Das Schiff „Amoy“ im Orther Hafen auf Fehmarn.
+
Festlich geschmückt lag die „Amoy“ an ihrem Liegeplatz am Orther Hafen auf Fehmarn und ließ sich feiern.

Am Orther Hafen auf Fehmarn gab es ein Fest

Schiff „Amoy“ feierte 100. Geburtstag

  • Peter Foth
    VonPeter Foth
    schließen

Der Segelkutter „Amoy“ feierte in Orth auf Fehmarn seinen 100. Geburtstag. Einer Werft in Heiligenhafen ist es zu verdanken, dass das Schiff auch heute noch so gut in Schuss ist.

  • Kapitän Julius Piel lud zum Geburtstag der „Amoy“ am Orther Hafen ein.
  • Das Schiff wurde 1921 in Kiel auf der Reichswerft gebaut.
  • Die „Amoy“ wurde auf der Werft von Hans-Otto Göttsch in Heiligenhafen wieder schick gemacht.

Fehmarn – Festlich geschmückt lag der Segelkutter „Amoy“ am letzten Sonnabend an seinem Liegeplatz im Orther Hafen auf Fehmarn. Der Eigner und Kapitän Julius Piel hatte zu einem besonderen Fest eingeladen, denn es galt, den 100. Geburtstag des Traditionsschiffs zu feiern.

Viele Freunde, die langjährige Erfahrung mit der „Amoy“ gesammelt haben, waren gekommen, um diesen einmaligen Geburtstag bei einem guten Essen und natürlich einem Getränk zum Anstoßen zu feiern. Musikalisch umrahmte der Shantychor Großenbrode, dessen Chorleiter Julius Piel ist, die Geburtstagsfeier des Schiffes. Viele Erinnerungen machten die Runde und zeigten die historische Vergangenheit dieses alten Schiffes auf, das Piel mit viel Liebe und handwerklichem Geschick pflegt. Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens war gekommen, um zu gratulieren und ein Brötchen mit selbstgeräuchertem Lachs zu genießen. 

Das Schiff hat eine bewegte Geschichte hinter sich

Die „Amoy“ dürfte sich über diesen schönen Geburtstag „gefreut“ haben, denn das Schiff hatte in seiner 100-jährigen bewegten Geschichte nicht immer gute Tage gesehen. 1921 wurde es als Fischkutter „Hanni“ auf der Reichswerft in Kiel gebaut. Auftraggeber war damals Kapitän Thomsen gewesen. Danach kam das Schiff nach Burgstaaken auf Fehmarn und wurde als Frachtsegler eingesetzt, um Getreide zu transportieren. Im Jahr1925 wurde das Schiff nach Heiligenhafen verkauft. Der neue Besitzer Kapitän Plambeck hatte nach seiner Fahrenszeit in Heiligenhafen ein Restaurant betrieben und wollte von der Warderstadt aus Lustfahrten mit Badegästen nach Fehmarn unternehmen. Plambeck taufte den Kutter auf den Namen „Amoy“ um. Die Seefahrten mit der „Amoy“ kamen gerade richtig, denn die Warderstadt brauchte so etwas für das aufblühende Bäderwesen und den Fremdenverkehr.

Noch zu Kriegszeiten im Jahr 1942 kaufte Julius Piel Senior, der Großvater des heutigen Besitzers, das Schiff, um es wieder in der Fischerei einzusetzen. Bis heute ist das Schiff in Familienbesitz.

Werft in Heiligenhafen rettete die „Amoy“

Julius Piel Junior, der heutige Eigner, erwarb die „Amoy“ von seinem Vater Willy Piel, der auch Fischer in Orth war. Julius Piel machte aus dem alten Kutter ein Sportboot. Doch der Kutter war in die Jahre gekommen und eine Rettung hätte viel Geld gekostet, wenn da nicht Hans-Otto Göttsch und seine Werft in Heiligenhafen gewesen wären. Göttsch und seinen Mitarbeitern war es zu verdanken, dass die „Amoy“ heute noch schwimmt. Im maroden Holzrumpf wurden Planken ausgewechselt und der ganze Rumpf mit glasverstärktem Kunststoff überzogen. So freute sich Kapitän Julius Piel, dass der damalige Chef der Heiligenhafener Werft auch zur Geburtstagsfeier nach Orth gekommen war.

Unverkennbar ist auch der Sound des alten Glühkopfmotors, der allerdings 1990 nach 58 Jahren Dienstzeit erneuert werden musste. Julius Piel hat es geschafft, ein altes Traditionsschiff zu erhalten, und das ist auch ein Grund zum Feiern. 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.