Aktivistinnen halten Schilder gegen Belttunnel hoch
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Klare Botschaft der Tunnelgegner auf dem Marktplatz.

Großdemotag auf Fehmarn

Anti-Tunnel-Demo auf Fehmarn nur mit rund 50 Teilnehmern

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Heute (26. Juni) ist Großdemotag auf Fehmarn gegen den Bau des Tunnels durch den Fehmarnbelt. Alle Infos gibt‘s hier.

15.05 Uhr: Die Teilnehmer der Demo erreichen gegen 14 Uhr Burgtiefe. Die Polizeipressestelle spricht von etwa 40 Teilnehmern, die Veranstalter von rund 60 Personen. Angemeldet waren 150 Personen. Lediglich am Ortseingang von Burgtiefe gab es ein Ausschwärmen der Teilnehmer, die kurzzeitig die Straße blockierten.

Tanzen am Südstrand von Fehmarn zu „Stayin‘ Alive“ von den „Bee Gees“.

Am Südstrand gab es Ansprachen, ein kleiner Tanz wurde zu „Stayin‘ Alive“ von den „Bee Gees“ aufgeführt. Zum Abschluss gingen eingie Teilnehmer baden, bevor die die Protestaktion beendet wurde.

Klare Botschaft: Aktivisten von Extinction Rebellion gehen zusammen mit Tunnelgegnern in die Ostsee

Für die Polizei relevante Vorkommnisse habe es nicht gegeben, so Sprecher Stefan Muhtz. Der Protest auf dem Baustellengelände in Marienleuchte sei ebenfalls friedlich verlaufen. „14.40 Uhr haben die fünf Personen das Gelände verlassen“, so Muhtz.

Der Demozug in Richtung Burgtiefe ist unterwegs.

12.50 Uhr: Wickie ist eine von fünf Aktivisten mit Transparenten auf der besetzten Baustelle und erklärt, warum sie in Marienleuchte ist: „Hier sind die Anfänge des Tunnelbaus auf deutscher Seite.“ Ein Projekt, das aus der Zeit gefallen sei und dennoch gnadenlos durchgezogen werde. „Fehmarn braucht keine Autobahn und keinen Tunnel.“ Das Projekt koste unheimlich viel Geld und ist „ökologisch der größte Wahnsinn“. Die offene Bauweise des Tunnels zerstöre das Ökosystem Ostsee – „und da bringt es auch nichts, wenn etwas wissenschaftlich begleitet wird“, was hinterher nicht mehr reversiebel sei.

Aktivisten der sogenannten Gruppe „Aktion Autofrei“ besetzen die Tunnelbaustelle in Marienleuchte.

Wickie und ihre Mitstreiter werden von Zeit zu Zeit von vorbeifahrenden Radfahrern angesprochen, „die Polizei interessiert sich jedenfalls bisher nicht für uns“, vielmehr hätten die am Morgen gefragt, ob es uns gut gehe.

Bodo Gehrke (l.) von der Allianz gegen eine Feste Fehmarnbeltquerung und Reimer Schley aus Lübeck vom Verein zum Schutz von Umwelt und Wohnqualität.

Alleine ist man nichts.

Reimer Schley aus Lübeck

12.15 Uhr: Reimer Schley aus Lübeck vom Verein zum Schutz von Umwelt und Wohnqualität, der sich 1994 aus mehreren Bürgerinitiativen gegründet hat, ist seit 15 Jahren Teil der Sammelbewegung gegen den Tunnel, was wichtig sei, denn: „Alleine ist man nichts.“

Warum engagiert er sich? Die Züge würden jetzt schon nur rund 100 Meter hinter seinem Grundstück vorbeifahren. „Mit der neuen Trasse werden es mehr – und sie werden vor allem länger“, sagt er und betont: Die drei Meter hohe Lärmschutzwand, die die Deutsche Bahn aufgebaut habe, bringe jedenfalls nichts. Schley ist ein wenig enttäuscht, dass nur so wenige Menschen auf den Marktplatz gekommen sind.

11.15 Uhr: Die Auftaktveranstaltung zur Demo auf dem Burger Marktplatz ist aufgrund der wenigen Teilnehmer verschoben. Rund 30 Tunnelgegner sind vor Ort.

Ein Banner von Extinction Rebellion auf dem Marktplatz in Burg.

„Ein Bagger und zwei Container sind besetzt“, heißt es heute Morgen (27. Juni) auf dem Twitter-Account der Gruppe „Aktion Autofrei!“, die sich im Rahmen der heutigen Demo der Bürgerinitiativen gegen die Feste Fehmarnbeltquerung (Beltretter), zusammen mit der Umweltbewegung Extinction Rebellion, gegen den Tunnelbau positionieren.

So würden durch den Bau des Tunnels allein drei Millionen Tonnen CO2 freigesetzt, kritisieren die Gegner weiter und schreiben bei Twitter: „Das nehmen wir nicht hin!“ Auf einem der Banner steht: „Eine Autobahn auf dem Meeresgrund versenkt das Klimaziel und zerstört die Ostsee.“

Vonseiten der Polizei ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Eingreifen erforderlich.

Polizeipressesprecher Stefan Muhtz

10.35 Uhr: Polizeipressesprecher Stefan Muhtz sagte: „Fünf Demonstranten sitzen entspannt und friedlich auf einem Bagger und einem Container. Vonseiten der Polizei ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Eingreifen erforderlich.“ Dennoch werde noch geprüft, ob man einschreiten werde.

Die Polizei ist auf Fehmarn mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften vor Ort. Gleich mehrere Transporter sind an und auf der Sundbrücke stationiert, da wohl mit Aktionen gerechnet wird. Den Beamten war wohl noch die Aktion von vor vier Jahren im Gedächtnis, als „Robin Wood“-Aktivisten sich 2017 von der Brücke abseilten und ein riesiges Banner gegen den Tunnel anbrachten.

Vor Ort war die Polizei sogar schon gestern Abend. Wie viele Einsatzkräfte heute vor Ort sind, wollte der Polizeipressesprecher nicht mitteilen.

Die Polizei zeigt auf der Fehmarnsundbrücke Präsenz.

Auch an der Amalienhofer Brücke in Richtung Puttgarden haben die Aktivisten ein großes Banner aufgehängt: Darauf zu sehen sind tote Meerestiere und der Spruch: „Nur mal kurz ‘n Tunnel bauen“. Auch das habe man natürlich vernommen, so Stefan Muhtz.

Auf dem Parkplatz der Großsporthalle haben Polizei und Rettungsdienst Stellung bezogen.

Offiziell beginnt die Demo um 11 Uhr auf dem Burger Marktplatz. Es sind Vorträge, Musik und die Verteilung von Flugblättern geplant. Gefordert werde von Politik und Baubranche ein Baustopp des Infrastrukturprojekts und die Umsetzung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts für die Generationengerechtigkeit beim Klimaschutz, um diese „drohende Umweltkatastrophe“ zu verhindern, so Isabel Arent, Sprecherin der AG Belt-Hamburg, die Teil der Beltretter ist.

Demo-Umzug startet 13 Uhr

Um 13 Uhr soll die Demo dann über Sahrensdorfer Straße, Mathildenstraße und Strandallee bis zum Südstrand ziehen, bevor ab 15 Uhr weitere Aktionen am Strand geplant sind. An drei Punkten auf den Weg nach Burgtiefe soll es zu kurzen Fünf-Minuten-Versammlungen kommen: Kreuzung Breite Straße/Sahrensdorfer Straße, Kreuzung Grüner Weg/Strandallee und Kreuzung Strandallee/Am Yachthafen.

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