Die ehemalige Erholungsstätte in Meeschendorf
+
Auf dem Areal der ehemaligen Erholungsstätte des Kreises Hersfeld-Rotenburg möchte die österreichische Jufa-Gruppe ein Familienhotel errichten.

Gründe für das Vorhaben

Freie Wählervereinigung Fehmarn: Klares Ja zum Hotelbau in Meeschendorf

  • Manuel Büchner
    vonManuel Büchner
    schließen

Die Freie Wählervereinigung (FWV) Fehmarn ist für den geplanten Hotelneubau in Meeschendorf. Bekanntlich entscheiden am 18. April die Bürger beim dritten Bürgerentscheid in der Inselgeschichte.

  • Hotel würde offenstehen für die Bevölkerung.
  • Kleinere Bodenversiegelung durch den Neubau.
  • Planungsrechtliche Voraussetzungen für ein Familienhotel bis Juni schaffen.

Fehmarn – Das Vorhaben des österreichischen Hotelunternehmens Jufa, in Meeschendorf auf dem Gelände der ehemaligen Erholungsstätte des Kreises Hersfeld-Rotenburg ein Familienhotel zu bauen, ist auf Fehmarn umstritten. Mehrheitlich steht die Politik hinter dem Vorhaben, allerdings hat ein Bürgerbegehren ausreichend Unterschriften gesammelt, sodass es am 18. April (Sonntag) zu einem Bürgerentscheid kommt, der über das Schicksal des Projektes entscheiden wird.

Die Freie Wählervereinigung (FWV) Fehmarn steht hinter dem Vorhaben und führt gegenüber dem FT entsprechende Gründe ins Feld. So stehe das Vorhaben für eine „zukunftsorientierte Entwicklung Fehmarns zu einer attraktiven Ganzjahresdestination“ und für die Weiterentwicklung des konzessionierten Strandes in Meeschendorf „zur Wertschöpfung auch in anderen heimischen Wirtschaftsbereichen“, wie beispielsweise in der näheren Umgebung das „FehMare“, Adventure-Golf Fehmarn oder das Restaurant „La Casa Ristorante“.

Das ist ein Mehrwert für die Fehmaraner.

FWV-Fraktionsvorsitzender Andreas Hansen

Des Weiteren würde das Hotel offen stehen für die Bevölkerung, beispielsweise für Seminare und Feierlichkeiten, biete Spielplätze, Cafés und eine Fahrradverleihstation. „Das ist ein Mehrwert für die Fehmaraner“, betont der FWV-Fraktionsvorsitzende Andreas Hansen, zumal auch der Grundgedanke eines besonderen Familienurlaubes durch Jufa aufrechterhalten werde.

Schaffung von Ganzjahresarbeitsplätzen

Ebenso spreche für das Vorhaben die Schaffung von Glanzjahresarbeitsplätzen und Ausbildungsplätzen sowie die „Errichtung eines Hotels außerhalb des Südstrandes, auch zur Entzerrung der touristischen Ströme Richtung Südstrand“, so Hansen.

Darüber hinaus führt die Wählervereinigung die kleinere Bodenversiegelung durch den Neubau an, der wiederum nach neusten energetischen Baustandards verwirklicht werde und somit zur direkten Klimaentlastung beitrage.

Drei Knackpunkte, die von den Gegnern des Projektes vorgebracht werden, sind die Parkplatzsituation, eine verschlechterte Verkehrssituation und die Bettenanzahl.

Kein Verkauf von öffentlichen Parkplätzen

Wichtig für die Freien Wähler: „Es findet kein Verkauf von öffentlichen Parkplätzen statt, sondern eine Ablösung im öffentlichen Parkraum. Jeder abgestellte Pkw muss auch Parkgebühren bezahlen.“ Das Vorgehen sei in Burg auch üblich, sagt Ulrich Prange, der bei den Freien Wählern für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Prange kommt aus Meeschendorf. „Fünf bis sechs Wochen im Jahr ist der Parkplatz voll“, im Sommer stehe aber auch noch die Vorfläche für Pkw zur Verfügung. Zumal es für Strandbesucher kein Anrecht auf einen Parkplatz direkt am Strand gebe, so der Meeschendorfer, der bei der Feuerwehr ist und sich vom Neubau der Parkfläche ein geregeltes Parken erhofft, sodass Rettungskräfte besser zum Strand kommen.

Keine wesentliche Erhöhung der Bettenzahl

Eine wesentliche Erhöhung der Bettenzahl werde es im Vergleich zur ehemaligen Erholungsstätte nicht geben, so Hansen, der zu bedenken gibt: „Das Hotel muss natürlich betriebswirtschaftlich betrieben werden. Das müssen wir dem Vorhabenträger schon zugestehen.“

Nicht jedes weitere Bett in einem Familienzimmer führe automatisch zu mehr Fahrzeugen. Auch die Verkehrssituation verschlechtere sich nicht, zumal die Zuwegung, unabhängig davon, ob das Hotel kommt, sowieso für die Campingplätze ausgebaut werde. Die Straße ist Teil des Kernwegenetzes.

Städtebaulicher Vertrag legt Details fest

Ziel sei es, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Einrichtung eines Familienhotels zu schaffen, bevor ab Juni dieses Jahres eine weitere Bebauung innerhalb des 150 Meter breiten Küstenschutzstreifens untersagt ist, was einen Teil der geplanten Bebauung betreffen würde.

So sei der Flächennutzungsplan bereits als Sondergebiet Hotel angepasst, sodass auch zukünftig eine nicht gewollte Nutzung für Ferienwohnungen ausgeschlossen sei, erklärt der Fraktionsvorsitzende der FWV. Im nächsten Schritt gehe es darum, den vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf den Weg zu bringen, so Hansen, der wiederum die Grundlage für einen städtebaulichen Vertrag sei. „Dann gehen Politik und Verwaltung mit dem Vorhabenträger in Verhandlung, wie die konkrete Ausgestaltung des Hotels aussehen soll.“

Vor dem abschließenden Satzungsbeschluss muss der städtebauliche Vertrag stehen. Ein ambitioniertes Ziel, aber, so Hansen: „Die Verwaltung hat gesagt, sie schafft das.“

Für die Freie Wählervereinigung ist wichtig, „dass in diesem Bürgerentscheid eine breite Meinung der fehmarnschen Bevölkerung abgebildet wird“. Dafür sei eine hohe Wahlbeteiligung nötig. Oftmals sei es bei Bürgerentscheiden so, dass die Gegner eines Vorhabens in großer Zahl zur Urne gehen würden. Scheitere das Projekt, sei zu befürchten, dass es nicht so schnell einen Investor geben werde, vermutet Hansen. Deshalb der Appell der FWV Fehmarn: „Sollten Sie unserer Argumentation folgen können, gehen Sie zur Abstimmung, oder nutzen Sie die Briefwahl und stimmen Sie für das Hotel mit Ihrer Neinstimme, nur dann kann dieses zukunftsfähige Projekt realisiert werden.“

Die Wahlunterlagen für die Briefwahl können auf stadtfehmarn.de, rechts im blauen Kasten („Briefwahl online beantragen“), beantragt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.