Erste Demo „Fridays For Future“ / Mehr als 100 junge Menschen beim Umweltprotest

Und Fehmarn ist auch dabei

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Die weltweite Schülerdemo "Fridays For Future" ist auch auf Fehmarn angekommen. 

FEHMARN – ga/wa – „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, so der Protestruf von mehr als 100 Schülerinnen und Schülern, die gestern mit einem Protestmarsch durch die Burger Innenstadt zum Ausdruck brachten, dass es in Sachen Umwelt so nicht weitergehen kann.

Initiiert wurde die erste Schülerdemo dieser Art auf Fehmarn von drei Praktikanten, die derzeit im NABU-Wasservogelschutzreservat Wallnau beschäftigt sind. „Wir laufen nicht für uns, sondern für ganz Deutschland und die Welt“, war von den drei Initiatoren Vivian Fischbach, Lena Gitschat und Alexander Rümpel vor Ort zu vernehmen.

Die Schüler der Inselschule hatten zum einen übers Internet von der Demo erfahren, bei einigen stand der Termin sogar an der Klassentafel, und auch mit Lehrern wurde darüber gesprochen.

Um 11.30 Uhr begann die Veranstaltung auf dem Burger Marktplatz. Polizei und Veranstalter sprachen von 100 bis 150 Jugendlichen, die zum Teil mit Plakaten ihrer Empörung darüber Ausdruck verliehen, dass zu wenig für die Umwelt und den Klimaschutz unternommen werde. Auf einem Plakat stand an die Politiker gerichtet der Appell: „Macht Eure Hausaufgaben.“

Als einzige Stadtvertreterin nahm Christiane Stodt-Kirchholtes (Grüne) an der Demo teil. Sie richtete sich mit den Worten an die jungen Menschen: „Wir haben die Welt von unseren Kindern nur ausgeliehen.“

Im Anschluss formierte sich ein Demonstrationszug durch die Altstadt, der von mehreren Polizeikräften abgesichert wurde und schließlich zurück zum Marktplatz führte. Bei der Demo waren auch mehrere blaue Kreuze der Beltretter zu sehen. Zurück auf dem Marktplatz gab es noch den einen oder anderen Sprechchor mit Rufen wie „Schüler lasst das Lernen sein, setzt Euch für das Klima ein.“

Die Schüler haben sich anscheinend ernsthaft mit dem Thema Umweltschutz befasst. So sagte eine Schülerin: „Meine Freunde haben mir von der Demo hier erzählt und ich bin mitgekommen, weil es auch bei uns in der Mensa viel Müll gibt. Das ist nicht so schön. Es ist nicht in Ordnung, die Erde zu vermüllen.“ Von anderen war zu hören, dass die Demos eine gute Sache seien, „um auf uns aufmerksam zu machen und uns für den Umweltschutz stark zu machen.“ Eine weitere Stimme ließ verlauten: „Ich bin hier, weil ich es nicht gut finde, wie sich die Erwachsenen um unsere Zukunft kümmern. Es geht immer nur ums Geld und nicht um uns.“

Die Polizei war entspannt und sah die Demo positiv: „Das sind junge Menschen, die wollen ihre Meinung kundtun, das ist für uns in Ordnung.“

Unter „skolstrejk för klimatet“ wurde dieser Umweltstreik von Schülern bekannt. Seinen Ursprung hat er in Schweden. Am 20. August in dem heißen Sommer 2018 zog die junge Initiatorin Greta Thunberg zum ersten Mal mit ihrem Schild vor den Reichstag in Stockholm. Anschließend organisierte sie die ersten Schulstreiks und Demos zur eigentlichen Unterrichtszeit jeweils an Freitagen, um auf die Vernachlässigung des sozialen Aspektes der Klimapolitik aufmerksam zu machen und im Besonderen auf die mangelnde Einsatzbereitschaft von Politikern, sich für den Umweltschutz einzusetzen. Mit den Demos soll ein Handeln der Politiker eingefordert werden.

Von den Initiatoren der gestrigen Demo ist keine weitere Veranstaltung geplant. Jetzt liegt es also ganz bei den Schülern selbst, sich weiter zu engagieren.

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