Ein Brutfloß wird durch sechs Vereinsmitglieder ausgebracht.
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Niedriger Wasserstand im Fastensee: Beim Ausbringen lief das Brutfloß auf eine Sandbank auf, konnte aber mit viel Muskelschmalz wieder befreit werden.

Zwei Plattformen angebracht

Auf Fehmarn sind die Brutflöße zurück im Einsatz

  • Manuel Büchner
    vonManuel Büchner
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Der Verein Haff und Huk Nordfehmarn hat erneut zwei Brutflöße für Flussseeschwalben im Fastensee und an der Markelsdorfer Huk ausgebracht.

  • Projekt 2018 durch Haff und Huk Nordfehmarn gestartet.
  • Verlass auf die Konstruktion, auch beim vierten Aufbau.
  • 50 Jungvögel brachen im letzten Jahr von den Brutflößen ins Winterquartier auf.

Fehmarn – Inzwischen ist es Tradition: Immer im Mai eines jeden Jahres werden die beiden Brutflöße für Flussseeschwalben vom Verein Haff und Huk Nordfehmarn ausgebracht. Eine 24 Quadratmeter große Plattform im Fastensee und an der Markelsdorfer Huk in der Nähe des kleinen Aussichtsturmes, von wo aus das Geschehen auf der etwas kleineren Plattform (16 m2) mit dem Fernglas bestens beobachtet werden kann. Mit diesem Prototypen startete der Verein, der für das Naturschutzgebiet (NSG) Nördliche Seeniederung Fehmarn zuständig ist, das Projekt in 2018. Ein Jahr später kam die zweite Brutinsel hinzu. 

Brutinsel geht baden: Vorsichtig lassen Mitglieder des Vereins das 16-Quadratmeter-Floß an der Markelsdorfer Huk zu Wasser.

Auch beim vierten Aufbau sei auf die Konstruktion Verlass gewesen. „Sie ist stabil, wir sind zufrieden“, sagte der Vereinsvorsitzende Mathias Krause und berichtete von zwei Flussseeschwalben, die bereits am Donnerstag beim Aufbau an der Markelsdorfer Huk die potenzielle Brutstätte auskundschafteten.

Fastensee führt wenig Wasser

Auf dem Fastensee wurde das Floß am Sonnabend an Ort und Stelle transportiert. „Das war anstrengend, denn der See führt wenig Wasser“, so Krause, der unter anderem vom Auflaufen auf eine Sandbank berichtete. „Wir werden uns eine Lösung überlegen, wenn der Wasserstand weiter so niedrig bleibt.“

Völlig unbeeindruckt vom Wasserstand nutzten indes am Montag bereits die ersten Flussseeschwalben die Gunst der Stunde und paarten sich. „Sie besetzen zügig die Nistplätze, brüten drei Wochen, ziehen den Nachwuchs vier Wochen auf, bevor dieser dann Ende August kräftig genug ist, um in Richtung Winterquartier bis nach Südafrika aufzubrechen“, erklärte Krause die gebotene Eile. Im letzten Jahr starteten von beiden Plattformen aus rund 50 Jungvögel, bilanziert Krause zufrieden.

Es bleibt spannend, jedes Jahr ist anders.

Mathias Krause, Vereinsvorsitzender Haff und Huk

Das Fastensee-Floß ist weiterhin mit einer Webcam (Projekt der Inselschule) ausgestattet, sodass live vom Sofa die Geschehnisse der kleinen Kolonie verfolgt werden können (Link: haffundhuk.de/projekte). Daher konnte Krause am Montag auch berichten: „Leider siedeln sich zurzeit im hinteren Bereich Lachmöwen an.“ Das Brutfloß, so der Vereinsvorsitzende, sei eigentlich für die seltenen Flussseeschwalben konzipiert. „Diese Entwicklung werden wir beobachten. Und vielleicht entwickelt sich dadurch ja auch noch eine ganz andere Chance. Denn der angrenzende und durch unseren Elektrozaun geschützte Uferbereich steht den Seeschwalben als alternative Brutfläche auch noch zur Verfügung. Es bleibt spannend.“

Eine kleine Sensation: 21 Zwergseeeschwalbenbrutpaare am Fastensee

Dank des besagten Zaunes kamen im letzten Jahr 21 Zwergseeschwalbenbrutpaare an den Strand. Eine kleine Sensation, wenn man bedenkt, dass es an Schleswig-Holsteins Ostseeküste nur rund 100 Paare gibt. Allerdings musste der Verein mit 24 Jungvögeln einen relativ schwachen Aufzuchterfolg hinnehmen, wohl aufgrund zweier Sturmmöwenpaare, die im eingezäunten Bereich brüteten und die Jungvögel als Nahrungsquelle auserkoren hatten. „Das muss man akzeptieren, frustrierend ist es trotzdem. Auch das müssen wir weiter beobachten, wobei jedes Jahr anders ist“, so der Vereinsvorsitzende und sagte abschließend: „Wir halten am System Elektrozaun fest.“

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