Die Zeltdachhalle auf dem Campingplatz Klausdorf.
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Die Zeltdachhalle auf dem Campingplatz Klausdorf stand im Mittelpunkt der Diskussion.

Knappe Mehrheit für B-Plan-Änderung

Campingplatz Klausdorfer Strand: „Fliegende Halle“ fasst Fuß

  • Andreas Höppner
    vonAndreas Höppner
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Mit einer knappen Mehrheit von 6:5 hat der Bauausschuss für eine B-Plan-Änderung Campingplatz Klausdorfer Strand gestimmt. Die endgültige Entscheidung trifft die Stadtvertretung am 6. Mai.

  • 550 Quadratmeter große Zeltdachhalle wird kontrovers diskutiert.
  • Kreis kann Zeltdachhalle für fünf weitere Jahre genehmigen.
  • Keine Baugenehmigung für Lagerfläche.

Fehmarn – Die Zeit drängt, denn am 23. Juni läuft die Übergangsfrist aus, in der Kommunen ihre Bebauungspläne noch so gestalten und mit einem Satzungsbeschluss rechtswirksam absichern können, dass in einem 150 Meter breiten Küstenstreifen noch gebaut werden darf. So wurde auch noch einmal der Campingplatz Klausdorfer Strand überplant und eine 1. Änderung des B-Plans Nr. 85 auf den Weg gebracht. Der Bau- und Umweltausschuss stimmte der Planänderung denkbar knapp mit 6:5 zu, bevor am Donnerstag (6. Mai) die Stadtvertretung die abschließende Beschlussfassung trifft.

In den Unterlagen heißt es, dass es das Planungsziel der Stadt Fehmarn sei, die Attraktivität des rund 9,5 Hektar großen Campingplatzes zu steigern und ihn an die tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen. An Letzterem entzündete sich auch die im Ausschuss geführte Diskussion.

Fliegender Bau mit Prüfbuch

So ging es unter anderem um eine rund 550 Quadratmeter große Zeltdachhalle, die durch die B-Plan-Änderung planungsrechtlich abgesichert werden soll. Die Halle steht bereits seit drei Jahren und wird als sogenannter „Fliegender Bau mit Prüfbuch“ geführt. Diese baulichen Anlagen zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf- und wieder abgebaut werden können. Die untere Bauaufsichtsbehörde erteilt eine Genehmigung über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren, kann diese aber weiter verlängern.

Für Andreas Herkommer (SPD), Vorsitzender des Bau- und Umweltausschusses, erfüllt die Halle jedoch nicht die Kriterien eines „Fliegenden Baus“, sodass sie nach geltendem B-Plan Nr. 85 dort, wo sie jetzt steht, gar nicht stehen dürfte. Und die Stadtverwaltung sieht es auch so, wie aus einem Prüfbericht hervorgeht, den der Ausschuss nach einer früheren Beratung in Auftrag gegeben hatte und der dem FT vorliegt.

Die Situation ist ausgesprochen unglücklich.

Marco Eberle (Grüne)

„Die Situation ist ausgesprochen unglücklich“, befand Marco Eberle (Grüne), der das Sprichwort „Wo kein Kläger, da kein Richter“ bemühte und den in der Sitzung als Zuhörer anwesenden Betreiber des Campingplatzes Klausdorf, Jörn Henning Kohlhoff, um eine kurze Einschätzung bat. Kohlhoff machte deutlich, dass die Zeltdachhalle für ihn immer ein „Fliegender Bau mit Prüfbuch“ gewesen sei, genehmigt für fünf Jahre.

Gunnar Mehnert (WUW) verwies darauf, dass der Campingplatz Klausdorf mit seinem Angebot einen wertvollen Beitrag leiste für nachhaltigen Tourismus. Gerade auch mit dieser Zeltdachhalle, die in der Saison als Indoorspielplatz genutzt werde. Seine Fraktion habe keine Bedenken, der B-Plan-Änderung zuzustimmen, so Mehnert, der sich hinter Kohlhoff stellte und sagte: „Ich gehe davon aus, dass es kein Vorsatz war.“

Und auch Lars Hviid (FWV) signalisierte in der Diskussion die Unterstützung seiner Fraktion und erinnerte daran, dass die Initiative einer Überplanung von der Stadt Fehmarn ausgegangen sei.

Für Jörg Josef Wohlmann (SPD) griff diese Argumentation nicht. Jeder müsse sich bei einem Bauvorhaben, das er durchführen möchte, informieren, „ob er sich innerhalb oder außerhalb des Baurechts befindet“. Und da die Halle mit einem Fundament ausgestattet sei, „ist es ein fester Bau“. Marianne Unger (SPD) verwies auf die Gefahr, dass bei einer Zustimmung nachträglich etwas legitimiert und ein Präzendenzfall geschaffen werde.

Rückwärtsgewandtes Diskutieren hilft nicht

Martin Specht (CDU) griff hingegen Partei für den Vorhabenträger und verwies auf die hohe Qualität des Campingplatzbetriebes. „Wir wollen nach vorne gehen. Das rückwärtsgewandte Diskutieren hilft uns nicht weiter“, plädierte Specht dafür, einen Schlussstrich zu ziehen.

Schließlich rief Andreas Herkommer zu namentlicher Abstimmung auf. Werner Ehlers, Martin Specht, Stefan Bolley (alle CDU), Lars Hviid, Dirk Frohberg (beide FWV) und Gunnar Mehnert (WUW) befürworteten die B-Plan-Änderung, Andreas Herkommer, Bernd Remling, Marianne Unger, Jörg Josef Wohlmann (alle SPD) und Marco Eberle (Grüne) lehnten ab.

Nicht diskutiert wurde im Ausschuss über eine außerhalb des B-Plans befindliche Fläche, auf der Schüttgüter wie Sand, Kies, Schotter, Grünschnitt oder Mutterboden zwischengelagert werden. Sie findet aber Erwähnung im Prüfbericht der Verwaltung. In ihm heißt es, dass eine solche Lagerfläche baugenehmigungspflichtig sei und ein Grünausgleich geschaffen werden müsse. Eine Baugenehmigung liege aber nicht vor.

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