Ein Hinweisschild auf das Amtsgericht Oldenburg
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Im Amtsgericht in Oldenburg wurde am Mittwoch der Drogenhandel eines Fehmaraners verhandelt.

Handelsweg von Hamburg nach Fehmarn

Amtsgericht verurteilt Fehmaraner wegen Cannabishandel in Burgstaaken

  • Hans-Jörg Meckes
    vonHans-Jörg Meckes
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Wegen Handels mit Marihuana hat das Schöffengericht Oldenburg einen 44-jährigen Fehmaraner zu einer Geldstrafe verurteilt.

  • Händler des Angeklagten im November 2018 festgenommen.
  • Ehemaliger Zollbeamter wurde in der Hauptverhandlung vernommen.
  • Aussagen hielt das Gericht für glaubwürdig.

Oldenburg – Am Amtsgericht Oldenburg wurde am Mittwoch ein 44-jähriger Fehmaraner wegen des Handels mit Marihuana zu einer Geldstrafe verurteilt. Um sich ein Bild davon zu machen, wie er das Betäubungsmittel bezogen hat, befragte das Gericht mehrere Zeugen.

Der 44-Jährige wies die Vorwürfe zunächst von sich, räumte im weiteren Verlauf des Gerichtsverfahrens aber einige Dinge ein. Dazu führte vor allem die Befragung eines weiteren Zeugen, von dem der Angeklagte die Drogen bezogen haben soll. Der Händler des Angeklagten sei im November 2018 von der Polizei festgenommen worden. Bei diesem Einsatz seien mehrere Plastiktüten sichergestellt worden, die Cannabis enthielten. Der Zeuge sagte aus, dass 100 Gramm Marihuana für den Angeklagten bestimmt gewesen seien.

Weitere Zeugen konnten Angaben machen

Richter Thore Böttger befragte im Anschluss einen ehemaligen Zollbeamten, der als Ansprechpartner des Drogenhändlers diente und mit dem er immer noch Telefonkontakt habe. Der Richter fragte, was von dessen Aussagen zu halten sei. Er habe keine Zweifel an den Angaben, die der Händler gemacht habe, dass es zu Geschäften mit dem Angeklagten gekommen sei, sagte der ehemalige Zollbeamte. Das Cannabis sei von Lieferanten aus Hamburg besorgt und bis nach Burgstaaken geliefert worden.

Weitere Anhaltspunkte versuchte das Gericht auch von der jetzigen Freundin des Angeklagten zu erfahren. Sie gab an, im niedersächsischen Bockenem zu wohnen und mit dem 44-Jährigen eine Fernbeziehung zu führen. Ob der Angeklagte Geschäfte mit dem Händler gemacht habe, wollte Böttger wissen. Die Frau berichtete, dass sie den Angeklagten nur etwa alle zwei Wochen sehe. Einmal sei sie allerdings zufällig auf Fehmarn gewesen, als der Händler spätabends vor der Tür ihres Freundes stand.

In dem Gespräch der beiden Männer ging es darum, so schilderte es die Zeugin weiter, dass der Händler mitteilte, er sollte bei der Polizei zugeben, 100 Gramm Marihuana an ihren Freund gegeben zu haben. Der Angeklagte habe nichts zu befürchten, soll der Händler laut der Frau zu ihm gesagt haben. Es warf sich nun die Frage auf, ob der Händler bei der Polizei gelogen habe, um selbst eine mildere Strafe zu erhalten. Laut der Aussage des ehemaligen Zollbeamten habe der Händler nach seiner Festnahme aber keine Forderungen erfüllen müssen und auch keine Versprechungen an die Polizei gemacht.

Sohn des Angeklagten verweigerte Aussage

Ebenso stand der Verdacht im Raum, dass der 18-jährige Sohn des Angeklagten bei einer anderen Menge von ebenfalls 100 Gramm Marihuana das Rauschgift ausgehändigt habe. Nachdem der Sohn als Zeuge befragt wurde, aber seine Aussage verweigerte, gab es dafür nicht genug Beweise. Nach einer Telefonüberwachung des 44-jährigen Angeklagten und des Händlers konnte ebenfalls nicht festgestellt werden, ob es eine Anleitung zum Verkauf des Rauschgiftes gegeben habe, so der Richter.

Am Ende kamen Richter Thore Böttger und die zwei Schöffen zu dem Urteil, dass der 44-Jährige eine Geldstrafe von 1400 Euro zu 70 Tagessätzen je 20 Euro erhält. Die Aussagen des Händlers sah das Gericht als glaubhaft an.

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