Eine Abstimmung im Bau- und Umweltausschuss Fehmarn
+
Der Ausschussvorsitzende Andreas Herkommer (l.) zählt die Jastimmen: Dafür votierten Gunnar Mehnert, Stefan Bolley, Werner Ehlers, Martin Specht, Dirk Frohberg und Lars Hviid.

Sinneswandel im Bau- und Umweltausschuss

Mehrheit für Drogeriemarkt: Der nächste Anlauf für dm auf Fehmarn 

  • Andreas Höppner
    VonAndreas Höppner
    schließen

An der Ansiedlung eines Drogeriemarktes in Gewerbegebiet Burg-West scheiden sich die Geister. Mithilfe eines Einwohnerantrags ist das dm-Vorhaben jetzt wieder im Bauausschuss der Stadt Fehmarn gelandet.

  • Stimme von Gunnar Mehnert (F³) war ausschlagend.
  • Baurecht vermutlich im Frühjahr 2022.
  • Erweiterung von Edeka und Aldi in Petersdorf.

Fehmarn – Sinneswandel im Bau- und Umweltausschuss. Nachdem der Fachausschuss  die Neuansiedlung eines Drogeriemarktes dm im Gewerbegebiet Burg-West vor sechs Monaten mit 6:5 noch abgelehnt hatte, stimmte er am Montag dem Entwurfs- und Auslegungsbeschluss einer B-Plan-Änderung in einem zweiten Anlauf mit 6:5 zu. Während SPD (4) und Grüne (1) bei ihrer ablehnenden Haltung blieben, CDU (3) und FWV (2) ihre Zustimmung erneuerten, war es das gewandelte Abstimmungsverhalten von Gunnar Mehnert (F³), das das Pendel zugunsten des Projekts ausschlagen ließ.  

Wir arbeiten jetzt unverzüglich weiter.

Investor Claus-Joachim Lafrentz

„Wir arbeiten jetzt unverzüglich weiter“, war Investor Claus-Joachim Lafrentz erleichtert. Zu einem konkreten Zeitplan für die Umsetzung wollte er noch keine Einschätzung abgeben, die Entscheidung verleihe den Planern aber neuen Schwung und Motivation, ist er überzeugt. Vielleicht habe man im Frühjahr 2022 Baurecht, ließ er sich aber dennoch entlocken. Er hofft zudem darauf, dass die weitere Bauleitplanung mit dem abschließenden Satzungsbeschluss ohne eine weitere Verzögerung in den politischen Gremien durchgeht.

Neben dem 600 m² großen Drogeriemarkt, der neu errichtet werden soll, sieht das Projekt auch die Verkaufsflächenerweiterung des Edeka-Marktes auf 2800 m² (+ 900 m²) und des Aldi-Discounters auf 1270 m² (+ 220 m²) vor. 

Einwohnerantrag bringt Thema zurück

Im Vorwege der jüngsten Entscheidung des Ausschusses hatte die Motivation, in Sachen dm überhaupt noch einmal tätig zu werden, vor allem bei einer Initiative von Bürgern um Dirk Ohm gelegen, die mithilfe eines sogenannten Einwohnerantrags die Kommunalpolitik dazu bringen konnte, das Thema erneut zu beraten. Ohm erinnerte in der Ausschusssitzung noch einmal an die rund 2900 Unterstützerunterschriften, „die nicht geleugnet werden“ dürften. Eine Gefahr für die Geschäftswelt in der Altstadt entstehe durch die dm-Ansiedlung nicht, so Ohms Überzeugung.

SPD gegen dm auf der grünen Wiese

„2900 Unterschriften sind viel, aber dass keine Gefahr besteht für die Innenstadt, sieht das CIMA-Gutachten anders“, entgegnete der Ausschussvorsitzende Andreas Herkommer (SPD), der als Erster das Wort ergriff. Die Sozialdemokraten würden sich nicht gegen dm an sich aussprechen, aber „gegen dm auf der grünen Wiese“.

Gunnar Mehnert (F³) verwies vor der Abstimmung darauf, dass seine Stimme wohl die ausschlaggebende sein werde. Im Dezember, damals noch WUW-Mitglied, hatte er mit Nein votiert, jetzt würde er mit Ja stimmen. Seine geänderte Haltung begründete er damit, dass die Gefahr, der Inselwesten würde durch dm in Burg verlieren, gebannt sei, da der Investor in Petersdorf Erweiterungen der Edeka- und Aldi-Märkte plane und den Standort somit stärken würde.

„Diese Planung in Petersdorf ist so weit weg, das kann man nicht als Grund nehmen“, verdeutlichte hingegen Bernd Remling (SPD) seine ablehnende Haltung. Es gehe auch nicht darum, „wie wir einkaufen wollen, sondern wir haben auch drumherum zu entscheiden“, verwies Remling auf die Existenz zahlreicher Faktoren, die die Entscheidungsfindung der Politik beeinflussen würden.

Das Zentrum Burgs wird Schaden nehmen.

Peter Meyer (FDP-WUW)

Eine deutliche Antihaltung gegenüber dm nahm auch Stadtvertreter Peter Meyer (FDP-WUW) ein. „Das Zentrum Burgs wird Schaden nehmen“, die Umsätze zurückgehen. Die strategischen Ziele der Stadt Fehmarn würden mit einer Zustimmung verfehlt, „ein dm-Markt ist nicht erforderlich“.

Wie ist das CIMA-Einzelhandelsgutachten zu deuten?

Ganz anders hingegen die Meinung der Christdemokraten. „Die CDU-Fraktion hat sich immer dafür ausgesprochen“, machte es Fraktionschef Werner Ehlers kurz, um noch hinterherzuschieben, dass man das CIMA-Einzelhandelsgutachten „auch anders deuten“ könne.

„Wenn wir zustimmen, müssen wir auch allen anderen die Chance geben, sich erweitern zu dürfen“, sah Marianne Unger (SPD) die Notwendigkeit einer Gleichbehandlung.

Marco Eberle (Grüne) wollte nicht unerwähnt lassen, dass der „mediale Druck“ durch das Auftreten der Bürgerinitiative gestiegen sei. 2900 Unterschriften seien nicht von der Hand zu weisen, doch es „sind noch 7800, die den Mund halten“, fügte Eberle hinzu.

Lafrentz: Zügige Umsetzung in Petersdorf

Zur geplanten Erweiterung in Petersdorf versicherte Claus-Joachim Lafrentz, der auch hier als Investor auftritt, dass das Planungsbüro Ostholstein beauftragt sei, die B-Plan-Änderung vorzubereiten. Lafrentz sprach von einer „zügigen Umsetzung“. 

Vorgesehen sei eine Erweiterung des Edeka-Marktes um 400 m² und die des Aldi-Marktes um 140 m². Geplant sei zusätzlich die Ansiedlung eines Fahrradverleihs. Schließlich solle in dem Plangebiet auf einer Grünfläche noch ein Baufenster ausgewiesen werden. Wenn es zu realisieren sei, hofft Lafrentz auf Ansiedlung einer Apotheke, im anderen Fall auf Realisierung eines kleinen Marktes

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.