Bettina Hagedorn mit Architekt Torsten Ewers, Matthias Höls, Pastor Dr. Martin Grahl und Matthias Meetz in der Bannesdorfer Kirche
+
Bettina Hagedorn besichtigte die Sanierungsarbeiten an der Bannesdorfer Kirche mit Architekt Torsten Ewers (v. l.), Matthias Höls, Pastor Dr. Martin Grahl und Matthias Meetz.

Bettina Hagedorn besichtigte Baustelle

Bannesdorfer Kirche: Sanierungsarbeiten gehen voran

  • Lars Braesch
    vonLars Braesch
    schließen

Die Bannesdorfer Kirche auf Fehmarn wird derzeit saniert. Am Gründonnerstag besichtigte die Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn die Baustelle.

Fehmarn – Die Bannesdorfer St.-Johannis-Kirche war in einem schlechten Zustand. Der Putz bröckelte im 700 Jahre alten Gotteshaus durch enorme Feuchtigkeit von den Wänden, es gab massive Schäden am Mauerwerk. Jetzt ist die Kirche auf dem Weg der Besserung.

Vor zwei Jahren erfolgte die Rettung durch das Denkmalschutz-Sonderprogramm. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Ingo Gädechens (CDU) machte sich SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn seinerzeit für Fehmarns Kirchen stark. Auch an der St.-Petri-Kirche in Landkirchen hatte der Zahn der Zeit genagt. Dort musste der Dachstuhl saniert werden, sodass insgesamt 479000 Euro aus dem Sonderprogramm auf die Insel flossen. Die Sanierungsarbeiten für die Bannesdorfer Kirche wurden damals mit rund 260000 Euro veranschlagt. Am 8. Mai 2019 erhielt die Bannesdorfer Kirchengemeinde eine Förderzusage über 129000 Euro als 50-prozentige Bundesförderung aus dem Denkmalschutzprogramm. 

Bettina Hagedorn ist momentan im Homeoffice in Kasseedorf. Dort wird die Politikerin auch die Osterfeiertage verbringen. Am Gründonnerstag besichtigte die Sozialdemokratin auf Einladung des Architekten Torsten Ewers die Baustelle, um sich ein Bild von den Arbeiten in Bannesdorf zu machen. 

Neben Bettina Hagedorn und dem Architekten Torsten Ewers nahmen Matthias Höls (Architekt in der Bauabteilung des Kirchenkreises Ostholstein), Pastor Dr. Martin Grahl, Matthias Meetz (Kirchengemeinderat Bannesdorf) und der Bauleiter von Fehmarn Tiefbau, Stefan Bolley, am Ortstermin am Gründonnerstag teil. „Es ist eine schöne Arbeit“, verteilte Torsten Ewers ein großes Architektenlob. Der Außenbereich der Kirche habe sich bereits gut entwickelt. Und auch Bettina Hagedorn stimmte mit ein: „Diese Arbeiten sind nicht nullachtfünfzehn.“  

Keine öffentliche Ausschreibung

„Die Sanierung von Kirchen ist Glück und Segen zugleich, denn es muss nicht öffentlich ausgeschrieben werden“, erläuterte Torsten Ewers weiter. Viele Firmen würden ein Angebot machen, dann den Preis drücken, um dann später mit den Sanierungsarbeiten völlig überfordert zu sein. Dies sei bei einer örtlich gebundenen Firma nicht der Fall. 

Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde die Treppe zur Loge an der Nordseite entfernt. Die Steine dort sollen aus dem Mauerwerk entfernt und anschließend gereinigt werden. Da hierfür noch zehn alte Steine benötigt werden, will Pastor Dr. Martin Grahl noch einmal im Turm der Petersdorfer Kirche nachschauen. 

Trassmörtel haben schon die alten Römer benutzt. Er ist sehr hart und reißt nicht so schnell.

Architekt Torsten Ewers

Rund um die Kirche werden normale Sammelsteine verlegt. Diese werden mit sogenanntem Trassmörtel verfugt. „Trassmörtel haben schon die alten Römer benutzt. Er ist sehr hart und reißt nicht so schnell“, führte Architekt Torsten Ewers aus. 

Sammelsteine werden derzeit an der Bannesdorfer St.-Johannis-Kirche verlegt. Die Steine werden mit sogenannten Trassmörtel verfugt. Ebenfalls wurden die Fallrohre nicht mehr ins Erdrreich verlegt.

Vorher gab es nur Bäume und Büsche rund um die Bannesdorfer Kirche. Hier sei das Wurzelwerk in die Kirche hineingewachsen und habe so für enorme Feuchtigkeitsschäden gesorgt. So wurde die Entwässerung komplett samt Drainage erneuert. Die Verlegung der Sammelsteine sei echte Handwerkskunst und ein Knochenjob. Als Goldschmiedin ist Bettina Hagedorn sehr am Handwerk interessiert. Deshalb folgte die Bundestagsabgeordnete gern der Einladung nach Bannesdorf. Auch an Schulen werbe Hagedorn fürs Handwerk. 

„Viele Feldsteinkirchen sind Mitte der 80er-Jahre falsch saniert worden, und es ist zu einem Investitionsstau gekommen“, bilanzierte Bettina Hagedorn. Rund 3,2 Millionen Euro steckt der Kirchenkreis Ostholstein in seine Kirchen. 

Abgeguckt bei den Fallrohren

In Sachen Fallrohre hat sich Architekt Ewers in Mecklenburg-Vorpommern etwas abgeguckt. „Wir haben die Fallrohre bewusst nicht in den Boden verlegt, sondern mit einem offenen Auslauf. Eine Kirchengemeinde hat gar nicht die Möglichkeiten, eine Regenrinne zu reinigen. Ein Gully kann viel leichter gereinigt werden“, begründete der Architekt diese Maßnahme. 

An der Südseite der Kirche werde es im Innenbereich zu einer sogenannten Erstverschlimmerung kommen. „Die Feuchtigkeit von außen haben wir stoppen können. Spezielle Salze im Mauerwerk stoppen nun die Feuchtigkeit im Innenbereich. Bei diesem Prozess kommt es leider zu weiteren Putzabplatzungen“, erklärte Torsten Ewers. 

Ende April sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein. „Wir wollten eigentlich schon früher anfangen, jedoch hat uns der plötzliche Wintereinbruch einen Strich durch die Rechnung gemacht“, so Ewers weiter. 

„Ich freue mich sehr, dass das engagierte Team der Bannesdorfer St.-Johannis- Kirche um Pastor Dr. Martin Grahl sowie Mitgliedern des Kirchengemeinderats für ihr Engagement zu Gunsten der Sanierung dieser wunderbaren Kirche belohnt wurde“, so Bettina Hagedorn.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.