Die Erholungsstätte in Meeschendorf
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Auf dem Areal der Erholungsstätte des Kreises Hersfeld-Rotenburg kann kein Familienhotel der Jufa-Gruppe errichtet werden. Die Bürger haben sich mehrheitlich gegen das Projekt ausgesprochen.

54,3 Prozent gegen Projekt am Meeschendorfer Strand

Bürgerbegehren setzt sich durch: Jufa baut kein Familienhotel auf Fehmarn

  • Andreas Höppner
    VonAndreas Höppner
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  • Manuel Büchner
    Manuel Büchner
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Auch der dritte Bürgerentscheid in der Geschichte Fehmarns hat Erfolg. Mit 54,3 Prozent wurde der Hotelneubau am Meeschendorfer Strand abgelehnt.

  • Quorum-Hürde konnte mit 2454 Jastimmen deutlich übersprungen werden.
  • Bürgermeister Jörg Weber von niedriger Wahlbeteiligung persönlich enttäuscht.
  • Planungen für das Grundstück liegen jetzt für mindestens zwei Jahre auf Eis.

Fehmarn – Die Fehmaraner haben entschieden. Auch der dritte Bürgerentscheid seit 2009 geht im Sinne des Begehrens aus. Die Planungen für ein Familienhotel am Meeschendorfer Strand sind seit Sonntagabend gestoppt. Zwei Jahre darf die Kommunalpolitik nun auf dem Gelände keine weiteren Planungen angehen. 54,3 Prozent der Urnengänger stimmten mit Ja und somit für das Bürgerbegehren. Auch die Hürde der erforderlichen Jastimmen konnte mit 2454 deutlich übersprungen werden. Das Quorum lag bekanntlich bei 18 Prozent der Stimmberechtigten Fehmarns.

Erleichtert, glücklich und froh, dass es endlich eine Entscheidung gibt.

Ulrike Hübner, Sprecherin für das Bürgerbegehren

„Erleichtert, glücklich und froh, dass es endlich eine Entscheidung gibt“ – so formulierte es Ulrike Hübner, Sprecherin für das Bürgerbegehrens in einem ersten Statement. „Wir haben die Gefühlslage der Mehrheit der Wähler getroffen.“ Dies sei schließlich auch der Grund gewesen, warum man das Bürgerbegehren überhaupt gestartet habe, sagte Hübner weiter. „Das hatte schon die große Resonanz beim Sammeln der Unterschriften gezeigt“, so die Initiatorin. „Ich möchte mich bei allen bedanken, die sich mit dem Thema beschäftigt haben und gestern abgestimmt haben“, so Hübner.

Für die Politik ist das Abstimmungsergebnis ein Schlag in die Magengrube.

Bürgermeister Jörg Weber

„Für die Politik ist das Abstimmungsergebnis ein Schlag in die Magengrube“, äußerte sich am Sonntagabend Bürgermeister Jörg Weber mit Blick auf die drei größten Fraktionen, die sich allesamt im Vorwege für die Planungen ausgesprochen hatten. Er zeigte sich persönlich von der niedrigen Wahlbeteiligung enttäuscht. „Da hätte ich mir mehr gewünscht für ein repräsentatives Ergebnis“, so der Verwaltungschef und sagte deutlich: „Wer nicht abgestimmt hat, soll hinterher auch nicht das Ergebnis kritisieren.“ Das Ergebnis bezeichnete Weber als eindeutig. „389 Stimmen mehr ist eine Hausnummer.“

Die Planungen würden jetzt für zwei Jahre auf Eis liegen, zudem wisse man nicht, was dies für den Pachtvertrag zwischen der Jufa und dem Kreis Hersfeld-Rotenburg bedeute, so Weber. Ziel sei es aber, dass die jetzige Situation auf dem Grundstück nicht langfristig so bleibe. „Es muss investiert werden, damit wir auf der Achse nicht noch eine weitere Bauruine erhalten.“

Es ist außerordentlich bedauerlich.

Tourismusdirektor Oliver Behncke

„Es ist außerordentlich bedauerlich“, zeigte sich Tourismusdirektor Oliver Behncke enttäuscht vom Ergebnis der Abstimmung, wenngleich er das Resultat schon ein wenig „befürchtet hatte“. Man werde in der Region nun kein Alleinstellungsmerkmal mehr haben, so Behncke, der daran erinnerte, dass solch ein Projekt auch für andere Unternehmen und Vermieter gut gewesen wäre. Offenbar sei es auch so gewesen, dass in der Masse der Stimmberechtigten nicht ausreichend Befürworter eines Familienhotels zur Stimmabgabe hätten motiviert werden können.

Letztendlich „muss man das durch eine demokratische Entscheidung zustande gekommene Ergebnis aber akzeptieren“, so Behncke. „Es bleibt nur zu hoffen, dass der Standort nicht verwaist und wir kein zweites Haus des Kurgastes bekommen“, warnt der Tourismusdirektor.

Wahlbeteiligung bleibt unter 40 Prozent

Die Wahlbeteiligung bleibt mit 39,3 Prozent unterhalb der ersten beiden direktdemokratischen Verfahren auf Fehmarn. Beim ersten Bürgerbegehren Bahnhof Burg in 2009 beteiligten sich 40,1 Prozent, 2015 gegen das 15 Hektar große temporäre Sondergebiet zwischen Puttgarden und Marienleuchte sogar 60,8 Prozent der Wahlberechtigten. Allerdings waren beide Entscheide jeweils an eine Wahl gebunden. Diesmal nicht.

Nur drei Wahlbezirke stimmten gegen den Bürgerentscheid

Am Ende war die Befürwortung des Bürgerentscheids zu keinem Zeitpunkt der Auszählung in den Wahllokalen gefährdet. Ausreißer bildeten lediglich die Ergebnisse in Burgstaaken, Grundschule Burg und Grundschule Landkirchen-Nord, wo mehrheitlich gegen das Bürgerbegehren gestimmt wurde.

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