1. Fehmarnsches Tageblatt
  2. Fehmarn

Finanzausschuss stärkt personelle Ausstattung von Fehmarns Feuerwehr

Erstellt:

Von: Andreas Höppner

Kommentare

Bürgermeister Jörb Weber und Wehrführer Torsten Steffen
Bürgermeister Jörg Weber (l.) und Gemeindewehrführer Torsten Steffen warben für einen hauptamtlichen Gerätewart. © Andreas Höppner

Die Stadt Fehmarn kann sich in diesem Jahr über hohe Gewerbesteuereinnahmen freuen. Die CDU warnte jedoch davor, das Geld zu leichtfertig wieder auszugeben, auch bei von der Verwaltung neu gewünschten Arbeitsstellen.

Fehmarn – Die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt Fehmarn entwickeln sich in diesem Jahr äußerst positiv. Rund 11,6 Millionen Euro sind aktuell veranlagt, in der Sitzung des Finanzausschusses teilte Kämmerer Mario Markmann mit, dass übers ganze Jahr gesehen die Tendenz sogar in Richtung zwölf Millionen Euro gehen könnte. Angesetzt waren 8,9 Millionen Euro. „Wir werden mit einem hohen Überschuss abschließen“, ließ der Kämmerer vor den Ausschussmitgliedern durchblicken, dass der Jahresabschluss 2022 mit schwarzen Zahlen versehen sein wird.  

Werner Ehlers von der CDU in Fehmarn
Werner Ehlers übte sich beim Stellenplan wie seine CDU-Kollegen in Zurückhaltung. © Andreas Höppner

„Das ist gefährlich“, erwiderte Ausschussvorsitzender Werner Ehlers (CDU) vor der anschließenden Beratung des Ergebnishaushalts und des Stellenplans und warnte somit indirekt davor, vorhandene Mittel nicht mit allzu lockerer Hand wieder auszugeben. Das zeigte sich wenig später, als es darum ging, den von der Verwaltung gewünschten und in jedem einzelnen Fall begründeten Stellenaufwuchs um rechnerisch rund neun Stellen abzusegnen.

Notwendigkeit einzelner Stellen infrage gestellt

Vor allem aus den Reihen der CDU kamen Nachfragen zur Notwendigkeit einzelner Stellen, aber auch die Freien Wähler hakten öfter nach. Dennoch fielen lediglich die Wünsche des Inselbauhofs nicht auf fruchtbaren Boden. So wurde eine zusätzliche halbe Stelle für die Bauhofverwaltung ebenso abgelehnt wie die Schaffung einer neuen Planstelle als Ersatz für zwei wegfallende Saisonkräfte. „Mit zwei Saisonkräften kann man mehr abarbeiten als mit einer Ganzjahreskraft“, befand Hinnerk Haltermann (CDU).

Die sonstigen Wünsche der Verwaltung gingen durch, wenngleich hinsichtlich der Personalaufstockung für den Bereich Feuerwehr durchaus Bedenken angemeldet wurden. So ging es einerseits um die Schaffung einer Planstelle im Fachbereich Ordnung und Soziales, die sich um Aufgaben der Feuerwehr kümmert. Bisher habe hierfür nach Angaben von Fachbereichsleiter Jan Stender lediglich eine halbe Stelle zur Verfügung gestanden. Der Aufwand mit dem abwehrenden Brandschutz im Fehmarnbelttunnel, mit dem auch die ehrenamtliche Wehr konfrontiert werde, oder aber für die Mitgliederwerbung und -betreuung sei enorm, so Stender. Gemeindewehrführer Torsten Steffen erinnerte daran, dass es früher vier Kräfte in der Gemeindewehrführung gegeben habe, jetzt nur noch zwei. Eine stärkere personelle Unterstützung durch die Verwaltung sei deshalb erforderlich.

Entlastung der Ehrenamtlichen

Bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung der CDU wurde dem Aufwuchs des Stellenplans entsprochen. Diskussionsbedarf gab es auch bei der seitens der Verwaltung und der Feuerwehr angemeldeten Stelle eines hauptamtlichen Gerätewarts. Laut Torsten Steffen geht es nicht nur darum, die ehrenamtlichen Gerätewarte der Ortswehren zu entlasten. Der Arbeitsaufwand steige, beispielsweise würden die Prüfintervalle für Gerätschaften immer kürzer. Zudem könne sich der hauptamtliche Gerätewart auch um die Feuerwehrhäuser kümmern, warb der Gemeindewehrführer um Zustimmung. Kurz zuvor hatte er schon darauf hingewiesen, dass der ehrenamtliche Gerätewart der Burger Ortswehr die Hälfte seines Urlaubs für das Ehrenamt opfere und kurz davor sei hinzuschmeißen. Und Bürgermeister Jörg Weber schob nach, dass ein hauptamtlicher Gerätewart „keine Erfindung der Stadt Fehmarn“ sei und die Stadt Heiligenhafen bereits über einen zweiten nachdenke.

Der Nachfrage Hinnerk Haltermanns, ob nicht die im Aufbau befindliche hauptamtliche Wehr Unterstützung leisten könne, erteilte deren Leiter Sebastian Seidel eine Absage, indem er in Bezug auf Finanzierung der Hauptabteilung auf die Kostenerstattung durch das Land verwies. In der Aufbausituation sollte man nicht „beide Wehren verheiraten“, empfahl Seidel.

Bevor es zur Abstimmung ging, bat Werner Ehlers um eine kurze Sitzungsunterbrechung, um sich mit seinen CDU-Kollegen Hinnerk Haltermann und Jürn-Wulf Höper abzustimmen. Das Ergebnis: acht Jastimmen, drei Enthaltungen der CDU.

In Zukunft wird also auch die Stadt Fehmarn einen hauptamtlichen Gerätewart für seine zehn Ortswehren beschäftigen dürfen.

Auch interessant

Kommentare