Ulrike Hübner und Swen Geiss stehen am Gelände des geplanten Hotelneubaus.
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Ulrike Hübner und Swen Geiss, Initiatoren des Bürgerbegehrens, am Gelände in Meeschendorf, wo der Hotelneubau entstehen soll.

Bürgerbegehren gegen geplanten Hotelneubau 

Ab heute liegen Listen aus

  • Andreas Höppner
    vonAndreas Höppner
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  • Simone Walper
    Simone Walper
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Gegen den geplanten Hotelneubau in Meeschendorf wurde ein Bürgerbegehren gestartet.

  • Tourimus auf Fehmarn habe sich negativ entwickelt.
  • Fehmaraner ab 16 Jahren mit Hauptsitz Fehmarn können am Bürgerbegehren teilnehmen.
  • 1009 Unterschriften müssen gesammelt werden bis Ende der Woche.

Fehmarn –wa/hö– Die beiden Initiatoren Ulrike Hübner und Swen Geiss haben das bereits am Montag angekündigte Bürgerbegehren gegen den geplanten Hotelneubau am Meeschendorfer Strand ins Leben gerufen. Ihnen sei es ein Anliegen, dass die Insel Fehmarn nicht um jeden Preis noch mehr Touristen anziehe und die Naturbelassenheit immer weiter verdrängt werde.

Die Naturbelassenheit der Insel hat mir sehr gut gefallen

Ulrike Hübner

So erinnert sich Ulrike Hübner an ihren Umzug nach Fehmarn vor neun Jahren: „Die Naturbelassenheit der Insel hat mir sehr gut gefallen.“ Sie wünscht sich, dass Fehmarn nicht Heiligenhafen, Großenbrode oder gar Sylt hinterhereifert und ergänzt: „Ein Hotelbau in der geplanten Größe am Strand trägt für mich dazu bei, dass etwas von der Natürlichkeit der Insel verloren geht.“ Schließlich würden die Fehmaraner durch solche Hotelbauten von den Erholungsbereichen verdrängt und auch die Touristen, die die Weite der Insel schätzten, würden sich nicht mehr wohlfühlen. 

Selbstverständlich müsse die Stadt auch rechnen, gesteht Hübner ein, aber die Planer müssten ein anderes Konzept für die Insel entwickeln, das mit naturverträglichem Tourismus im Einklang stünde. 

Dem stimmt Swen Geiss uneingeschränkt zu, der bedauert, dass sich der Tourismus auf der Insel in den vergangenen Jahren negativ entwickelt habe. „Die Balance zwischen Tourismus und Einheimischen stimmt nicht mehr“, so der Petersdorfer. „Man will ja niemanden vergraulen, aber der Tourismus ist explodiert. Und den Bau von großen Hotels sehe ich als falschen Weg“, sieht er den Massentourismus kritisch.

Dass immer mehr Touristen in immer mehr Autos auf der Insel unterwegs seien, passe nicht zur Erholung, die Fehmarn bieten wolle. Ebenso kritisiert er, dass fremde Investoren sich einkauften, es kaum bezahlbaren Wohnraum für die Bevölkerung gebe und die Infrastruktur nicht angepasst würde. Sicher sei der Tourismus wichtig für die Insel, jedoch sei der Bogen mittlerweile überspannt, und so findet Geiss es sehr schade, dass sich Stammgäste von der Insel verabschieden, weil sie sich hier nicht mehr wohlfühlen und sich jetzt in Mecklenburg-Vorpommern erholen.

Ablauf der Unterschriftensammlung

Ab sofort können alle Fehmaraner, die 16 Jahre und älter sind und ihren Hauptwohnsitz auf Fehmarn haben, unterschreiben, wenn sie sich dem Bürgerbegehren anschließen möchten. Bis Ende der Woche sollen mindestens 1009 Unterschriften gesammelt werden, damit das Bürgerbegehren eingereicht werden kann. 

Eine Unterschriftenliste ist im Internet unter http://ggoo.de/bbmeeschendorf abrufbar. Ebenso liegen Listen an folgenden Orten aus, an denen auch unterschriebene Listen angenommen werden: Bus Stop, Bahnhofstraße 2; Edeka Jens, Am Markt 27; Esso Tankstelle, Landkirchener Weg 49; Buchhandlung Niederlechner, Am Markt 7; HZF Bauzentrum, Industriestraße 9. Die beiden Letztgenannten haben wegen der neuen Corona-Verordnung nur noch heute geöffnet. In Petersdorf können bei Edeka Töpfer, in Landkirchen bei der Bäckerei Scheel und in Ostermarkelsdorf beim Biohof Nature Homes Unterschriften geleistet und auch Listen abgegeben werden.

Am morgigen Mittwoch ist die Bürgerinitiative von 9 bis 13 Uhr mit einem Stand auf dem Wochenmarkt vertreten. Die Initiatoren bitten darum, dass diejenigen, die ihre Unterschrift leisten wollen, nach Möglichkeit einen eigenen Kugelschreiber mitbringen.

Weitere Informationen und Unterschriftenlisten können per E-Mail an buergerbegehrenmeeschendorf@gmail.com sowie per Whatsapp oder Anruf unter 0152 54391462 abgefordert werden. Hier können sich auch diejenigen melden, die keine Möglichkeit haben, ihre Unterschrift an einer der Sammelstellen abzugeben und ihre Liste abholen lassen. Ebenso ist der postalische Versand an Ulrike Hübner, Reiterkoppel 9b, 23769 Fehmarn möglich.

Für ein erfolgreiches Bürgerbegehren müssen mindestens neun Prozent der Stimmberechtigten der letzten Kommunalwahl ihre Unterschrift leisten. In diesem Fall wären es 1009 Unterschriften, die bei der Stadt Fehmarn eingereicht werden müssen. Diese leitet die Unterschriftenliste dann an die Kommunalaufsicht weiter, die wiederum über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens entscheidet. 

Stimmt diese zu, kann der Bürgerentscheid gestartet werden. Erfolgreich wäre dieser, wenn die beim Bürgerentscheid gestellte Frage von der Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen mit Ja beantwortet wurde, sofern ein Mindest-Quorum erreicht ist. Für die Stadt Fehmarn wären dies nach Mitteilung von Jan Stender, Leiter Fachbereich Ordnung und Soziales, 2017 Stimmen, was 18 Prozent der Stimmberechtigten der letzten Kommunalwahl (11205) entspricht.

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