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Der Bau- und Umweltausschuss erlaubt auf Antrag bis zu zehn Prozent mehr Standplätze auf den Campingplätzen.

Entlastung für erwarteten Ansturm

Bauausschuss erlaubt maximal zehn Prozent mehr Camping auf bestehenden Plätzen

  • Manuel Büchner
    vonManuel Büchner
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Der Camping-Tourismus boomt. Das Land Schleswig-Holstein hat reagiert und erlaubt 20 Prozent zusätzliche Stellflächen für Campingplatzbetreiber. Fehmarns Politik einigt sich auf zehn Prozent mehr.

  • Land erlaubt eine maximale Obergrenze von plus 20 Prozent.
  • Ausschuss einigt sich auf Kompromiss: maximal zehn Prozent mehr.
  • Kapazitätsausweitung muss den jeweiligen Campingplatzbetreibern beantragt werden.

Fehmarn – Noch gilt für touristische Zwecke ein Beherbergungsverbot auch auf Campingplätzen, lediglich Dauerplatzinhaber dürfen ihr Domizil aufsuchen. Doch sollte nach dem Abflauen der dritten Corona-Welle in den nächsten Wochen und Monaten das Reisen wieder möglich sein, wird auch auf Campingplätzen mit einem Ansturm der Urlauber gerechnet.

Per Erlasss: Auch Plätze außerhalb ihrer genehmigten Flächen auf dem Campingplatz möglich

Um dem drohenden Platzmangel auf den Campingplätzen zu begegnen, hat das Land per Erlass verfügt, dass die Plätze auch außerhalb ihrer genehmigten Flächen zusätzlich Standplätze anbieten können. In der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses teilte Stadtplanerin Claudia Parge für die Stadtverwaltung mit, dass das Land eine maximale Obergrenze von plus 20 Prozent auf die bestehenden Standplätze gesetzt habe. Das gilt zunächst für das Jahr 2021, möglicherweise auch noch für 2022.

Es ist ein Versuch, das Chaos einigermaßen beherrschbar zu machen.

 Lars Hviid (FWV)

„Es ist ein Versuch, das Chaos einigermaßen beherrschbar zu machen“, befand Lars Hviid (FWV), der sich ungern an die Verhältnisse im vergangenen Jahr erinnern wollte. Marco Eberle (Grüne) merkte kritisch an, dass man den Einwohnern eigentlich nicht noch mehr zumuten könne. Marianne Unger (SPD) sprach von einer schwierigen Entscheidung und warb dafür, Solidarität zu üben und ein wenig mehr „Urlaub innerhalb Deutschlands zu ermöglichen“.

Bei der Abstimmung kam ein lupenreiner Kompromiss heraus. Mit neun Jastimmen und zwei Enthaltungen entschied der Ausschuss, eine Kapazitätsausdehnung der Standplätze von maximal zehn Prozent zuzulassen. Laut Claudia Parge ist diese Kapazitätsausweitung von den jeweiligen Campingplatzbetreibern zu beantragen. Aktuell lägen der Verwaltung zwei Anträge vor, berichtete Parge.

Pop-up-Camps abgelehnt

Dem zusätzlichen Bedarf für Camping-Tourismus mit sogenannten Pop-up-Camps auf temporär eingerichteten Flächen wie Wiesen zu begegnen, lehnte der Ausschuss ab.

Auf Grundlage der Camping- und Wochenendplatzverordnung des Landes vom 15. Juli 2020 fasste der Bau- und Umweltausschuss zusätzlich den Grundsatzbeschluss, bei kommenden Planungen, Ferienwohnungen auf Campingplätzen nicht mehr zuzulassen. Im Rahmen der Bauleitplanung werden dann nur noch die Sondergebiete Camping (Zelte, Wohnwagen, Wohnmobile) sowie Camping- und Wochenendplatz (Zelte, Wohnwagen, Wohnmobile, Campinghäuser) ausgewiesen. 

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