrte die FDP Ostholstein von einem Treffen mit ihren dänischen Parteifreunden von Venstre auf Lolland zurück.

Dazu passe die Aussage der Landesvorsitzenden von Bündnis 90 / Die Grünen, Marlies Fritzen, die in Bezug auf die zu erwartenden Arbeitsplätze in Ostholstein im Falle eines Brückenbaus von höchstens einer „Tankstelle mit Fischbrötchenkiosk“ sprach (FT, 13. Oktober). Eine solche Aussage sei „nicht nur peinlich“, sondern zeige auch, „mit welcher Zielstrebigkeit neue Entwicklungen verpasst werden“, so FDP-Kreisvorsitzender Manfred Breiter.

Beeindruckt habe die ostholsteinischen Liberalen, mit „welcher Begeisterungsfähigkeit und Zielstrebigkeit“ die Dänen das Querungsprojekt verfolgten. Es müsse sich daher niemand wundern, „warum die Dänen in der Lage sind, ihre sozialen und beschäftigungspolitischen Aufgaben so souverän zu lösen“, so Breiter weiter.

Für dje Dänen sei der Begriff „Staatsgarantie“ nicht automatisch mit „Risiko“ verbunden, wurde in dem Gespräch deutlich.

„Befürchtungen der Umweltverbände unbegründet“

Das Gespräch mit den dänischen Liberalen – teil nahmen unter anderen der Vorsitzende des Fehmarnbelt-Forums und Folketing-Abgeordnete Svend Erik Hovmand und der Venstre-Vorsitzende in der Region Sjælland, Richard Petersen – habe deutlich gemacht, dass bestimmte Begrifflichkeiten im Zuge der Querungs-Diskussion unterschiedliche Bedeutungen auf deutscher und auf dänischer Seite erlangt hätten, was zu Missverständnissen führe.

„Schutz von Natur und Umwelt höchste Priorität“

Des Weiteren seien die Befürchtungen der deutschen Umweltverbände „völlig unbegründet“, so Breiter. Bereits auf der „Kick-off“-Konferenz in Rødby sei deutlich geworden, dass der Schutz von Natur und Umwelt bei der Brückenplanung höchste Priorität habe. In Umweltfragen gebe es „null Toleranz“, hätten auch die dänischen Liberalen hervorgehoben und dabei auf ihre Erfahrungen beim Bau der Brücken über den Großen Belt und den Øresund verwiesen.

Die FDP informierte sich auch darüber, wie die Interessen der von einer Beltquerung betroffenen Region in Kopenhagen vertreten werden.

„Zu unserem Erstaunen gibt es in dieser Frage überhaupt keine Probleme“, so Breiter. Alle Anregungen und Bedenken würden über das Fehmarnbelt-Forum an das Parlament in Kopenhagen weitergeleitet, so Venstre. Die FDP schließt daraus auf eine geringere Bedeutung des Fehmarnbelt-Forums auf deutscher Seite. Unabdingbar sei daher, dass sich die beiden Foren unter einem gemeinsamen Vorsitzenden zusammenschließen, so FDP-Chef Manfred Breiter.

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