Die DLRG-Wache am Südstrand
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Am Südstrand ist die DLRG-Wache seit dem 15. Mai wieder besetzt.

Badesaison startet auf Fehmarn

DLRG warnt: Wegen geschlossener Bäder fehlt es Kindern an Schwimmgrundlagen

  • Manuel Büchner
    vonManuel Büchner
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Zwar ist noch kein Badewetter, die DLRG kehrt aber gerade unlängst zurück an die Strände und kann sich über die Zahl der Freiwilligen nicht beschweren. Aber was passiert gerade mit dem Nachwuchs?

  • Rund 30000 Kinder konnten landesweit durch die Corona-Pandemie keine Schwimmgrundlagen erlernen.
  • DLRG-Ortsgruppe Fehmarn sucht weiter nach Schwimmbecken: bisher eine feste Zusage.
  • Saisoneröffnung: Der Südstrand macht den Anfang, die weiteren konzessionierten Strände und zwei Campingplätze folgen.

Fehmarn – Seit dem 15. Mai ist die Badesaison offiziell eröffnet, sukzessive werden die konzessionierten Strände wieder mit Rettungsschwimmerinnen und -schwimmern der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) besetzt – natürlich auch auf Fehmarn. Und dort sei man, wie in den vergangenen Jahren auch, gut aufgestellt, sagt Klaus Holger Hecken, der beim DLRG-Landesverband als Einsatzleiter Küste fungiert.

Vereinzelt gibt es noch freie Stellen auf Fehmarn

Seit der Pandemie gebe es zwar im Vergleich mehr kurzfristige Absagen, eine Nachbesetzung sei auf Fehmarn allerdings kein Problem, so Hecken, der dennoch darauf verweist, dass es vereinzelt immer noch unbesetzte Stellen für Wachführer, Wachgänger und Bootsführer außerhalb der Hauptsaison gebe. Bewerbungen nimmt der Zentrale Wasserrettungsdienst Küste (ZWRD-K) an. Hier können sich Rettungsschwimmer bewerben.

Südstrand ist bereits besetzt

Während der Südstrand bereits seit dem 15. Mai (bis 18. September) von der DLRG überwacht wird, folgen Grüner Brink, Meeschendorf und Bojendorf ab Sonnabend (29. Mai) bis zum 11. September. An diesen vier Ständen erfolgt die Regelung mit dem Tourismus-Service Fehmarn, für Wulfener Hals (ab 19. Juni) und Strukkamp (ab 26. Juni) sind es Verträge mit den Campingplätzen.

Viele Rettungskräfte stehen zur Verfügung, wenn viele Badegäste kommen – also in der Haupturlaubszeit. Das habe sich glücklicherweise auch durch die Pandemie nicht geändert, sagt DLRG-Landesgeschäftsführer Thies O. Wolfhagen. Im Gegenteil, die Zahl der Bewerbungen habe eher zugenommen, teilt Wolfhagen auf Nachfrage mit.

2020: 75 Prozent weniger Schwimmprüfungen

Alarmierend ist hingegen der deutschlandweit abrupte Rückgang an Schwimmprüfungen durch die geschlossenen Bäder während der Pandemie um rund 75 Prozent im Vergleich zu 2019. Auch die Zahl der Seepferdchen-Abnahmen reduzierte sich im gleichen Zeitraum um rund 70 Prozent.

In Schleswig-Holstein haben durch Corona 30000 Kinder keine Schwimmgrundlagen erlernt

Damit in Zukunft alle DLRG-Türme in der Saison ausreichend Personal haben, müssen auch die Grundlagen für den Nachwuchs stimmen. Wolfhagen spricht von einer „richtig schwierigen Situation“. Der Schleswig-Holsteinische Schwimmverband und der DLRG-Landesverband gehen landesweit von 30000 Kindern aus, die während der Corona-Pandemie nicht die Grundlagen des Schwimmens erlernen konnten.

Die Tendenz ist noch steigend.

DLRG-Geschäftsführer Thies O. Wolfhagen

„Die Tendenz ist noch steigend“, so der DLRG-Geschäftsführer, denn nur ein Drittel der Schwimmbäder hätten bisher wieder geöffnet. Wolfhagen zeigt Verständnis für die Zurückhaltung der Betreiber, die nur für ein sehr begrenztes Publikum öffnen können. „Das ist wirtschaftlich eine Herausforderung.“

Wieder einmal wirkt Covid-19 als Verstärkung eines bereits vorhandenen Problems. Schon vor Corona habe man für die Teilnahme an einem Seepferdchen-Kurs bis zu zwei Jahre warten müssen, so Wolfhagen, der schätzt, dass der Abbau des Rückstaus bis zu drei Jahren dauern wird – und das auch nur, wenn die Infektionszahlen weiter sinken und es zu keiner weiteren Welle kommt.

Der Landesverband will nun gegensteuern und kurzfristig eine Projektwoche ins Leben rufen, um möglichst schnell, möglichst vielen Kindern über einen kurzen Zeitraum das Schwimmen beizubringen. Die alles entscheidende Grundlage: „Wir brauchen mehr Wasserflächen und offene Hallen“, so der DLRG-Geschäftsführer.

Aufruf der DLRG-Ortsgruppe Fehmarn bringt bisher zwei Reaktionen 

Ein schwieriges Unterfangen, auf das zuletzt auch die DLRG-Ortsgruppe Fehmarn verwies. Bisher gebe es noch keine Perspektive für die Wiederaufnahme des Ausbildungsbetriebs, sagte vor knapp zwei Wochen der Vorsitzende der Ortsgruppe, Hans-Peter Lafrentz, verbunden mit der Suche nach kleinen Schwimmbecken, um zumindest den Anfängerschwimmunterricht wieder aufzunehmen.

„Anderthalb Zusagen“, hätten sich aus dem Aufruf ergeben, so Lafrentz. Von einer Familie in einer Ferienresidenz zu 100 Prozent, sodass als Nächstes Absprachen mit dem Gesundheitsamt zu treffen sind, und man auch wieder Kontakt mit den Schwimmschülern aufnehmen werde, die im letzten Jahr nach einer Woche die Segel streichen mussten. Ein zweites Angebot ist hingegen noch nicht spruchreif, so Lafrentz.

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