Ein Smartphone mit dem Account der „Inselkings69“
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Für „Inselkings69“ ruhig mal ein Abo dalassen und durch die Memes scrollen.

Instagram-Kanal postet Beiträge der Bewerber

Bürgermeisterwahl: Auf ein Video bei den Inselkings von Fehmarn

  • Manuel Büchner
    vonManuel Büchner
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Auf Instagram hellen die Inselkings von Fehmarn den Corona-Alltag auf. Sie haben sich mit der Bürgermeisterwahl am 7. März beschäftigt und die Kandidaten um einen Beitrag gebeten.

Fehmarn – „Inselkings69“ heißt bei Instagram ein Account von vier Jungs (alle 21 oder 22 Jahre alt) von Fehmarn, die den grauen Corona-Alltag mit sogenannten Memes aufhellen. Über 1650 Abonnenten hat der Kanal, der seit Ende Mai 2020 am Start ist. Ernsthaft, aber mit einem kleinen Augenzwinkern, haben sich die Inselkings jetzt mit der Bürgermeisterwahl beschäftigt.

Im Januar hatte der Hauptverantwortliche der Seite – die Jungs wollen zunächst noch nicht namentlich an die Öffentlichkeit treten – alle Kandidaten angeschrieben. Marco Eberle (Grüne), Doris Klemptner, Thomas Weber und Bürgermeister Jörg Weber hatten schnell geantwortet und Interesse bekundet.

Was sind Memes und Influencer?

Ein Meme ist ein kleiner, digital gebastelter Medieninhalt, bestehend aus einem Bild mit prägnanter Aussage, meist lustig, manchmal sarkastisch, gesellschaftskritisch oder auch hin und wieder ein wenig fies.

Ein Influencer ist eine Person, die in den sozialen Medien in gewisser Weise eine starke Präsenz hat und durch diesen Einfluss Produkte, Themen jeglicher Art und Lebensstile bewirbt.

Schneller und einfacher kann man eine junge Zielgruppe nicht erreichen.

Instagrammer der Inselkings

Nur mit FDP-Kandidat Manuel von Schalscha-Ehrenfeld gestaltete es sich schwierig. Nach einer Erinnerung habe er nicht mehr geantwortet. Erst ein Bekannter des Kandidaten habe den Faden wieder aufgenommen, nach einer nochmaligen Erinnerung sei es dann aber zu spät gewesen, so der Initiator im Gespräch mit dem FT. „Einem Kandidaten mehr Zeit einzuräumen, wäre unfair gewesen gegenüber den anderen“, zeigte sich der 22-Jährige verwundert. Denn: „Schneller und einfacher kann man eine junge Zielgruppe nicht erreichen.“

Einen Monat hatten die Bewerber für ihren Beitrag Zeit

Einen Monat hatten die Bewerber für ihren Beitrag Zeit. „Es musste nicht zwangsläufig ein Video sein, ein kleiner Text oder irgendwas zum Posten wäre auch okay gewesen“, ist der Instagrammer trotzdem froh, dass die vier Kandidaten ein Video geschickt haben.

Die Bürgermeisterwahl auf Fehmarn aufzugreifen, hatten die Inselkings ziemlich zeitig in der Überlegung. „Die ersten Namen flogen bei Facebook ja schon im Sommer 2020 durch den Raum“, so der Wahlfehmaraner, der die 18- bis 34-Jährigen als Zielgruppe sieht. Ihnen bestenfalls eine kleine Entscheidungshilfe anzubieten, insbesondere sich überhaupt mit der Wahl auseinanderzusetzen, sei das Ziel. „Das ist mir persönlich wichtig. Auch die Jüngeren sollten über Fehmarn mitentscheiden können.“

Die vier Kandidaten haben jedenfalls in kurzen Videos geliefert: Eberle und Klemptner, die ihre Programme kurzerhand in Memes übersetzen, Jörg Weber, der es klassischer hielt und über Skatepark und Breitbandausbau spricht, oder Thomas Weber, der vorm Holzfeuerwehrauto eine Lanze für die Ortswehren bricht und sich für ein intelligentes Verkehrskonzept in Burg stark macht.

Wir haben schon Dinge geplant, die momentan nicht umsetzbar sind.

Instagrammer der Inselkings

Wenn die Pandemie vorbei ist, wollen die Jungs auch sichtbarer in die Öffentlichkeit treten, kleine Aktionen verschiedenster Art für Fehmarn organisieren. Zwei Gewinnspiele seien schon gut angekommen. Noch heißt es aber: abwarten. „Wir haben schon Dinge geplant, die momentan nicht umsetzbar sind.“

Die Idee für den Account hatten die Jungs übrigens unter anderem wegen der Seite Grömitz-Memes („die haben wir schon überholt“), auf der auch ab und zu gegen Fehmarn ausgeteilt wird. Zunächst sollte der Spieß ein wenig umgedreht werden, jedoch: „Keiner interessiert sich für Grömitz auf Fehmarn.“ Vielmehr war schnell klar: Kreative, originelle und amüsante Beiträge über Fehmarn sollen im Vordergrund stehen. Während am Anfang alles rausgehauen wurde was ging, gibt es jetzt jeden zweiten Tag einen Post auf dem Account. Damit das so bleibt, freuen sich Fehmarns Memefluencer über jeden, der dazu etwas beitragen möchte. „Ist es eine coole Idee – immer her damit.“

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