Nick Wilder sitzt in seinem Auto und schaut in den Rückspiegel
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Blickt zurück: Nick Wilder hat seine Autobiografie veröffentlicht, die es ab sofort im stationären Buchhandel und online zu kaufen gibt.

Nick Wilder tut etwas Ungewohntes, um seine Memoiren zu schreiben, die jetzt erscheinen

Ein Blick in den Rückspiegel

  • Manuel Büchner
    vonManuel Büchner
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Der Film- und Fernsehschauspieler Nick Wilder, ein Fehmarnscher Jung, der seit Jahrzehnten in den USA lebt, hat jetzt seine Autobiografie veröffentlicht.

  • Nick Wilder zieht es immer wieder gern zurück nach Fehmarn.
  • Sein Buch „Hallo, Herr Kaiser! Das Leben ist wilder, als man denkt“ ist jetzt im Buchhandel und online erhältlich.
  • „Traumschiff“-Doc geht von Bord: Letzte Folge mit Wilder am 26. Dezember.

Fehmarn – Von Manuel Büchner – Klaus Wilder, besser bekannt als Nick Wilder, ist ein Fehmarnscher Jung, lebt seit Jahrzehnten in den USA und bezeichnet sich aber am liebsten als Kosmopolit. Jetzt ist seine Autobiografie „Hallo, Herr Kaiser! Das Leben ist wilder, als man denkt“ erschienen. Dafür hat er nach eigenem Bekunden „das erste Mal intensiv in den Rückspiegel geschaut“. Unterstützung für den Feinschliff hat er vom Multitalent Björn Sülter bekommen.

67 Jahre: „Das Buch fällt nicht um auf dem Tisch, das bleibt stehen.“ Wilder hat viel zu erzählen, der Titel des Buches ist ein Sprachspiel mit Berechtigung. Zehn intensive Monate Arbeit am Buch, die zeitweise auch von Zweifeln am Vorhaben geprägt waren, haben bei ihm ein Gefühl der Dankbarkeit für alles Erlebte geweckt. Sozusagen ein reflektierter Umgang mit der Vergangenheit. 

Fehmarn fühlt sich an wie ein Handschuh, der schon immer da war.

Nick Wilder

Zu Beginn hatte sich der Film- und Fernsehschauspieler die entscheidende Frage stellen müssen: „Wie fange ich das an mit dem Buch?“ Am besten ganz von vorne, chronologisch. Er habe die Augen geschlossen – erste Kindheitserinnerungen schossen ihm daraufhin durch den Kopf. Die Erkundung der umliegenden Höfe und Felder. Der Radius habe sich stets erweitert, bis die Insel für den gebürtigen Altjellingsdorfer irgendwann nicht mehr das Richtige war. Zu ruhig, zu eng, zu konservativ. „Ich konnte nicht schnell genug wegkommen, wollte ausbrechen, wollte die Welt erobern.“ Heute zieht es Wilder immer wieder gerne zurück zum Ursprung. „Fehmarn fühlt sich an wie ein Handschuh, der schon immer da war.“ Dann wird er von Zeit zu Zeit auch nicht Nick, sondern gerne mal Klaus gerufen.

Aber: „Jeder findet seine eigene Heimat.“ Und für seine Frau Christine und ihn sei dies Montana. Wilders Weg in den US-amerikanischen Bundesstaat zwischen Rocky Mountains und Great Plains klingt mindestens filmreif. Als Kind habe er bei den Nachbarn „Bonanza“ gesehen. „Das war für mich die große Freiheit. Das blieb im Kopf.“ Später schwärmte er einer Freundin vom tollsten Ort der Welt vor. Ihr blieb das auch im Kopf. Besagte Freundin zog nach Montana, hatte dort eine Immobilienzeitung, Wilder besuchte sie, sah in dem Magazin ein Foto einer Ranch: Bäume, Berge und Wasser – ein Kindheitstraum in Vollendung. „Das musste ich kaufen.“

Zwei Jahre später, 1998, baute er dort auf 16 Hektar sein Haus. Das „Ting“ (ting-montana.com) war geboren – ein spiritueller Ort. „Für mich ist es der schönste Platz der Welt.“ Seit 2019 ist als Anbau ein luxuriöses Gästehaus in der Vermietung, das keine Wünsche offen lässt. Gewissermaßen schließt sich für den 68-Jährigen damit der Kreis. „Ich bin wieder da, wo ich herkomme. Auf dem Land.“

Nick Wilder geht mit einem Lächeln von Bord

Erst verkörperte er 14 Jahre lang die Werbeikone „Herr Kaiser“, dann folgte nahtlos „Das Traumschiff“. Jetzt, nach zehn Jahren bei der ZDF-Erfolgsserie, das Stethoskop an den Nagel zu hängen, war für den Schiffsarzt Dr. Wolf Sander eine wohlüberlegte Entscheidung. Mit dem Tod des Traumschiff-Erfinders Wolfgang Rademann 2016, der Wilder nach Gastrollen zum Schiffsarzt machte, sei auch ein wenig der Geist weggewesen. „Es war nicht mehr das Gleiche.“ Hinzu seien sich wiederholende Kreuzfahrtrouten gekommen, ein Gefühl des Alltäglichen habe sich langsam eingestellt, zumal sieben Monate Dreh im Jahr nur wenig Zeit für Neues lassen würden. „Ich will noch so viel machen, neue Herausforderungen angehen.“ Wilder, der zum letzten Mal am 26. Dezember beim „Traumschiff“ zu sehen sein wird, geht mit einem Lächeln von Bord. „Ich habe die Welt gesehen.“ Sein Blick ist wieder nach vorne gerichtet.

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