Lord Strang of Stonesfield als Retter der Insel

Diese Gedenktafel am Heimatmuseum erinnert an den Lord, der verhinderte, dass Fehmarn zur sowjetischen Besatzungszone fiel.

Er verhinderte, dass Fehmarn zur russischen Besatzungszone fiel

Einem Briten haben die Fehmaraner es zu verdanken, dass ihre Insel nach dem 2. Weltkrieg nicht der sowjetischen Besatzungszone zugeschlagen wurde und somit zur DDR gehört hätte. So geht es aus den Memoiren des Lord Strang of Stonesfield hervor. Der Krieg war noch nicht beendet, doch Deutschland längst geschlagen, als die Alliierten sich über die Aufteilung Deutschlands Gedanken machten. Die „Ständige Konferenz“ befasste sich dann mit der Umsetzung der im Februar 1945 beschlossenen Aufteilung in vier Besatzungszonen. Erst 1956 erfuhren die Fehmaraner, wie knapp sie offenbar dem „real existierenden Sozialismus“ entgangen waren. Ein Leben in Freiheit, in der Demokratie, hätte es für sie dann bis zum Mauerfall nicht gegeben. Sir William Strang Baron of Stonesfield gab seine Memoiren „Home and abroad“ heraus. Darin schildert er, wie er in den Verhandlungen 1945 als britischer Unterhändler dem russischen Abgesandten Fjodor Gusew gegenüberstand, der energisch die strategisch wichtige Insel Fehmarn für die sowjetische Besatzungszone einforderte. Der amerikanische Diplomat George Whinant hielt sich in diesen Verhandlungen zurück.

Gusew wollte die Insel

Auf Seite 207 seiner Memoiren berichtete Lord Strang of Stonesfield: „Als wir die Grenzen der Besatzungszonen in Deutschland diskutierten, versuchte Gusew zwei Monate lang die Einbeziehung der Ostseeinsel Fehmarn in die sow-jetische Besatzungszone.“ Lord Strang blieb strong. Er schreibt in seinen Memoiren: „Die Ostseeinsel Fehmarn ist immer ein fester Bestandteil Schleswig-Holsteins gewesen und gehört als solche nach dem Jaltaer Abkommen ohne jeden Zweifel zu dem Großbritannien zugestandenen Besatzungsgebiet.“ Strang sorgte sich, dass die Sowjetunion weiter nach Dänemark vordringen könnte. „Ich widersetzte mich, auch, wenn das Foreign Office mich ermächtigt hatte, nachzugeben. Ich fuhr fort, standhaft zu bleiben, und eines Tages ließ Gusew die Forderung unschuldig fallen, als ob sie ihm nie etwas bedeutet hätte.“ Der „Retter der Insel“ unternahm 1958 eine Nordlandreise. Er setzte mit der „Theodor Heuß“ von Großenbrode nach Gedser über und sah aus der Ferne die Insel, die er verteidigt, aber nie betreten hatte. Zur Eröffnung der Fehmarnsundbrücke, so berichtete das Fehmarnsche Tageblatt, lud die Stadt Burg den Lord ein, doch er musste aus gesundheitlichen Gründen absagen. Im Jahre 1978 starb der Diplomat im Alter von 85 Jahren. Eine Gedenktafel im Fachwerkgemäuer des Heimatmuseums erinnert an den Lord. Die Situation auf Fehmarn nach dem 2. Weltkrieg schildert Heimatforscher Karl-Wilhelm Klahn in seiner Stadtchronik. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm Fehmarn 18000 Flüchtlinge aus den einstigen Ostgebieten auf. Es wurden mehrere Hilfs-Lazarette eingerichtet. Am 3. Mai 1945 versenkte die britische Luftwaffe mehrere Schiffe, die vor Burgtiefe ankerten. Vier Tage später besetzten englische Truppen die Insel. Vergeblich suchten sie den SS-Reichsführer Heinrich Himmler in Katharinenhof. 43000 Marinesoldaten wurden auf Fehmarn gefangen gehalten. 17 fehmarnsche Nationalsozialisten wurden in Haft genommen. 14 in Gadeland bei Schleswig, drei in Eselsheite bei Paderborn.

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