Eine Hubinsel vor der Fehmarnsundbrücke
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Von einer Hubinsel aus werden im Fehmarnsund auf der zukünftigen Tunneltrasse bis zum Herbst Sondierungsbohrungen durchgeführt.

Wirtschaftsminister besichtigt Bodenuntersuchungen

FFBQ – bohren, bauen, reden

  • Andreas Höppner
    vonAndreas Höppner
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Vor ein paar Tagen haben die Bodenuntersuchungen im Fehmarnsund begonnen. Heute besichtigt Wirtschaftsminister Bernd Buchholz die Bodensondierungen. Diese sollen sich bis in den Herbst hineinziehen.

  • Straßensanierungsarbeiten auf der Fehmarnsundbrücke ziehen sich bis Mitte 2023 hin.
  • Stadt Fehmarn habe unerheblichen Gesprächsbedarf.
  • Anbindung des Fährhafens Puttgarden kommt noch einmal auf den Tisch.

Fehmarn – Heute will sich Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) vor Ort ein Bild von den vor ein paar Tagen im Fehmarnsund begonnenen Bodenuntersuchungen machen. Von einer Hubinsel aus werden zurzeit im 24-Stunden-Betrieb Bohrungen bis zu einer Tiefe von 63 Metern auf der zukünftigen Tunneltrasse im Sund durchgeführt. Nach Mitteilung von Regionalmanager Jürgen Zuch im Hauptausschuss sollen sich diese Bodensondierungen im Fehmarnsund bis in den Herbst hineinziehen.

Auch die landseitigen Bohrungen im Bereich Großenbrode und auf Fehmarn bis zur Hochfelder Mühle (wir berichteten) werden fortgesetzt und gehen voraussichtlich bis ins Frühjahr 2022.

Sogar bis Mitte 2023 hinziehen sollen sich laut Zuch die vor einem Jahr begonnenen Straßensanierungsarbeiten auf der Fehmarnsundbrücke. Aktuell werden dort auf der Westseite die Schrammborde erneuert. Auf der Ostseite müssen diese Arbeiten auch noch durchgeführt werden, sodass die Verkehrsführung mit verengten Fahrbahnen und einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h monatelang Bestand haben wird.

Gespräche mit Ministerien und Vorhabenträgern

„Wenn der Minister es bis zum Sund schafft, warum guckt er nicht mal im Rathaus vorbei?“, verwies der Regionalmanager auf den nicht unerheblichen Gesprächsbedarf, den die Stadt Fehmarn im Zusammenhang mit der Errichtung der Festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ) nicht nur mit den Vorhabenträgern Femern A/S, Deutsche Bahn AG und Deges, sondern auch mit den zuständigen Ministerien in Kiel hat. Weit oben auf der Agenda steht laut Zuch der überarbeitete Entwurf des Kostenerstattungsgesetzes Fehmarnbeltquerung und die zugehörige Verordnung, zu der die Stadt Fehmarn bis zum 18. Juni eine Stellungnahme abgeben muss. Hier geht es um die Regelungen für den finanziellen Ausgleich für den von der Stadt Fehmarn sicherzustellenden Brandschutz im Fehmarnbelttunnel.

Für uns ist es sehr wichtig, dass wir den Städteverband an unserer Seite haben.

Regionalmanager Jürgen Zuch

Nach einem Urteil des Landesverfassungsgerichts muss das Land bis zum 30. September 2021 dafür eine gesetzliche Regelung verabschiedet haben. „Für uns ist es sehr wichtig, dass wir den Städteverband an unserer Seite haben“, machte Zuch deutlich.

Ende Juni will die Stadtverwaltung auch erneut Gespräche führen mit den Vorhabenträgern, der Reederei Scandlines und Vertretern des Wirtschaftsministeriums, um noch einmal die geplante Anbindung des Fährhafens Puttgarden auf den Tisch zu bringen. Hier sehen die direkt Betroffenen auch nach dem Planfeststellungsbeschluss Handlungsbedarf. Nicht viel anders verhält es sich bei den Planungen für den Neubau der Amalienhofer Brücke, für die während der Bauzeit eine Ampellösung angedacht ist.

Zuch erinnerte daran, dass vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig noch die Klage des Aktionsbündnisses Feste Fehmarnbeltquerung gegen den Ausbau der B207 verhandelt wird. Termin: 7. und 8. Juni. Die Verhandlung der Klage der Reederei Scandlines sei indes noch nicht terminiert. 

Die Klage der Stadt sei zwar abgelehnt worden, doch „wir lassen nicht locker, wir geben nicht auf“, werde die Stadt in Gesprächen nicht müde werden, das Beste für Fehmarn herauszuholen, versicherte der Regionalmanager.

Unger: Wir spielen doch keine Rolle

„Wir spielen in dem gesamten Konzert doch keine Rolle“, wirkte Marianne Unger (SPD) in der Reaktion auf die Aussage von Werner Ehlers (CDU), „wir müssen uns mal von der negativen Grundstimmung lösen“, ein wenig entmutigt. „Wir sind Transitstrecke, das war‘s dann“, so Unger, die noch auf „kleine Schadensbegrenzung“ hofft, indem die Ampellösung für die Amalienhofer Brücke noch verhindert und die aufgrund des Trassenbaus unabwendbare Einstellung des Schienenverkehrs zeitlich möglichst weit nach hinten geschoben werden kann

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