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Fehmaraner Hartmut Specht tritt als unabhängiger Einzelkandidat bei der Landtagswahl an

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Von: Andreas Höppner

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Fehmarn Harmut Specht Landtagswahl
Hartmut Specht will es als 77-Jähriger ein letztes Mal wissen. Er tritt zur Landtagswahl am 8. Mai als unabhängiger Einzelkandidat im Wahlkreis Ostholstein-Nord an. © Andreas Höppner

Bei der Landtagswahl am 8. Mai wirft der 77-jähriger Fehmaraner Harmut Specht seinen Hut als unabhängiger Einzelkandidat in den Ring.

Fehmarn – Er hat schon immer für seine Ideale gekämpft und nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, mit Politikern etablierter Parteien notfalls hart ins Gericht zu gehen. Und wenn es aus seiner Sicht notwendig erscheint, dann schwimmt der mittlerweile 77-Jährige aus Bisdorf auch gegen den Strom. Nun tritt er als unabhängiger Einzelkandidat im Wahlkreis Ostholstein-Nord zur Landtagswahl an. 58 Unterstützerunterschriften hat er eingereicht; 50 waren erforderlich, um zugelassen zu werden.

Es ist mein politischer Endspurt

Harmut Specht, Einzelkandidat zur Landtagswahl im Wahlkreis Ostholstein-Nord

„Es ist mein politischer Endspurt“, sagt der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Landkirchen und frühere Abgeordnete des ostholsteinischen Kreistages, dem er 13 Jahre angehörte. Und: Sollte er direkt gewählt werden, dann wolle er sich im Landtag auf jeden Fall auf die Spuren des SSW-Fraktionschefs Lars Harms begeben, der in jüngster Vergangenheit die meisten Redebeiträge gehabt habe.

Geht es um seine politischen Ziele, gibt es für ihn nur den Blick nach vorne – und zwar 30 Jahre voraus. Denn: „Entscheidungen sollten hauptsächlich zum Vorteil unserer Kinder und Enkel getroffen werden.“ Aus seiner Sicht sei die Planung, den Tunnel unter dem Fehmarnsund nicht für den langsamen Verkehr auszubauen, ein Paradebeispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. Für ihn stelle sich nämlich die Frage, was in 50 Jahren sei bei einer möglichen Abgängigkeit der alten Fehmarnsundbrücke. Hartmut Specht fragt: Wo lässt man dann die Trecker oder die Radfahrer fahren? Etwas Neues bauen und dann ein zweites Mal investieren? Möglicherweise ein Fall von Steuergeldverschwendung, so Specht.

Ohnehin hält der Bisdorfer die Planungen und Beschlüsse, die im Zusammenhang mit dem Bau der Hinterlandanbindung für die Feste Fehmarnbeltquerung bislang getroffen wurden, für viel zu kurz gedacht. Bund und Land hätten versagt. So fehle es bei solch einem Jahrtausendprojekt an Begleitinvestitionen. Es bräuchte auf Fehmarn eine Flurbereinigung auf höchstem Niveau, den Bau von Umgehungsstraßen in Burg oder auch Landkirchen-Nord, um dem Dauerstau entgegenzutreten.

Zudem müsse eine Beibehaltung der Bäderbahn bis Neustadt forciert werden, so Specht, der mit seiner Forderung den Ausbau der S-Bahn von Hamburg über Bad Oldesloe hinaus bis nach Neustadt im Blick hat. Es versteht sich schon von selbst, dass er auf Fehmarn weiterhin für einen „Zukunftsbahnhof“ direkt an der Haupttrasse eintritt.

Dreispuriger Ausbau von Oldenburg nach Kiel

Als weitere Kernziele nennt der unabhängige Direktkandidat einen ökologisch verträglichen und mit wechselseitigen Überhol- spuren versehenen dreispurigen Ausbau der Bundesstraße 202 von Oldenburg nach Kiel, die Verlegung der Geburtsstation von Eutin an die A1 nach Oldenburg oder Lensahn beziehungsweise Neustadt. Aber auch für eine ökologisch optimierte, aber „nicht ideologisch belastete Optimierung“ der Landwirtschaft will er eintreten.   

Bis zum jetzigen Landtagswahlkampf überlebt hat die von Specht schon zu dessen Kreistagszeiten vorgebrachte Forderung nach der Zusammenlegung der Kreise Plön und Ostholstein zum „Ostseekreis Holstein“, um Verwaltungskosten einsparen zu können. Im Ausbau der Digitalisierung in den Verwaltungen sieht Specht ebenfalls Einsparpotenziale. 

Mit vier Wahlplakatmotiven am Start

Dem kommenden Wahlkampf blickt der 77-Jährige mit Spannung und voller Elan entgegen. In den nächsten Tagen soll es losgehen mit dem Plakatieren, mit vier Wahlplakatmotiven geht er an den Start. Seinen privaten Pkw will er mit Folien bekleben, eine 16-seitige Wahlkampfbroschüre auflegen, Flyer unters Wahlvolk bringen und selbstverständlich auch in der Öffentlichkeit Präsenz zeigen – „so weit die Füße tragen“.

Schafft er es nicht in den Landtag, hat er den Anspruch, wenigstens ein „zweistelliges Ergebnis zu holen“. Einen weiteren Anlauf für ein politisches Amt, möglicherweise zur Kommunalwahl 2023, schließt Hartmut Specht kategorisch aus – die Kandidatur zum Landtag ist bekanntlich sein „politischer Endspurt“. 

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